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Hochkonzentriert vor dem WM-Kampf: Raul Marquez (l.) und Arthur Abraham © getty

Wie Herausforderer Raul Marquez hat auch Arthur Abraham vor dem großen Fight gehungert. Die Mühen sollen nun belohnt werden.

Von Jürgen Blöhs

Bamberg - Das offizielle Wiegen vor dem Kampf zwischen Arthur Abraham und Raul Marquez verlief beinahe freundschaftlich. Kein gockelhaftes Gehabe, keine Provokationen, wie man es so oft auf als Showeinlage vor einem WM-Fight erlebt.

Im Gegenteil, artig zeugten sich die beiden Kontrahenten Respekt als sie beinahe freundschaftlich Arm in Arm für die Fotografen posierten.

"Glaubt aber nicht, dass das im Ring so bleiben wird", rief der Herausforderer Aus den USA den anwesenden Journalisten zu.

"Abraham ist ein großer Champion, aber ich bin hierher gekommen, um den Titel zu holen."

"Alle werden sehen, wer der Bessere ist"

Der Titelverteidiger gab das Kompliment vor dem Kampf am Samstag artig zurück: "Marquez ist ein richtig guter Boxer, schnell, beweglich und clever."

Aber der WM-Gürtel soll natürlich in Bamberg bleiben, der zweiten Heimat des gebürtigen Armeniers: "Ich will hier keine großen Sprüche machen. Alle werden im Ring sehen, wer der Bessere ist." Und damit meint der Weltmeister sicherlich nicht seinen Herausforderer.

Die Qualen haben ein Ende

Vielleicht lag der freundschaftliche Umgang der Kontrahenten daran, dass sie beide ihren ersten Sieg bereits errungen haben: den Kampf mit den Kilos!

Das Quälen war von Erfolg gekrönt: 72,5 Kilo zeigte die Waage als "King Arthur" mit einiger Verspätung zum offiziellen Wiegen vor seinem WM-Kampf stieg.

Damit lag der Weltmeister exakt 70 Gramm unter der Grenze, die das Mittelgewicht erlaubt. Sein Pflichtherausforderer im Fight um den IBF-Gürtel hatte zuvor ebenfalls 72,5 Kilo auf die Waage gebracht, auf die er sich "herunterhungern" musste.

"Ich bin 37 Jahre alt. Für mich wird es immer schwieriger, auf das Kampfgewicht zu kommen", sagte der US-Profi Sport1.de

Abraham musste fünf Kilo abkochen

Abraham musste fast fünf Kilo abkochen, um auf das vorgeschriebene Gewicht zu kommen.

"Arthur wog 80 Kilo, als wir mit der Vorbereitung auf den Kampf begonnen haben", verriet Trainer Ulli Wegner.

Bei der Diät und den Saunagängen, um das Gewichtslimit zu erhalten, geht neben den Pfunden auch "Schlagkraft und Konzentration verloren", so Wegner, der nicht genau sagen kann, was härter war: das Abkochen oder seinen Schützling auf den bei Normalauslegern ungeliebten Rechtsausleger vorzubereiten.

Nach dem Wiegen ein Steak

Dafür weiß der dreimalige Trainer des Jahres aber genau, was den 28-jährigen Titelverteidiger an der Gewichtskontrolle am meisten gefällt: "dass das Wiegen über 24 Stunden vor dem Kampf stattfindet. Da hat Arthur noch Zeit, sich körperlich aufzubauen."

Was damit gemeint ist, verrät der in 27 Kämpfen ungeschlagene Weltmeister, der den anwesesenden Journalisten gerade mal drei Fragen gestattet, bevor er auf seinem Hotelzimmer verschwindet: "Jetzt freue ich mich auf ein saftiges Steak."

Die Qualen haben ein Ende - bis zur Vorbereitung auf den nächsten Kampf.

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