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Mike Tyson fuhr in 56 Profikämpfen 50 Siege ein, 44 durch K.o. © getty

Der ehemalige Schwergewichts-Champion schickt in einer TV-Show seine geliebten Vögel in den Ring. Tierschützer laufen Sturm.

München/New York - Er prügelte seine Gegner reihenweise ins Krankenhaus, saß wegen Vergewaltigung im Gefängnis und biss Evander Holyfield ein Stück Ohr ab.

Kaum verwunderlich, dass Mike Tyson auch bei seinen geliebten Brieftauben keinen Spaß versteht.

"Ich würde wohl für sie zuschlagen. Die Vögel waren meine erste Liebe, und sie sind es immer noch", macht er klar.

Demnächst können mutige Taubenzüchter gegen "Iron Mike" in der TV-Show "Taking on Tyson" des Senders Animal Planet antreten.

Die Pranken werden zu Lotosblüten

Ein kleines Zucken kann man sich nicht verkneifen, wenn das immer noch furchterregende Kraftpaket seine Pranken öffnet wie eine Lotosblüte und dann vorsichtig eine kleine weiße Taube losflattern lässt.

Tyson lächelt zwar, aber es wirkt im Zusammenspiel mit seinen Goldzähnen und dem Gesichts-Tattoo wie ein gequältes, schiefes James-Bond-Bösewicht-Grinsen.

Irgendwie wird immer noch erwartet, dass das Tier wieder in Tyson durchbricht und er dem Vogel den Hals umdreht.

Tierschützer laufen Sturm

Dies ist allerdings nicht der Grund, weswegen Tierschützer gegen das Projekt Sturm laufen.

Die Tierschutz-Organisation PETA erklärte am Dienstag, die Tiere würden "brutal behandelt", außerdem müsse davon ausgegangen werden, dass illegale Wetten auf die Rennen abgeschlossen würden.

Der Sender "Animal Planet" dagegen versicherte umgehend, dass "alle Teilnehmer den Tieren mit Respekt und Achtung begegnen werden".

"Sie sind meine Babys"

Mike Tyson tut dies seit seiner Kindheit. "Sie sind meine Babys, ich habe sie großgezogen. Sie sind meine größte Liebe neben meinen Kindern", sagte der 43-Jährige, der in zwielichtigen Vierteln New Yorks aufwuchs und dann eine Schule für schwer erziehbare Kinder besucht hat.

Dort, wo er sich durch die Straßen prügelte, soll Tyson seine Faszination für Tauben entdeckt haben, als er gezwungen wurde, deren Käfige auszumisten. New York soll nun auch der Schauplatz der Reality-Show sein.

Nach einer langen, an Skandalen reichen Boxkarriere interessiert sich Mike Tyson jetzt nur noch für Taubenschläge.

Niemals hat er seine Lieblinge in ein Rennen geschickt, doch im April 2011 soll es soweit sein. "Animal Planet" begleitet ihn während der Vorbereitungen, seine semi-professionellen Herausforderer müssen sich erst noch qualifizieren.

Tyson findet Frieden und Trost

Zumindest die Tiere haben vom "Baddest Man on the Planet" nichts zu befürchten. "Jeder weiß von Mike Tysons tiefer und einzigartiger Liebe zu den Tauben. Bei den Tieren findet er Frieden und Trost", sagte Tysons Agentin Tammy Brooks.

Und der frühere Box-Superstar trägt Anzug und ist "sehr stolz, als ein Vertreter der Taubenliebhaber" aufzutreten: "Ich will, dass die Menschen verstehen, warum wir diese Vögel so lieben."

Ratschlag von der Psychologin

Um den Menschen Mike Tyson zu verstehen, der von einer Sekunde auf die andere völlig ausrasten kann, hat sich eine Psychologin die Mühe gemacht, Parallelen zu den Tauben zu finden.

Viel mehr als hoch fliegen und tief fallen kam dabei nicht heraus. Immerhin: Tyson, das ergab die Analyse, müsse lernen, über den Dingen zu schweben und die Sanftheit der Tauben in sein Leben einfließen lassen.

Wer sieht, wie Tyson mit seinen Lieblingen turtelt, könne meinen, er habe es beherzigt.

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