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Arthur Abraham wechselte nach 30 Siegen in 30 Kämpfen ins Supermittelgewicht © getty

Mit einem Sieg im Super-Six-Fight über Andre Dirrell will Arthur Abraham die USA im Sturm erobern. Der Gegner verhöhnt Abraham.

Detroit/München - Es geht um einen K.o.-Sieg, natürlich, und um den Einzug ins Halbfinale beim Super-Six-Turnier der sechs weltbesten Supermittelgewichtler.

Für Arthur Abraham geht es bei seinem Kampf in der Nacht zum Sonntag in Detroit gegen den Lokalmatador Andre Dirrell aber um noch viel mehr:

Popularität und Anerkennung auf der anderen Seite des Atlantiks.

"Wir sind in den USA, um die Fans zu begeistern", sagt Trainer Ulli Wegner: "Die Amerikaner werden Arthur lieben."

Abraham im selben Boot

Das ist ein großes Ziel, denn die Amerikaner lieben in der Regel nur Amerikaner (Kampfrichter-Zoff und deftige Sprüche).

Diese Erfahrung mussten auch schon die schwergewichtigen Brüder Vitali und Wladimir Klitschko machen, die trotz ihrer K.o.-Power jenseits des großen Teiches einfach nicht ankommen und nun wieder statt in Las Vegas in Düsseldorf und Gelsenkirchen boxen.

Abraham hat laut Wegner allerdings einen großen Vorteil: "Sein Stil ist geprägt von Explosivität und Schlagkraft."

Sieger wird eine Legende

31 Kämpfe, 31 Siege, 25 Knockouts - Abrahams Bilanz ist beeindruckend 164085(DIASHOW: Super Six).

Mit einem weiteren Sieg gegen den Olympia-Dritten von 2004 hätte der Deutsch-Armenier bereits das Halbfinale des Super-Six-Turniers erreicht, nachdem er zum Auftakt im Oktober Ex-Weltmeister Jermain Taylor schwer k.o. geschlagen hatte.

"Ich bin sehr dankbar, dass ich an diesem Turnier teilnehmen kann", erklärte Abraham, "der Sieger wird eine Box-Legende sein, und das war immer mein Traum."

Größer, länger, beweglicher

Sein Gegner Dirrell unterlag in seinem Auftaktfight dem britischen WBC-Weltmeister Carl Froch nach Punkten und muss gewinnen, um seine Chance auf das Weiterkommen aufrechtzuerhalten.

"Die Zeit von König Arthur ist vorbei", tönte der 26-jährige Dirrell bei der Abschluss-PK im MGM Grand Hotel unter dem Jubel vieler Fans.

Und sein Promoter Gary Shaw betonte immer wieder, wie schnell und gefährlich sein Boxer sei. "Er ist größer als Arthur, er verfügt über die längere Reichweite, und er ist viel beweglicher. Er wird Arthur schlagen", so Shaw. "Außerdem steht das Publikum in Detroit hinter ihm."

Abraham muss den K.o. suchen

Schon im Vorfeld knisterte es zwischen beiden Lagern. Abrahams Promoter Wilfried Sauerland lehnte das ursprüngliche Kampfgericht ab.

Der Ringrichter und ein Punktrichter sollten aus Dirrells Heimatstaat Michigan kommen, dazu der Punktrichter, der Dirrell bei der Niederlage gegen Froch als einziger in Front sah.

Doch auch mit neuen Unparteiischen bleibt die Devise im Abraham-Lager klar: "Arthur muss unbedingt den K.o. suchen. Wir dürfen den Kampf nicht in die Hände der Punktrichter geben", fordert Wegner.

Fünf Monate für einen Kampf

Seit November stand der 31-jährige Abraham im Training, zweimal wurde der ursprünglich für Januar und dann für Anfang März angesetzte Kampf wegen gesundheitlicher Probleme des Gegners verschoben.

"Das war die längste Vorbereitung aller Zeiten für mich, ich habe fünf Monate für einen Kampf trainiert", sagt er, "schade um die Zeit."

Weglaufen hilft nicht

Für das Training wurde sogar Ex-Weltmeister Sven Ottke reaktiviert. Der 42-Jährige sollte mit seiner Schnelligkeit im Sparring den ebenfalls sehr beweglichen und konditionsstarken Dirrell imitieren.

"Ich erwarte, dass Dirrell viel weglaufen wird, aber das wird ihm nicht helfen", kündigt "King Arthur" an, "dies ist eine große Chance für mich, ein großer Star in den USA zu werden, und die werde ich nutzen."

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