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Vitali Klitschko verkündete im November 2005 sein Karriereende © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Vitali Klitschkos Manager Bernd Bönte über den Peter-Fight und ein mögliches Bruder-Duell.

Von Jürgen Blöhs

München - Am Tag bevor Vitali Klitschko in den Ring steigt, um sich vom Nigerianer Samuel Peter seinen WM-Gürtel der World Boxing Council zurückzuholen, sprach Sport1.de mit Manager Bernd Bönte über den Fitnessstand des mittlerweile 37-Jährigen.

Bönte erteilte Spekulationen aus Peters-Lager, wonach Klitschko, der in den letzten vier Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, den Kampf womöglich kurzfristig absagen werde, eine klare Absage.

"Vitali hat mir versichert, dass er topfit in den Kampf gehen wird", stellte Bönte klar.

Absage an den Bruder-Kampf

Eine Niederlage ist für den Ukrainer kein Thema, im Gegenteil, auch nach dem einmaligen Ereignis, dass mit Vitali und Wladimir erstmals zwei Brüder gleichzeitig Schwergewichts-Weltmeister sein werden, denkt "Dr. Eisenfaust" nicht daran, die Handschuhe an den Nagel zu hängen.

Dem in der Presse zuletzt häufig kolportierten Bruder-Duell erteilt Bönte aber eine klare Absage.

Sport1.de: Aus dem Peter-Lager wurde kolportiert, dass Vitali Klitschko den Kampf eventuell im letzten Moment absagen könnte?

Bernd Bönte: Das ist Quatsch. Da ist nichts dran.

Sport1.de: Also gab es keine Rückschläge während des Trainingslagers? Vitali hatte ja in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit dem Rücken, die ihn immer wieder zu Trainingspausen verdammten.

Bönte: Das Trainingslager ist wunderbar verlaufen. Vitali hat mir versichert, dass er topfit in den Kampf gehen wird. Er ist körperlich in einer tollen Verfassung.

Sport1.de: Ihre Prognose für den Kampf?

Bönte: Vitali wird sich den Titel holen.

Sport1.de: Er ist 37 Jahre alt. Gehen wir vom "Worst Case" einer Niederlage aus...

Bönte: Damit haben wir uns nicht eine Sekunde beschäftigt, und ich bin sicher, das wir uns damit auch nicht beschäftigen werden müssen.

Sport1.de: Wird Vitali dann als Weltmeister, der gleichzeitig mit seinem Bruder Champion ist, zurücktreten?

Bönte: Ich gehe davon aus, dass es nicht sein letzter Kampf sein wird.

Sport1.de: Wird es dann tatsächlich zu einem Duell der beiden Brüder kommen, wie in letzter Zeit immer wieder zu lesen ist?

Bönte: Das ist im Boxen nicht vorstellbar. Ich habe selbst zwei Brüder und kann mir in meinen schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen, gegen die zu boxen. Und Vitali und Wladimir sind ja nicht Kain und Abel - im Gegenteil. Im Tennis mag das möglich sein, wenn Serena und Venus Williams aufeinandertreffen oder früher die Mc-Enroe-Brüder. Aber da ist ein Netz dazwischen. Wir haben über so einen Kampf nie nachgedacht.

Sport1.de: Sie haben das Veranstaltungsrecht für den Kampf von Wladimir gegen Alexander Powetkin ersteigert. Steht mittlerweile fest, wo der Kampf stattfinden wird?

Bönte: Nein. Wir sind in Verhandlungen. Das wird sich in zwei, drei Wochen entscheiden.

Sport1.de: Wie geht es mit der Agentur K2, in der die Klitschkos sich selbst vermarkten, nach dem Ende ihrer Karriere weiter? Soll auf Dauer ein weiterer Boxstall neben Universum und Sauerland installiert werden?

Bönte: K2 oder genauer K2-East ist nur eine Abteilung der Klitschko Management Group KMG, in der die Brüder die Interessen internationaler Sportler, aber auch Künstler sowie Marken beraten und vertreten. Aber K2-East ist das Standbein, mit dem die Beiden dem Boxsport auch nach dem Rücktritt aus dem Ring erhalten bleiben werden.

Sport1.de: Wie müssen wir uns das vorstellen?

Bönte: K2-East veranstaltet derzeit jeden Monat einen Kampfabend in der Ukraine. Da ist, wenn es der Terminkalender erlaubt, immer zumindest einer der Klitschkos dabei. Wir haben Olympiasieger unter Vertrag, Europameister, hoffungsvolle Talente und mit Weltergewichtler Juri Nuschnenko auch schon einen Weltmeister.

Sport1.de: Wird da über die Ukraine hinaus geplant?

Bönte: Derzeit haben wir den russischen Markt im Visier und den ganzen ehemaligen Ostblock, daher der Name K2-East. Hier liegt unserer Meinung nach ein großer Markt für die Zukunft. Aber auch eine Ausdehnung nach Westeuropa und in die USA schließe ich nicht aus. Sie sehen, der Name Klitschko wird noch lange mit dem Boxen verbunden sein.

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