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Vitali Klitschko wird gegen Samuel Peter auf seine Reichweite setzen © imago

Nach 1400 Tagen steigt Witali Klitschko wieder in den Ring. Eine Klausel erlaubt es ihm, gleich wieder um die WM zu kämpfen.

Berlin - Witali Klitschko wird gut geschlafen haben in der Nacht vor dem Kampf.

Kein "nigerianischer Alptraum" hat ihn geschüttelt.

Sein Berliner Luxushotel bietet ohnehin alle Annehmlichkeiten, und nervös wirkte der 37-Jährige vor seinem Comeback am Samstag (22.25 Uhr) gegen WBC-Weltmeister Samuel Peter keinesfalls.

Der Ex-Champ aus der Ukraine ruht in sich, er weiß sich gut vorbereitet, er vertraut seinem Körper, und er strahlt unglaubliches Selbstvertrauen aus: "Mit dem Gedanken an eine Niederlage beschäftige ich mich nicht."

Stattdessen verlor sein 28 Jahre alter Gegner bei der Pressekonferenz am Montag sichtlich die Fassung.

"Ich bin ein Veteran im Ring", sagt Klitschko und beruft sich auf den "Größten": "Ich denke an Muhammad Ali, der gegen George Foreman zurückkam, den ungestümen Schläger. Das Ergebnis ist bekannt."

1400 Tage Pause

Genau 1400 Tage nach seinem letzten Kampf am 11. Dezember 2004 gegen Danny Williams in Las Vegas steigt "Dr. Eisenfaust" nun also in der funkelnagelneuen Berliner Arena vor 14.000 Zuschauern und weit über zehn Millionen an den TV-Geräten wieder in den Ring. Dabei wiegt er mit 112 Kilogramm drei Kilo weniger als sein Gegner.

Der "Champion emeritus" kehrt aus dem Ruhestand zurück, um seinen Traum zu verwirklichen, gemeinsam mit Bruder Wladimir einen WM-Gürtel zu besitzen.

Und das darniederliegende Schwergewichtsboxen hat endlich mal wieder einen seiner so selten gewordenen Höhepunkte. Fernsehanstalten aus 111 Ländern wollen übertragen.

Sieg durch K.o.?

"Das wird eine Schlacht", tönte Peters amerikanischer Manager Dan Duva, "sie wird mehr Action bieten als alle anderen Kämpfe seit langem."

Kann sein - schließlich stehen sich da zwei klassische K.o. -Schläger gegenüber. Witali hat 34 seiner 35 Siege vorzeitig errungen, Peter immerhin 23 seiner 30 Erfolge kurzrundig erzielt.

"Er ist ein sehr gefährlicher Puncher, der einige Klasseleute besiegt hat", sagt Witali Klitschko, "ich weiß, dass da ein sehr gefährlicher Kampf auf mich zukommt." Zehn Wochen hat er sich intensiv mit Trainer Fritz Sdunek vorbereitet.

Ein altes Erfolgspaar, das sich kennt, schätzt und vertraut. Im Gegensatz zu Bruder Wladimir hat sich der ältere Klitschko nie von dem Hamburger Coach getrennt.

Eigener Körper ist größter Gegner

"Das Trainingslager hat Witali stärker gemacht, weil sein Körper jetzt wieder bereit ist, sich auf Belastung einzustellen", sagt Sdunek: " Sein Körper konnte regenerieren, und weil er einen sehr gesunden Lebensstil pflegt, hat er auch nichts an Reflexen eingebüßt."

Der Körper - das ist das große Fragezeichen. Oft genug hat er den Ex-Weltmeister im Stich gelassen. Die beiden einzigen Niederlagen gegen Chris Byrd und Lennox Lewis kamen durch Verletzungen zustande.

Zwei Bandscheibenoperationen hat Witali hinter sich, Meniskus- und Kreuzbandriss. Und jetzt soll alles wieder gut sein: "Mein Körper ist hungrig nach Belastungen".

Klausel ermöglicht WM-Kampf

Als er nicht in der Lage war, seinen Titel gegen Hasim Rahman zu verteidigen, kapitulierte Klitschko 2005 und trat als Weltmeister zurück.

Der Grund, warum er nun gleich wieder um die WM boxen darf, ist ein besonderes Privileg, das ihm die WBC bei seinem Rücktritt in einer Mischung aus Respekt und Geschäftstüchtigkeit zugestanden hat.

Denn der Verband kassiert ja kräftig mit an der großen Show.

"Klitschkos weltweit Maß der Dinge"

Der übertragende Sender RTL hat jedenfalls wieder sein bewährtes Konzept gestartet. Für die Show vor dem Kampf sollen die Pussycat Dolls sorgen, die Promis werden sich zwischen ihren Terminen im Dschungelcamp und als Superstar in den ersten Reihen sehen lassen.

"Die Klitschkos sind weltweit das Maß der Dinge im Boxsport", sagt RTL-Sportchef Manfred Loppe. Und hofft, dass dies auch am Sonntagmorgen noch gilt.

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