vergrößernverkleinern
Vitali Klitschko (r.) bestritt seinen ersten Kampf nach 1400 Tagen © getty

Der Ukrainer ist wieder WBC-Weltmeister. Die Klitschko-Brüder sind nun gemeinsam Weltmeister aller Klassen.

Berlin - Vitali Klitschko hat sich mit einer souveränen Vorstellung seinen großen Traum erfüllt.

Durch einen technischen K.o.-Sieg in der neunten Runde über Titelverteidiger Samuel Peter aus Nigeria krönte sich der 37-Jährige vor knapp 14.000 begeisterten Zuschauern in Berlin wieder zum WBC-Weltmeister im Schwergewicht.

Peter hatte alle acht vorangegangenen Runden klar verloren und kam zur neunten Runde nicht mehr aus seiner Ecke.

Exakt 1400 Tage nach seinem letzten Kampf feierte der Ukrainer Vitali Klitschko damit das erhoffte, gelungene Comeback und schrieb mit seinem Bruder Vladimir Box-Geschichte.

Als erstes Brüderpaar sind sie gemeinsam Weltmeister aller Klassen.

Klitschko feierte seinen 36. Sieg im 38. Kampf. Bei seinen einzigen Niederlagen gegen Chris Byrd und Lennox Lewis wurde er Opfer von Verletzungen.

Peter musste in seinem 32. Fight die zweite Niederlage hinnehmen.

Brüderpaar als Topstars des Schwergewicht

Vor drei Jahren unterlag er Vladimir Klitschko, der die Titel der Weltverbände IBF und WBO hält.

"Ich bin kein Risiko gegangen. Ich habe es geschafft, meinen Traum zu realisieren", sagte Witali Klitschko nach seinem 36. Sieg im 38. Kampf, nach dem er von seinem Bruder ein entsprechendes Kompliment erhielt: "Du hast bewiesen, dass du der bessere der Klitschkos bist. Ich bin stolz auf dich."

Klitschkos Rückkehr in den Ring galt als "Comeback des Jahres". Nur sein fünf Jahre jüngerer Bruder Vladimir, der Vitali in der Ecke assistierte, ist der einzige weitere weltweit anerkannte Topstar im Schwergewicht.

Nur die beiden charismatischen Hünen aus Kiew schaffen es, über 10.000 Zuschauer in die Hallen zu ziehen.

111 Länder übertragen den Kampf

Das Ballyhoo und riesige Interesse an dem Kampf gegen den zuvor lediglich einmal von Vladimir bezwungenen Samuel Peter war entsprechend groß. Fernsehanstalten aus 111 Ländern zeigten Bilder von dem Fight.

Am 11. Dezember 2004 hatte Witali Klitscho in Las Vegas gegen den Briten Danny Williams zum letzten Mal im Ring gestanden und dabei zum zweiten Mal seinen WBC-Titel verteidigt.

Anschließend folgte jedoch eine Serie von Verletzungen, die ihn entnervt im Herbst 2005 kapitulieren ließen.

Zahlreiche Verletzungen

Zwei Rückenoperationen musste er über sich ergehen lassen, er erlitt einen Kreuzbandriss, einen Muskelfaserriss und einen Meniskusriss. "Ich habe die Schnauze voll", sagte er vor seinem Rücktritt.

Während des erzwungenen sportlichen Ruhestandes engagierte sich der dreifache Vater in seiner Heimat Ukraine politisch und sozial.

Zweimal scheiterte er bei dem Versuch, Bürgermeister von Kiew zu werden, gleichzeitig baute er mit seinem Bruder das Promoter-Unternehmen K2 auf.

Als Werbe-Ikone ist er weiterhin gefragt und war stets präsent. Finanzielle Gründe wie bei zahlreichen anderen Boxern waren also nicht die Motivation für die Rückkehr in den Ring.

"Es war eine harte Zeit"

"Es war eine harte Zeit, sagte er einmal, "mir hat einfach das Boxen gefehlt."

Mit Trainer Fritz Sdunek bereitete er sich 100 Tage gewissenhaft vor. 100 Runden Sparring hatte er vor dem Samstag in Beinen und Fäusten. Drei Sparringspartner hat er dabei verschlissen.

Mit 112 Kilogramm kletterte Klitschko am Samstag mit seinem idealen Kampfgewicht der Vergangenheit durch die Ringseile.

Pussycat Dolls im Vorprogramm

TV-Sender RTL produzierte wieder eine aufwändige Box-Show, die Pussycat Dolls sangen vor dem Kampf und zahlreiche Prominente ließen sich sehen. Das "Comeback des Jahres" wollte sich niemand entgehen lassen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel