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Wladimir Klitschko und David Haye sollten schon im Juni 2009 gegeneinander antreten © getty

Der streitbare Brite provoziert Wladimir Klitschko mit der Aufforderung zu einem Bruderkampf mit Vitali. Der reagiert zornig.

Von Martin Hoffmann

München - Wladimir Klitschko entspricht eigentlich nicht den Klischees, die man mit Boxern üblicherweise verbindet.

Gebildet, wohlartikuliert, gentlemanlike: So kennt man den ukrainischen Schwergewichts-Weltmeister üblicherweise. David Haye allerdings weckt andere Seiten in ihm.

Der britische WBA-Champion mit dem sicheren Gespür für das Entfachen von Aufregung hat auch bei "Dr. Steelhammer" die Lust an der Provokation geweckt.

Noch bevor ein möglicher Titelkampf der beiden überhaupt erst ausgemacht ist, haben sich die beiden schon wieder in ein sehr munteres Verbalduell verstrickt.

Haye fordert Klitschkos zum Bruderkampf

Klitschko hat soeben mit einer angriffslustigen Videobotschaft das Feuer auf Haye wieder eröffnet - und auch Haye ist wie immer nicht untätig.

Parallel zu Klitschkos Attacke hat er Wladimir mit der Forderung gereizt, gegen Bruder Vitali in den Ring zu steigen.

"Boxt gegeneinander und der Gewinner kann gegen mich antreten", ließ er über das Krawallblatt "Sun" ausrichten (Alle Box-News).

"Im Hinterhof des Hauses ihrer Mutter"

"Mir egal, ob sie im Boxring gegeneinander antreten oder im Hinterhof des Hauses ihrer Mutter, aber sie sollten es tun", tönte er.

Bekanntermaßen haben IBF- und WBO-Weltmeister Wladimir und WBC-Champ Vitali aber ihrer Mutter versprochen, nicht gegeneinander zu kämpfen.

"Dann soll einer eben dem anderen seine Gürtel geben, ehe er gegen mich antritt", so Haye.

PR und Psychokrieg

Passieren wird das eine ebenso wenig wie das andere. Hayes Aussagen sind aber wohl auch kein Zeichen, dass er vor einem Duell mit Wladimir "kneifen" will, wie es ein deutsches Boulevard-Blatt deutet.

Sie sind wohl schlicht die branchentypische Mischung aus Heißmacher-PR und psychologischer Kriegsführung - und in beiderlei Hinsicht scheint es zu funktionieren.

Wladimir Klitschkos Wut auf den 29-Jährigen ist jedenfalls weiter gewachsen.

"Er ist übel"

"Er ist übel", kommentiert er in der "Los Angeles Times" Hayes Aufforderung zum Bruderkampf: "Ich habe nichts Gutes über ihn zu sagen. Ich mag nichts an ihm."

Außerdem stellt er klar, dass er in jedem Fall vor seinem Bruder gegen Haye ran will: "Ich habe Vitali gesagt: Das ist mein Kampf!"

Es hat sich in Sachen Haye einiges bei Wladimir aufgestaut: Den Auftritt mit den geköpften Klitschkos auf seinem Shirt hat er dem Briten ebenso wenig vergessen wie den Rückzieher aus dem schon angesetzten Duell im Vorjahr.

Die angebliche Rückenverletzung, die Haye als Begründung angeführt hatte, hält das Klitschko-Lager für eine Ausrede.

Klitschko gibt zu, dass er als Reaktion auf Hayes Verhalten ganz bewusst verbal in die Offensive geht: "Die Leute fangen ja schon an zu glauben, was diese Person sagt. Ich habe mich da entschieden, meine zurückhaltende Art aufzugeben und meine wirkliche Meinung zu sagen."

Gespräche am Mittwoch

Abseits des öffentlichen Getöses sollen in dieser Woche die Gespräche für das Duell zwischen Klitschko und Haye beginnen.

Am Mittwoch ist ein Treffen zwischen Hayes Manager Adam Booth mit Klitschkos Vertretern angesetzt.

Im Raum steht eine Kampfbörse von elf Millionen Euro pro Person und eine Riesenkulisse wie das 90.000 Fans fassende Wembley-Stadion in London.

Das öffentlichkeitswirksame Schaugefecht wird Klitschko und Haye helfen, diese Dimensionen zu realisieren.

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