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Brian Minto verlor von seinen 37 Kämpfen nur drei und gewann 21 durch K.o. © getty

Nach Axel Schulz knöpft sich Brian Minto den nächsten Deutschen vor. Ein Quervergleich mit Klitschko bewog ihn zum Abspecken.

Hamburg - Einst beendete er die Karriere von Axel Schulz, jetzt will Brian Minto aus "Käpt'n" Marco Huck einen Leichtmatrosen machen.

Am Samstag fordert der ehemalige Schwergewichtsboxer in Oldenburg den Cruisergewichts-Champion der WBO heraus.

"Ich habe Axel Schulz geschlagen und damit für eine Sensation gesorgt", sagte der 35 Jahre alte Amerikaner nach seiner Ankunft in Niedersachsen, "jetzt bin ich bereit für die nächste Überraschung."

Der Unterschied zum 25. November 2006 liegt allerdings deutlich auf der Hand.

Huck nicht gleich Schulz

Damals schlug Minto in Halle/Westfalen einen 38 Jahre alten Box-Rentner, der nach siebenjähriger Ringabstinenz noch einmal für drei Millionen Euro zurückgekehrt war, bis zum technischen K.o. sechs Runden lang grün und blau.

Jetzt bekommt es Minto mit einem 25 Jahre alten amtierenden Weltmeister zu tun, der mitten im Saft steht.

"Rache für Axel Schulz"

"Mein erster Gedanke, als ich gehört habe, dass ich gegen Minto boxen werde, war: Rache für Axel Schulz", sagte Huck.

Natürlich wurde der lediglich 1,80 Meter große Minto nur wegen seines Kampfes gegen den "weichen Riesen" aus Frankfurt/Oder als Herausforderer ausgewählt. (Alle Box-News).

Schon einmal profitierte Minto von dem Schulz-Kampf, als er sich im März 2007 mit Luan Krasniqi messen durfte und nach Punkten verlor. Gegen Huck kämpft er nun erstmals im Cruisergewicht, maximal 90 Kilo darf er auf die Waage bringen.

Minto will Superstar werden

Dennoch wurde er von der WBO sofort auf Platz fünf im Ranking eingestuft und ist damit WM-würdig. "Ich will der neue Superstar des Cruisergewichts werden," kündigte Minto schon mal an.

"Ich musste in meinen Schwergewichtskämpfen eher zunehmen, um auf 98 Kilo zu kommen. Jetzt bin ich viel schneller", behauptet er, "und ich habe meine Power nicht verloren."

Dass es bei den schweren Jungs nicht zum Durchbruch reichen würde, wurde dem Mann aus Butler/Pennsylvania nach seiner K.o.-Niederlage im Dezember gegen Chris Arreola klar.

Ein Mann der kleinen Bühne

Dieser Arreola wurde im September 2009 von Witali Klitschko windelweich geschlagen. 34 Siege in 37 Profikämpfen hat Minto in seinem Rekord.

Mit Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Zähigkeit hat er sich als solider Boxer in der zweiten Reihe etabliert. Seine Ringe stehen normalerweise in einem Hotel in seiner Heimatstadt oder einem Casino in der amerikanischen Provinz.

Er ist ein Star der kleinen Bühne, aber das reicht seit sieben Jahren zum Leben. Bis 2003 arbeitete der Familienvater als Monteur für eine Kabelfirma, er kletterte auf Masten und zog Telefonstrippen.

"Er zermürbt seine Gegner"

"Eigentlich habe ich erst mit 23 Jahren angefangen zu boxen", erzählt er, "auf dem College habe ich Football gespielt."

Schon deshalb ist Huck hoher Favorit. Der Bielefelder schätzt seinen Gegner aber als durchaus unangenehmen Kämpfertyp ein:

"Ich unterschätze ihn nicht, er ist zäh und kann einstecken. Er beißt auf die Zähne, marschiert nach vorne und zermürbt seine Gegner."

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