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Cecilia Braekhus trainierte bereits mit Arthur Abraham und Sven Ottke © getty

"Sauerland-Event" macht den historischen Schritt und nimmt mit der Norwegerin Cecilia Braekhus erstmals eine Frau unter Vertrag.

Von Jürgen Blöhs

München - Schon beinahe ewig hat es gedauert bis man bei "Sauerland-Event" zu einem historischen Schritt bereit war.

Jahrelang hatte sich der Berliner Box-Stall geweigert, Frauen in den Ring zu schicken. Selbst als Regina Halmich ihre Zuschauer-Quoten im TV von Kampf zu Kampf steigerte und ihren Mit-Kämpferinnen den Weg zu lukrativen Börsen öffnete, blieben bei Sauerland und in der ARD Boxerinnen außen vor.

Jetzt springt Sauerland auf den Zug auf und nahm Shooting-Star Cecilia Braekhus als erste Amazone unter Vertrag.

Dazu musste Chef Wilfried Sauerland offenbar gezwungen werden: "Ein Freund des Frauen-Boxens bin ich immer noch nicht. Die Verpflichtung von Breakhus war eine Entscheidung der Firma Sauerland Event", so der Top-Promoter.

Die Weltergewichtlerin war bei Sauerland-Veranstaltungen als Gastkämpferin positiv aufgefallen und wurde nun unter Vertrag genommen.

"Eine zukünftige Weltmeisterin"

"Frauen-Boxen hat bei uns noch keine Tradition, aber Cecilia wird das ändern", freut sich Chris Meyer über die Neue aus Norwegen.

"Mit ihr haben wir nicht nur endlich eine talentierte Boxerin, sondern auch eine zukünftige Weltmeisterin unter Vertrag", ist sich der Geschäftsführer sicher.

"Einmal in der Heimat kämpfen"

Ein Ziel, von dem auch die gebürtige Kolumbianerin überzeugt ist: "Mein Ziel ist der WM-Titel. Und im Sauerland-Team gibt es dafür die besten Voraussetzungen."

Neben dem WM-Gürtel hat die Skandinavierin noch einen Traum: "Ich möchte einmal in meiner Heimat boxen. Aber in Norwegen ist Profi-Boxen verboten."

Nicht zuletzt wegen der Gastauftritte bei Sauerland-Veranstaltungen, die im hohen Norden Live im TV zu sehen waren, ist die Fighterin in ihrer Heimat eine der populärsten Sportlerinnen.

Mit dem Kickboxen fing es an

Die heute 27-jährige feierte im Januar 2007 mit einem Sieg über die Kroatin Ksenija Koprek ihr Profi-Debüt.

Begonnen hat die Anglerin aus Passion mit dem Kampfnamen "First Lady" im Alter von 14 Jahren als Kickboxerin. Nach dem Gewinn von EM- und WM-Titel wechselte sie ins Amateur-Boxlager ihres Landes, um nach 80 Kämpfen ins Profilager zu wechseln.

"Super-Moose" in der Ringecke

Wenn die "First Lady" am 25. Oktober in Oldenburg gegen die Bulgarin Borislava Goranova ihren ersten Kampf für Sauerland bestreitet, soll "Super Moose", ein kleiner blauer Elch im Superman-Kostüm, Glück bringen.

"Super Moose ist ein Geschenk von Frau Wegner, der Gattin meines Trainers", erzählt die Athletin aus dem Land der Elche. "Der ist so süß, ich habe ihn immer bei mir. Und im Ring natürlich sowieso!"

"Ein wahrer Gentleman"

Und auch Ulli Wegner hat die Boxerin bereits in sein Herz geschlossen. "Ich freue mich, endlich mal eine Frau zu trainieren. Die Jungs können noch einiges von ihr lernen", ist Ulli Wegner happy über den "norwegischen Rohdiamanten. "Sie hat das Zeug, Weltmeisterin zu werden."

Ein Kompliment, dass die Weltergewichtlerin zurückgibt: "Die Zusammenarbeit ist klasse. Ich kann so viel von ihm lernen."

Doch so richtig verinnerlicht scheint der dreimalige "Trainer des Jahres" noch nicht zu haben, dass er eine Frau im Stall hat: "Ein wahrer Gentleman?", lobt Wegner seinen Schützling.

Bald wird nicht nur der 66-Jährige begreifen, dass Sauerland endlich die Frauen entdeckt hat. Die "Lady" soll nicht die letzte sein.

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