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Ruslan Chagaev (r.) musste 2009 gegen Wladimir Klitschko aufgeben © getty

Mit dem Punktsieg gegen Meehan erboxt sich Ruslan Chagaev den ersehnten WM-Kampf gegen David Haye. Doch Lob kommt nur vom Gegner.

Rostock - Don King lobte den Rückkehrer in höchsten Tönen, doch Ruslan Chagaev blieb auf dem Teppich.

"Ich habe mich gut gefühlt. Aber ich weiß, dass ich es wesentlich besser kann", sagte der 31-Jährige nach seinem Punktsieg gegen den Australier Kali Meehan bei der Universum-Champions-Night in Rostock.

Durch den Erfolg über den Schützling von Top-Promoter King darf Schwergewichtler Chagaev nun den britischen WBA-Weltmeister David Haye herausfordern.

Beweglichkeit noch nicht optimal

Bei seinem Comeback elf Monate nach der schweren Niederlage gegen Wladimir Klitschko präsentierte sich Chagaev deutlich verbessert und boxte kontrollierter, konnte aber nicht völlig überzeugen.

"Er hat einiges gut gemacht, aber in Sachen Beweglichkeit müssen wir noch etwas tun", sagte Magomed Schaburow, der Chagaevs langjährigen Trainer Michael Timm nach dem Klitschko-Fight abgelöst hatte.

Ex-Weltmeister Chagaev sah es genauso: "Ich muss konsequenter werden, um David Haye besiegen zu können."

Überschwängliches Lob von King

Der einstimmige Punktsieg (118:110, 117:111, 117:112) gegen den bereits 40-jährigen Meehan geriet nie in Gefahr, das musste auch die Gegenseite anerkennen.

"Ich habe alles versucht, aber der bessere Mann hat gewonnen", sagte Meehan, der seinen Größenvorteil nicht nutzen konnte und sich nach eineinhalbjähriger Kampfpause etwas eingerostet präsentierte. Beinahe überschwänglich fiel das Urteil von King aus.

"Ich habe Chagaev noch nie so stark gesehen", sagte der 78-Jährige nach dem Kampf vor 3700 Zuschauern.

Termin für Haye-Kampf noch unklar

Mit dem Sieg gegen Meehan hat Chagaev die theoretischen Voraussetzungen für das Duell mit Haye geschaffen. Wann es zu dem Fight um den WBA-Gürtel kommt, ist bislang aber noch nicht klar.

Voraussichtlich wird der Usbeke vorher noch einmal in den Ring steigen.

Tajbert muss ins Krankenhaus

Mit einem Besuch im Krankenhaus endete der Kampfabend in Rostock für Witali Tajbert.

Beim alten und neuen WBC-Weltmeister im Superfedergewicht musste ein Cut am linken Augenlid in der Nacht mit sieben Stichen genäht werden.(Alle Box-News)

Trotz der Verletzung, die der Mexikaner Hector Velazquez dem Stuttgarter mit einem unbeabsichtigten Kopfstoß in der zweiten Runde beigebracht hatte, kam Tajbert zu einem klaren Sieg gegen den Herausforderer.

Abbruch in Runde zehn

"Der Cut hat mich sehr stark behindet. Das Sichtfeld war stark eingeschränkt, zudem hatte ich Angst, dass die Verletzung schlimmer wird", sagte Tajbert drei Tage vor seinem 28. Geburtstag.

Ringarzt Walter Wagner hatte den Kampf in der Pause zur zehnten Runde wegen der Verletzung abgebrochen.

Zu diesem Zeitpunkt führte Tajbert einstimmig bei allen drei Punktrichtern (88:82, 88:83, 87: 83).

Kritik von Universum

Nach Einschätzung von Dietmar Poszwa von der Universum-Geschäftsleitung kam die Entscheidung zu spät: "Man hätte den Kampf früher abbrechen können. Die Gesundheit des Boxers war gefährdet."

Für Tajbert war es der 20. Sieg im 21. Profikampf. Weltmeister war er im vergangenen November durch einen Sieg gegen den Mexikaner Humberto Mauro Gutierrez geworden.

Nach der klaren Entscheidung zu Gunsten Tajberts zeigte man sich im Umfeld von Velazquez überrascht, der Boxer selbst zollte dem Titelverteidiger aber Respekt.

"Witali hat das Zeug zum großen Champion", sagte der erfahrene 35-Jährige: "Er muss sich nur noch auf verschiedene Stile einstellen."

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