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Felix Sturm feiert gegen Randy Griffin seinen 30. Sieg als Boxprofi © getty

Der WBA-Weltmeister Felix Stum besiegt in Halle/Westfalen Randy Griffin im zweiten Anlauf und fordert jetzt den Berliner Arthur Abraham heraus. Vorher wartet aber noch ein anderer Herausforderer auf ihn.

Halle/Westfalen - Kurz nach 1.00 Uhr in der Nacht zum Sonntag liefen sie sich über den Weg.

Vor dem VIP-Zelt im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen trafen sich Felix Sturm und Lukas Podolski.

Glückwunsch, Schulterklopfen, Small Talk - viel zu sagen hatten sich der Box-Weltmeister und der Fußball-Nationalspieler nicht.

Aber man begegnete sich auf Augenhöhe und mit Respekt. Sturm ist in den Reihen der deutschen Sport-Prominenz angekommen.

Mit seinem Punktsieg über den US-Amerikaner Randy Griffin im Kampf um den WM-Titel des Verbandes WBA hat der 29 Jahre alte Leverkusener bewiesen, dass er zu den absoluten Topleuten im Mittelgewicht gehört. Werbung

Scharte ausgewetzt

"Das war mein bester Kampf nach dem Fight gegen Oscar de la Hoya", sagte er. Die Scharte vom Unentschieden im ersten Treffen mit Griffin im Oktober ist ausgewetzt.

"Er hat gezeigt, dass er zu Recht Weltmeister ist, erklärte Trainer Michael Timm, "er hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben."

Weniger Schlagkraft als Abraham

Allerdings hat der Leverkusener gegenüber seinem deutschen Kontrahenten und IBF-Weltmeister Arthur Abraham den Nachteil, über weniger Schlagkraft zu verfügen.

Der Berliner hätte Griffin wohl spätestens bei drei Volltreffern in der elften Runde ausgeknockt. "Arthur und Kelly Pavlik sind der Maßstab", sagte Sturm, "wer die Nummer eins werden will, muss gegen sie boxen. Ein Turnier wäre super."

Deutsches Duell kaum vorstellbar

Dagegen stehen allerdings die Promoter-Interessen. Das deutsche Duell mit Abraham ist kaum vorstellbar. "Der Kampf gegen Pavlik ist leichter zu finanzieren", sagte Manager Klaus-Peter Kohl, "da hat man noch Fernsehgeld von HBO dabei."

Abrahams Promoter Wilfried Sauerland verhandelt zwar schon mit dem Management des WBC/WBO-Champions und US-Superstar Pavlik, möglicherweise ist aber gerade die größere K.o.-Quote von Abraham ein Argument für Sturm.

"Pavlik wird bis auf den Mond laufen, um nicht gegen Abraham boxen zu müssen", sagte ein amerikanischer Box-Experte.

Sturm dominiert

Beweglich, aktiv, immer wieder mit der starken linken Führhand punktend, Körper-Kopf-Kombinationen und einige Volltreffer mit der Rechten - Sturm dominierte den Großteil des Kampfes gegen Griffin.

Das 3:0-Punkturteil (116:113, 116:112, 118:110) ging völlig in Ordnung, auch wenn der Verlierer klagte: "Dieser Kampf war viel näher am Unentschieden als der erste. Ich hoffe auf eine dritte Chance."

Keine dritte Chance

Aber die wird es nicht geben. Als sich Sturm von den 5500 Zuschauern bejubeln ließ, applaudierte auch Sebastian Sylvester.

Der Europameister aus Greifswald ist von der WBA zum nächsten Pflichtherausforderer bestimmt worden. Binnen 120 Tagen muss der Kampf stattfinden. "Ich bin nicht beeindruckt", sagte der 27-Jährige, "Griffin hat den Fehler gemacht, dass er Adnan seinen Stil hat boxen lassen, statt ihn unter Druck zu setzen."

Sylvester nennt ihn Adnan

Konsequent nennen Sylvester und sein Management vom "Wiking Box-Team" den gebürtigen Bosnier mit deutschem Pass bei seinem Geburtsnamen Adnan Catic.

Bis an die Grenze des Nationalismus betonen die Vorpommern die Herkunft von Sturms Familie. Das führte nun auch zu einem geschmacklosen "Karikaturen-Streit" mit als Anzeigen bezahlten Zeichnungen im Fachblatt "Box-Sport".

"Stürmchen" wurde dort vor Angst zitternd mit einer Meister-Schärpe dargestellt, auf der "Made in Bosnia" steht.

Obszöne Geste?

Der ein oder andere im Publikum glaubte, eine obszöne Geste von Sturm in Richtung Sylvester gesehen zu haben, als der Weltmeister nach dem Fight auf den Seilen stand.

Die Stimmung jedenfalls ist bereits angeheizt. "Für Deutschland ist das ein interessanter Kampf", sagte Sturm, "meine Ambitionen sind aber höher. Ich möchte gegen die Besten der Welt boxen."

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