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Vitali Klitschko ging in 41 Profi-Kämpfen 39 Mal als Sieger aus dem Ring © getty

Im Interview der Woche spricht Vitali Klitschko über den Kampf gegen Sosnowski, das harte Training und seine Pläne nach dem Boxen.

Von Jürgen Blöhs

München/Gelsenkirchen - Am 29. Mai steigt Vitali Klitschko zum 42. Mal als Profi in den Ring.

Statt Nikolai Walujew, dessen Manager Don King finanziell zu hoch gepokert hatte, wird der Ukrainer seinen WBC-Titel gegen Albert "The Dragon" Sosnowski verteidigen.

Der Pole ist der großen Öffenlichkeit zwar eher unbekannt, aber auf Grund der Erfahrung von 48 Profi-Fights, von denen er 45 gewann, ein durchaus ernstzunehmender Gegner.

"Sosnowski ist ein sehr starker und erfahrener Gegner. Er hat sogar mehr Profikämpfe absolviert als ich. Es wird ein sehr schwerer Kampf", so "Dr. Eisenfaust" zu SPORT1.

"Werde als Weltmeister den Ring verlassen"

Und der 31-Jährige zeigt sich im Vorfeld des Kampfes selbstbewusst: "Vitali hat seinen Zenit überschritten. Er wird es bereuen, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben."

Das sieht Klitschko ganz anders und verspricht: "Für mich gibt es keinen Zweifel, dass ich den Ring als Weltmeister verlassen werde!"

Und den Titel will der 38-Jährige noch eine Weile behalten: "Ich spüre, dass ich noch einige große Kämpfe in mir habe", denkt Klitschko noch lange nicht ans Ende seiner Karriere und hofft, dass der Kampf gegen den russischen Hünen doch noch zustande kommt: "Es gibt noch ein paar Gegner, die sicherlich interessant sind, zum Beispiel ein Nikolai Walujew." (Alle Box-News)

Im Interview der Woche spricht Vitali Klitschko über den Kampf gegen Sosnowski, das harte Trainingslager und seine Pläne nach der Boxkarriere.

SPORT1: Herr Klitschko, wo sehen Sie die Stärken ihres Gegners und was dürfen die Fans von dem Kampf in der Veltins Arena erwarten?

Vitali Klitschko: Albert Sosnowski ist ein sehr starker und erfahrener Gegner. Er hat sogar mehr Profikämpfe absolviert als ich. Für Sosnowski ist der Kampf gegen mich die Chance seines Lebens. Ich habe in seinen Augen gesehen, dass er mir meinen Titel entreißen will. Es wird ein sehr schwerer Kampf, aber für mich gibt es keinen Zweifel, dass ich den Ring als Weltmeister verlassen werde!

SPORT1: Sie werden im Juli 39 Jahre alt, wurden in ihrer Karriere immer wieder mal durch Verletzungen ausgebremst, haben 2005 bis Ende 2008 nicht gekämpft. Wie schwer fällt es Ihnen, sich von Fritz Sdunek im Trainingslager "quälen" zu lassen?

Klitschko: Ich genieße es richtig, im Trainingslager zu sein. Ich habe ein sehr professionelles Team, mit dem ich perfekt zusammenarbeiten kann. Und Fritz Sdunek ist nicht nur mein Trainer, er ist ein ganz besonderer Mensch und Freund für mich.

SPORT1: Haben Sie sich eine Grenze gesetzt, wie lange Sie noch kämpfen wollen und gibt es noch Wunschgegner

Klitschko: Ich fühle mich topfit und habe keinerlei gesundheitliche Probleme. Ich spüre, dass ich noch einige große Kämpfe in mir habe, aber es ist auch klar, dass ich nicht noch mit 45 Jahren im Ring stehen werde. Es gibt noch ein paar Gegner, die sicherlich interessant sind, zum Beispiel ein Nikolai Walujew.

SPORT1: Was unterscheidet den Vitali Klitschko 2010 von dem zu Beginn seiner Karriere?

Klitschko: Erfahrung spielt eine enorm große Rolle. Das ist im Ring genauso wie außerhalb. Ich habe schon 41 Profi-Kämpfe bestritten und gehe heute mit sehr viel größerem Selbstbewusstsein in die Kämpfe.

SPORT1: Sie sind Profiboxer, Geschäftsmann, Politiker, sozial engagiert (Laureus- und UNESCO-Botschafter). Wie bringen Sie das unter einen Hut, und wo wird nach der Box-Karriere ihr Schwerpunkt liegen?

Klitschko: Mein Terminkalender ist in der Tat sehr voll, aber alle Sachen, die ich mache, mache ich mit Herzblut und habe viel Spaß dabei. Nach der Box-Karriere möchte ich mich verstärkt politisch in der Ukraine engagieren. Das Land ist auf einem guten Weg, aber es muss noch viel passieren und ich möchte dabei mithelfen.

SPORT1: Angenommen, man würde Ihnen ein Ministeramt anbieten... Würden Sie als "Weltbürger" dafür zurück in die Ukraine gehen und sich ganz auf das Amt konzentrieren?

Klitschko: Das ginge gar nicht anders. Ein Ministeramt ist eine sehr hohe Aufgabe, die einen zu 100 Prozent fordert. Es wäre schwierig, solch ein Amt aus der Entfernung auszufüllen. Zurzeit stellt sich die Frage aber nicht.

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