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Sebastian Sylvester (r.) gewann 33 seiner 36 Profikämpfe © imago

Sebastian Sylvester will sich seine nahende Hochzeit nicht durch einen Verlust seines WM-Titels gegen Karmazin vermiesen lassen.

Neubrandenburg - Eigentlich müsste Sebastian Sylvester am 9. Juli seine Diana im Jahnsportforum von Neubrandenburg ehelichen.

Dort feierte der Box-Weltmeister aus Greifswald schließlich seine größten Erfolge; der "Hurrikan" ist ein Volksheld in Vorpommern und dem östlichen Mecklenburg.

Da ist es kein Wunder, dass er die Pflichtverteidigung seines IBF-Titels im Mittelgewicht am Samstag (23.15 Uhr) gegen den Russen Roman Karmazin wieder in seinem "Wohnzimmer" bestreitet, bevor nach dem Schlussgong die Hochzeitsglocken läuten sollen: "Ich will und werde als Weltmeister heiraten." (Alle Box-News)

"Meine Hochzeit vermiest mir Karmazin nicht"

Genau an seinem 30. Geburtstag will Sylvester seiner Braut das Ja-Wort geben. "Meine Hochzeit vermiest mir Karmazin nicht", sagte der Champion, der zum fünften Mal von seinen letzten sieben Kämpfen in Neubrandenburg in den Ring steigen wird.

Damit auch gar nichts schiefgehen kann, musste Diana zuletzt reichlich oft auf die Zuneigungen ihres Verlobten verzichten.

"Ich habe mich mit Trainer Karsten Röwer zehn Wochen am Stück im Trainingslager Güstrow auf diesen Kampf vorbereitet", sagte Sylvester: "Meine Kondition ist so gut wie vielleicht noch nie."

Karmazin will Geschichte schreiben

Gegner Karmazin ist bereits 37 Jahre alt und konnte sich durch einen K.o.-Sieg über den Kolumbianer Dionisio Miranda als Herausforderer qualifizieren.

Der gebürtige St. Petersburger hat immerhin 26 seiner 40 Siege vorzeitig errungen und gilt deshalb als harter Schläger. "Ich bin nach Deutschland gekommen, um wieder Champion zu werden", sagte er an.

2007 war er bereits einmal Weltmeister im Halbmittelgewicht. Er hat sich ohne Trainer vier Monate in Kasachstan und St. Petersburg fit gemacht um ein kleines Kapitel russische Boxgeschichte zu schreiben: "Wenn ich mir jetzt den Mittelgewichtstitel hole, bin ich der erste Russe, der in zwei Gewichtsklassen einen WM-Gürtel besitzt. Ich glaube, meine Chancen sind groß."

"Er ist brandgefährlich"

Trainer Röwer warnt seinen Schützling deshalb eindringlich vor dem Veteranen aus Russland, der allerdings längst in Los Angeles wohnt und nur drei von 44 Kämpfen verloren hat.

"Karmazin ist brandgefährlich und hat eine variable Führhand. Sebastian muss dass umsetzen, was wir trainiert haben", sagte der Coach: "Dann wird er am Samstag den Ring als Sieger verlassen." Und dann Diana als Champion ein goldenes Schmuckstück über den Finger streifen.

Ross fordert Huck-Bezwinger

Vor dem Kampf von Sylvester steigt ein weiterer WM-Kampf.

Um den vakanten IBF-Titel im Cruisergewicht kämpfen Ex-Champion Steve Cunningham (USA) und der Kanadier Troy Ross. Der 33 Jahre alte Cunningham wird mittlerweile von Wilfried Sauerland promotet.

Er ist der einzige Boxer, der Sauerlands WBO-Champion Marko Huck schlagen konnte. Sollte der Amerikaner den Titel gewinnen, plant Sauerland im Cruisergewicht ein Super-Six-Turnier, wie es zurzeit mit großem Erfolg im Supermittelgewicht mit Arthur Abraham läuft.

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