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Wilfried Sauerland löste in den 90er Jahren den Boxboom in Deutschland aus © getty

Der Box-Promoter ist erst der zweite Deutsche, dem diese Ehre zuteil wird. Einziger Wermutstropfen: Er verpasst das DFB-Team.

Canasota/New York - In seinen Gedanken war Wilfried Sauerland am Sonntag auch ein wenig bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, aber der persönliche Triumph entschädigte natürlich dafür, nicht beim Auftaktsieg der Kicker bei der WM dabeigewesen zu sein.

Exakt zu dem Zeitpunkt, als das deutsche Team Australien einen 4:0-K.o. verpasste, wurde der deutsche Box-Promoter in Canastota als zweiter Deutscher nach Max Schmeling in die legendäre Boxing Hall of Fame aufgenommen (Alle Box-News).

"In einer Reihe mit den Größten unseres Sports stehen zu dürfen, ist einfach unglaublich", sagte der 70-Jährige strahlend.

Fußball-News per SMS

Über die Ereignisse in Durban ließ sich Sauerland per SMS auf dem Laufenden halten, während er bei der "Champions Parade" an der Seite seiner Frau Jochi in einem offenen Cadillac durch Canastota rollte.

Bejubelt von tausenden Zuschauern, die einen Blick auf die Größen des Boxsports werfen und sie feiern wollten. "Das ist ein ganz besonderer Tag für mich, den ich nie vergessen werde", sagt Sauerland.

Zahlreiche Boxstars anwesend

Die Feierlichkeiten in dem nur rund 5000 Zuschauer kleinen Städtchen in Upstate New York begannen traditionell bereits am Donnerstag.

Der Ort wird in den vier Tagen Mitte Juni jährlich zum absoluten Mekka das Faustkampfes, und auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Boxstars persönlich anwesend.

Beim Gala-Dinner am Samstagabend waren neben der "deutschen Delegation" unter anderem der ehemalige Ali-Trainer Angelo Dundee und die Ex-Weltmeister Ken Norton, Tyson-Bezwinger James Douglas und Tommy Morisson dabei.

Sauerland enthüllt Hucks Gegner

Sauerland hatte neben seiner Frau auch seine Söhne Kalle und Nisse an seiner Seite.

Außerdem präsentierte er seine Cruisergewichtsweltmeister Marko Huck und Steve Cunningham. Bei der Gelegenheit gab Sauerland gleich den Namen von Hucks Gegner bei der Verteidigung des WBO-Titels am 21. August in Erfurt bekannt: Es wird der US-Amerikaner Matt Godfrey.

"Das hätte ich nicht zu träumen gewagt"

"Als ich vor über 30 Jahren ins Boxen eingestiegen bin, hätte ich das hier niemals zu träumen gewagt", sagte Sauerland, "mein Dank gilt unseren Boxern, den Trainern, dem gesamten Team und meiner Familie, ohne die ich es nie so weit gebracht hätte."

Nisse und Kalle sind mitlerweile in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und arbeiten in der Firma mit.

Sauerland löste Boxboom aus

Als Boxveranstalter trat Sauerland erstmals am 30. September 1978 in Sambia in Erscheinung.

Später richtete er unter anderem die Kämpfe von Rene Weller, Graciano Rocchigiani, Henry Maske, Axel Schulz und Sven Ottke aus.

Insbesondere durch die Kämpfe von Maske und Schulz begründete er in den neunziger Jahren den deutschen Boxboom.

"30 Jahre auf höchstem Niveau"

"Sauerland gehört zu den Größten unseres Sports, und wir freuen uns, ihm mit der Aufnahme in die Hall of Fame ein Denkmal gesetzt zu haben", sagte Ed Brophy, der Präsident der Ruhmeshalle, "er arbeitet seit über 30 Jahren auf allerhöchstem Niveau."

Auch Angelo Dundee lobte Sauerlands Verdienste: "Er gehört zu den besten Promotern der Welt, er hat seinen Platz in der Hall of Fame verdient."

Wahlheimat Kapstadt

Am Montag nach der Feier saß Sauerland dann mit seiner Ehefrau in einer Maschine nach Kapstadt, wo er einen festen Wohnsitz hat.

Den Hobbygolfer und Fußballfans zog es in seine Wahlheimat.

Er hat zu seinem 70. Geburtstag im Februar Karten für das Halbfinale in Kapstadt geschenkt bekommen und fiebert nun umso mehr mit dem deutschen Team: "Ich hoffe sehr darauf, ein deutsches Halbfinale zu sehen."

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