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Ina Menzer (r.) verlor im 27. Profi-Kampf ihrer Karriere zum ersten Mal © imago

Die Weltmeisterin verliert ihre Titel an die Nummer Eins der Rangliste. Der neue Champion steht einem Rematch positiv gegenüber.

Stuttgart - Die Nase verbeult, die rechte Augenbraue aufgerissen, die Haare völlig zerzaust: Ina Menzer stand nach der wilden Keilerei wie ein geprügelter Hund im Ring.

"Ich muss mich bei meinem Trainer und meinen Fans für die Leistung entschuldigen. Das war eine schwache Vorstellung. Es tut mir leid", sagte die 29 Jahre Mönchengladbacherin, nachdem sie von der Kanadierin Jeannine Garside unsanft vom Box-Thron gestoßen worden war.

Federgewichtlerin Menzer war in Stuttgart über zehn Runden vollkommen chancenlos gegen ihre Herausforderin, verlor einstimmig nach Punkten und musste ihre drei Weltmeistertitel der Verbände WBC, WIBF und WBO abgeben.

Für Menzer, die in der letzten Runde sogar einen Niederschlag hinnehmen musste, war es zudem die erste Niederlage im 27. Profikampf nach zuvor 26 Siegen.

Straßenkampf statt WM-Fight

"Ich bin sehr enttäuscht und traurig. Aber das war einfach nicht mein Tag, ich bin mit dieser Gegnerin einfach nicht zurecht gekommen", erklärte Menzer nach dem heftigen Schlagabtausch ohne technische Feinheiten, der eher an einen Straßenkampf als einen WM-Fight erinnerte.

Die eigentlich als gute Technikerin bekannte Menzer, die im Trikot der deutschen Fuball-Nationalmannschaft in den Ring stieg, kam mit den Attacken der hart schlagenden Kanadierin nicht zurecht (Alle Box-News).

"Ich habe keine Linie gefunden", meinte Menzer, die sich am 22. Oktober 2005 zur Weltmeisterin gekrönt hatte und in Stuttgart ihren 17. WM-Kampf bestritt.

Garside stimmt Rematch zu

Der 18. WM-Kampf soll nach dem Willen von Menzer aber schon bald folgen. "Jeannine hat verdient gewonnen. Ich hätte aber natürlich gern das Rematch, um zu beweisen, dass ich es doch besser kann", sagte die Kämpferin des Universum-Boxstalls.

Promoter Klaus-Peter Kohl forderte ebenfalls die Möglichkeit zur Revanche: "Ina kann mehr, als sie diesmal gezeigt hat. Das Rematch wäre ein großartiger Kampf."

Die 32 Jahre alte Garside, die ihren Status als Nummer eins der unabhängigen Computer-Rangliste boxrec.com eindrucksvoll untermauern konnte, willigte spontan in ein erneutes Duell ein: "Durch den Sieg ist für mich ein Traum wahr geworden. Ina ist eine großartige Boxerin. Ich habe nichts gegen ein Rematch."

Arslan in die Klinik

Seinen vielleicht letzten Kampf hat dagegen der frühere Weltmeister Firat Arslan (Süßen) absolviert. Der Cruisergewichtler erlitt bei seinem Comeback-Kampf gegen den Franzosen Steve Herelius einen Kreislaufzusammenbruch.

Arslan konnte immerhin bereits am Sonntagvormittag das Stuttgarter Katharinenhospital, in das in der Nacht zum Sonntag eingeliefert worden war, wieder verlassen.

Zusammenbruch in der 11. Runde

Der 39-Jährige brach bei seiner Rückkehr in den Boxring nach einer rund 21-monatigen Kampfpause nach der elften Runde zusammen.

Der Deutsch-Türke, der gegen Herelius um das Recht der WM-Herausforderung des Verbandes WBA kämpfte, musste noch im Ring behandelt werden und wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht.

Ob Arslan seine Karriere fortsetzen wird, ist noch offen. "Ich werde nicht sagen, was ich ihm empfehle", erklärte Kohl.

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