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Sturm besiegte bei seinem letzten Kampf im Juli 2009 Khoren Gevor nach Punkten © getty

Felix Sturm nimmt sich die Klitschkos zum Vorbild und die Geschicke selbst in die Hand: Der WBA-Champion promotet sich von nun an selbst.

Köln - Profibox-Weltmeister Felix Sturm ist endlich Herr im eigenen Haus, promotet seine Kämpfe wie die Gebrüder Klitschko zukünftig selbst.

Und einen ersten Erfolg kann er bereits vorweisen.

Für den Neustart des WBA-Champs im Mittelgewicht am 4. September in der Arena in Köln gegen den voraussichtlichen Gegner Mexikaner Marco Antonio Rubio hat Sturm einen TV-Partner gefunden.

"Es war ein langer Weg. Aber die Klitschkos haben fünf Jahre gebraucht. Nun fühle ich mich zu tausend Prozent frei", sagte der WBA-Champion im Mittelgewicht auf einer Pressekonferenz.

Vorbereitung mit Sdunek

Gegen den 30 Jahre alten Rubio lässt sich der Champ nun von Fritz Sdunek vorbereiten (Alle Box-News).

Der 63 Jahre alte Coach von Schwergewichtschamp Witali Klitschko, noch etwas gehandicapt durch die zweite Hüft-OP, saß auch auf dem Podium.

Beide kennen sich aus Leverkusener Amateurtagen, damals hieß Felix Sturm noch Adnan Catic.

Fast zehn Kilo Gewicht verloren

Aber der 31 Jahre alte Weltmeister wirkte blass und nicht wie einer, der die Ketten gesprengt und sich von Universum und Klaus-Peter Kohl getrennt hat 128184(Bilder: Sturm gegen Ghevor).

Das kann einerseits am harten Training im eigenen Gym an der Bonner Straße in Köln liegen. Sieben Wochen hat er schon in den Knochen, sich von 86,5 auf 77 Kilogramm runtergekocht.

Sturm-Fights bringen Quote

Ursache könnte aber auch die Bürde seines neuen Lebens sein. "Dieser Kampf wird für mich richtungweisend. Ich hatte eine 14-monatige Pause. Jeder fragt sich, ob ich es noch drauf habe. Daran werde ich gemessen. Es wird der wichtigste Kampf in meiner Karriere", sagte der Fighter mit bosnischen Wurzeln.

In der Tat: Die Vereinbarung mit dem TV-Sender gilt vorerst für den Fight in Köln. Sturm hat solide Quoten abgeliefert, die im Bereich von fünf bis sieben Millionen Zuschauern lagen.

Aber so etwas kann im Boxen mit einem Schlag vorbei sein, sollte der Jung-Unternehmer zum Beispiel seine Krone verlieren.

Klitschkos als Vorbild

Aber daran verschwendet er keinen Gedanken ("Ich befinde mich in toller Verfassung"). Zu groß ist die Freude über die Unabhängigkeit, die die Klitschkos sich vor Jahren schon erkämpft hatten.

Heute machen die Brüder mit Open-Air-Events in Reihe große Kasse.

Sturm kauft sich frei

Sturm hatte 2009 bei Universum gekündigt, Kohl seinerseits auf die Erfüllung des bis 2012 laufenden Kontraktes gepocht. Die Angelegenheit endete in einem Vergleich, Sturm kaufte sich quasi frei.

Die Höhe der Abfindung für Kohl soll zwischen 1,5 Millionen Euro und den von Sturm zuletzt gebotenen 800.000 Euro liegen. "Wir haben den Vergleich gewählt, um Rechtssicherheit zu haben", sagte Sturm.

Plan B: Titelvereinigung

Unsicherheit gibt es allerdings noch über Gegner Rubio, der den Kampfvertrag noch nicht unterschrieben zurückgeschickt hat.

Unternehmer Sturm will bis Montag Klarheit schaffen und hat vorgesorgt. "Wir haben einen großen Trumpf in der Hinterhand. Wenn es mit Rubio nicht klappt, kommt es zu einer Titelvereinigung", sagte der Weltmeister, dem nach eigenen Angaben eine schriftliche Zusage vorliegt.

Champions der Konkurrenz-Verbände sind Sebastian Sylvester aus Greifswald (IBF) und der Argentinier Sergio Gabriel Martinez (WBC).

Der Titel der WBO ist vakant.

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