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Sebastian Zbik hat bislang alle 28 Profi-Kämpfe gewonnen, zehn durch K.o. © getty

Sebastian Zbik verteidigt seinen Interims-WM-Titel gegen Jorge Heiland. Danach verschwinden Klaus-Peter Kohls Kämpfer aus dem TV.

Hamburg - Mit einer Boxnacht in der Heimachtstadt der Universum Box-Promotion endet am Samstag die große Epoche des deutschen Renommier-Boxstalls.

Dabei verteidigt Sebastian Zbik (Schwerin) als Hauptkämpfer seinen Interims-WM-Titel des WBC im Mittelgewicht gegen Jorge Sebastian Heiland (Argentinien). (Alle Box-News)

Im Supermittelgewicht steht ein WM-Kampf der WBA zwischen Dimitri Sartison (Hamburg) und Khoren Gevor (Armenien) an. Das "ewige Talent" Sascha Dimitrenko boxt um die Europameisterschaft.

Jährlich rund 20 Millionen vom "ZDF"

Kein schlechtes Programm. Aber eben auch kein Vergleich zu Zeiten, als Regina Halmich, Dariusz Michalczewski, Felix Sturm und die Klitschko-Brüder für Universum in den Ring stiegen.

Die Zeiten der hohen Einschaltquoten ist vorbei, der Fernseh-Vertrag mit dem "ZDF" nach acht Jahren ausgelaufen.

Rund 20 Millionen Euro pro Jahr war den Mainzelmännchen das Engagement

wert, Geld, das die Gebührenkasse nun nicht mehr hergibt.

Keine Schadenfreude von Sauerland

Dem deutschen Boxmarkt fehlen damit zwölf Veranstaltungen pro Jahr.

Die "ARD" mit ihrem Partner Wilfried Sauerland hat mit ihren zehn Kampfabenden ein Monopol im öffentlich-rechtlichen TV.

Der Berliner Promoter hat noch einen Vertrag bis 2015, Schadenfreude über das Schicksal seines langjährigen Kontrahenten empfindet er aber nicht: "Es ist immer schade, wenn ein Boxstall nicht weitermacht."

"Wir werden uns dem Markt anpassen"

Das aber will Promoter Klaus-Peter Kohl auf jeden Fall. Der 66-Jährige übernimmt wieder die Geschäftsführung des Unternehmens, das er vor 26 Jahren gegründet hat.

"Wir haben noch viel vor", verkündet der Hamburger Gastro-Unternehmer, "wir werden uns dem Markt anpassen und unter völlig neuen Strukturen weitermachen."

Immerhin hat er erst in der letzten Woche Schwergewichtler Juan Carlos Gomez wieder bei sich aufgenommen, der nach Differenzen mit Promoter Ahmet Öner den Arena Boxstall verlassen hat.

Boxer und Trainer sind als freie Unternehmer bei Universum beschäftigt und belasten nicht das Gehaltskonto.

Brähmer glaubt an die Zukunft

Zahlreiche andere Mitarbeiter aus der Verwaltung sind dagegen gekündigt. Seinen Sportlern scheint Kohl inzwischen sein Konzept dargelegt zu haben.

"Ich mache mir über die Zukunft keine Sorgen", sagt Halbschwergewichts-Weltmeister Brähmer: "Ich glaube, dass Universum so viel Potenzial hat, dass es auf jeden Fall weitergeht."

Selbst Wilfried Sauerland glaubt, dass Kohl einen Weg finden wird, seinen Boxstall am Leben zu erhalten: "Klaus-Peter Kohl hat uns schon oft mit Ideen überrascht."

Bis diese Ideen veröffentlicht werden, herrscht allerdings weiter Rätselraten.

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