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Sebastian Zbik holte als Amateur 2002 in Perm Bronze bei der Europameisterschaft © getty

Aufatmen nach Sebastian Zbiks Punktsieg im Interims-WM-Fight gegen Heiland: Universum-Chef Kohl schmiedet wieder große Pläne.

Hamburg - Die Erleichterung war allen Beteiligten deutlich anzumerken. Steine fielen vom Herzen.

Sebastian Zbik hat in der Nacht zum Sonntag in Hamburg nicht nur seinen Interims-Titel des Verbandes WBC im Supermittelgewicht gegen Jorge Sebastian Heiland (Argentinien) erfolgreich verteidigt, der Schweriner hat auch einen entscheidenden Schritt zum Weiterbestehen des Universum-Box-Stalls geschafft. (Alle Box-News)

"Ich bin überzeugt davon, dass wir jetzt den richtigen Weg gehen werden", sagte der 28-Jährige nach seinem einstimmigen Punktsieg.

Keine durchschlagende Wirkung

"Zbiker" ist jetzt der Pflichtherausforderer von Weltmeister Sergio Gabriel Martinez (Argentinien). Dafür muss er sich aber noch gewaltig steigern.

Gegen den ununterbrochen anlaufenden Heiland traf er zwar präzise bei seinen Kontern mit Geraden und Aufwärtshaken, durchschlagende Wirkung erzielte er aber nicht, der Kampf wurde hinten heraus langweilig.

"Ich wollte alles besonders gut machen", sagte Zbik: "Wenn ich meinen Stil zwölf Runden durchhalte, wird es auch für Martinez nicht einfach."

Kohl macht erst mal Urlaub

Der Hamburger Dimitri Sartison verteidigte auf der gleichen Veranstaltung seinen WM-Titel der WBA im Supermittelgewicht durch einen einstimmigen Punktsieg gegen den Armenier Khoren Gevor.

Mit Abstand der packendste Fight vor den nur rund 3500 Zuschauern, die in den Hamburger Schulferien den Weg in die Arena gefunden hatten.

Universum-Chef Klaus-Peter Kohl hält im Kampf um die Zukunft nun weitere Trümpfe in der Hand. Am Ende einer Ära ging der Blick des 66 Jahre alten Geschäftsmanns deshalb schon wieder optimistisch nach vorne: "Ich werde jetzt zwei Wochen Urlaub machen, und dann werden wir die Weichen stellen."

"ZDF" schlägt Sparkurs ein

Es war die 109. und letzte Veranstaltung, die Universum mit dem "ZDF" austrug.

Acht Jahre übertrugen die "Mainzelmännchen" die Kämpfe des Hamburger Stalls, jährlich rund 20 Millionen Euro überwiesen sie dafür und sicherten damit die finanzielle Basis für das Unternehmen. Vorbei, der Vertrag lief aus und wurde nicht verlängert.

Ohne Moos ist eben auch beim ZDF nichts los: "Es waren ausschließlich wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung auf Ebene der Geschäftsleitung ausschlaggebend", sagte "ZDF"-Sportchef Dieter Gruschwitz: "Es waren keine Gründe gegen das Boxen."

Neue Vermarktungsmodelle

Gastronomie-Millionär Kohl, der mit Box-Veranstaltungen vor 26 Jahren als Hobby begonnen hatte, hat die neue Herausforderung aber doch noch einmal angenommen. (Juan Carlos Gomez wieder bei Universum)

"Ich habe überlegt, den Laden dicht zu machen", gab er in der Nacht auf der VIP-Party zu: "Ich habe mit Universum schließlich alles erreicht."

Aber es reizen neue Vermarktungsmodelle und Ideen. Erstmals am Sonntag wurden User des Universum-iPhone-Apps aufgefordert, den bislang freien YouTube-Kanal des Unternehmens zu abonnieren.

Nächster Coup bahnt sich an

Seit Wochen redet er gemeinsam mit seinem Juniorpartner und Schwiegersohn Dietmar Poszwa von Verhandlungen mit potenziellen Partnern: "Wenn alles klappt, können wir größer werden, als wir schon waren."

Drei Kämpfe an dem Abend wurden bereits in 3D produziert. "Wir werden unsere Entscheidung zu gegebener Zeit bekannt geben", so der Universum-Boss.

Es ist nicht mal mehr ausgeschlossen, dass Kohl den für Ende Oktober/Anfang November anstehenden Kampf von Zbik gegen Martinez mit einem neuen Partner nach Deutschland holt: "Warum denn nicht?", sagt er und seine Augen blitzen wie immer, wenn er sich eines Coups sicher ist.

Es scheint im Boxen so zu sein wie in der Astro-Physik: Das Universum hat kein bekanntes Ende.

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