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Shannon Briggs war von 2006 bis 2007 WBO-Weltmeister © getty

Der US-Herausforderer droht Vitali mit einem 30-Sekunden-K.o. Der Ukrainer ist laut Briggs verantwortlich für sein Comeback.

Von Martin Hoffmann

München - Vitali Klitschko hat es sich selbst eingebrockt.

Sein nächster Gegner Shannon Briggs wäre im Ruhestand geblieben, hätte es da nicht diese Begegnung mit dem 39 Jahre alten Ukrainer gegeben.

So schilderte es der ein Jahr jüngere US-Herausforderer zumindest am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kiew.

Briggs wog damals über 150 Kilogramm und Vitali habe ihm bei einem Treffen in einem Restaurant in Los Angeles neckisch den Bauch getätschelt. Da habe er es noch einmal wissen wollen 282032(DIASHOW: Klitschko-Briggs-PK).

"Plätzchen, Donuts und Brathähnchen"

"Er hätte mich in Ruhe lassen sollen", meinte "The Cannon".

Klitschko habe ihn inspiriert, seinen damaligen "Ernährungsplan aus Plätzchen, Donuts und Brathähnchen" umzuwerfen und wieder in den Ring zu steigen.

Für den Schwergewichts-Fight am 16. Oktober in Hamburg verspricht Briggs dem WBC-Weltmeister nun, ihn zu einem "30-Sekunden-Opfer in der ersten Runde" zu machen.

Beste Zeit hinter sich

Ob das klappt, ist eher fraglich, auch wenn der New Yorker 31 seiner 58 Profikämpfe durch K.o. in der ersten Runde beendete.

Briggs steht im Ruf, seine beste Zeit hinter sich zu haben.

Spätestens seit seiner Niederlage 2007 gegen Sultan Ibragimov, welche die WBO-Regentschaft des bislang letzten US-Schwergewichts-Weltmeisters eines anerkannten Verbands beendete.

Briggs' Comeback 2009 verbesserte seinen angeknacksten Ruf nicht: Sein Gegner Marcus McGee gilt wie viele frühere Briggs-Kontrahenten als "Fallobst", außerdem wurde der K.o.-Sieg später revidiert, weil Briggs positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden war.

"Toller, aufregender Kampf voller Drama"

Das und die Tatsache, dass Briggs erst seine vierte Wahl als Herausforderer war, hinderte Klitschko nicht daran, den US-Amerikaner bei der PK in Kiew und einer weiteren einen Tag später in Hamburg in den Himmel zu hypen.

Einen "tollen, aufregenden Kampf voller Drama", verspricht Klitschko und bezeichnete Briggs ohne rot zu werden als einen der "ernsthaftesten Herausforderer auf den Titel".

Immerhin meinte Klitschko dann in Hamburg, dass er in dem Kampf eher an sich selbst scheitern könnte: "Vitali ist mein gefährlichster Feind und nicht der Gegner im Ring."

Ein Erste-Klasse-Ticket für den Gürtel

Doch so sehr umstritten Briggs' Qualitäten im Ring sind, so wenig sind es seine Qualitäten als Showman.

Bei den Presseterminen lieferte der seit seiner Geburt an Asthma leidende Briggs den Fotografen lässige Posen und den Schreibern flotte Sprüche.

So versprach er neben dem Blitz-K.o. außerdem:

"Wenn ich gewinne, werde ich auf dem Rückweg in die USA ein Erste-Klasse-Ticket nur für den Gürtel buchen."

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