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Felix Sturm hatte 14 Monate lang keinen Kampf bestritten © getty

Die Trennung von Universum geht für Felix Sturm nicht nach hinten los. Gegen Lorenzo hält er dem großen Druck stand.

Köln - Felix Sturm klatschte mit seinem Kumpel Lukas Podolski ab und ließ sich von 18.000 begeisterten Zuschauern in Köln auf den Ringseilen feiern (283601DIASHOW: Die Bilder des Kampfes)

Nach seinem erfolgreichen Comeback als Boxer und seiner Premiere als Promoter standen ihm Erleichterung und Stolz ins Gesicht geschrieben.

"Wir haben hier etwas organisiert, was uns so keiner zugetraut hätte. Das macht Hoffnung für die Zukunft", sagte der 31-Jährige nach seinem einstimmigen Punktsieg in seinem "neuen Wohnzimmer" gegen Herausforderer Giovanni Lorenzo.

Erster Kampf nach Ära Universum

Der Boxer Sturm hatte bei seinem Comeback überzeugt wie eh und je. Entscheidend war diesmal, dass auch der Jung-Unternehmer erfolgreich war. So redete der Mittelgewichtler aus Leverkusen nach 14-monatiger Kampfpause auch nicht über die erfolgreiche Verteidigung seines WM-Gürtels nach Version der WBA.

Zu wichtig war der Auftritt gegen den 29-Jährigen aus der Dominikanischen Republik aus geschäftlicher Sicht. Nach einem langwierigen Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Promoter Klaus-Peter Kohl und dessen Universum Box Promotion war es sein erster Kampf als eigenständiger Veranstalter.

Großen Druck gemeistert

Sturm ging mit seinem Schritt in die herbeigesehnte Selbstständigkeit, auch als junger Familienvater, ein Risiko ein.

"Man hat mir im Kampf die Nervosität angemerkt. Es war ein großer Druck, der auf mir lastete", sagte der sonst eher zurückhaltend und distanziert auftretende Champion.

Über 18.000 begeisterte Zuschauer in der Kölner Arena, darunter sein Kumpel Lukas Podolski und etliche weitere Fußball-Nationalspieler führten die Sorgen der Beteiligten ad absurdum.

Kontakte zu Öner

Ausruhen will sich Sturm auf seinem Anfangserfolg aber nicht. Schon im Dezember möchte er wieder im Ring stehen.

Der Verdacht liegt nahe, dass er dabei auf die Kontakte des umstrittenen Promoters Ahmet Öner baut, der schon in Köln im Sturm-Lager aufkreuzte und offensichtlich den Platz von Kohl eingenommen hat. (Alle Box-News)

Alleinige Konzentration aufs Boxen

Der Hauptdarsteller legte derweil wert auf die Tatsache, dass ihn seine Verpflichtungen als Veranstalter bei den Vorbereitungen auf den Kampf nicht gestört haben.

Er habe sich nur "einige Male informiert, wie die Vorbereitungen laufen".

Sich zu "110 Prozent" auf das Boxen zu konzentrieren, war offensichtlich die richtige Entscheidung. Nach 114 Sparringrunden hatte Sturm den Ringrost abgelegt und war gegen Lorenzo der technisch eindeutig bessere Boxer, ohne allerdings spektakulär zu agieren.

Lorenzo beschwert sich über Ringrichter

"Felix ist ein großer Champion. Ich musste viel Prügel einstecken", sagte ein gezeichneter Lorenzo und bedankte sich artig für die Chance auf ein Duell mit Weltmeister Sturm.

Dass er später auf der Pressekonferenz den Ringrichtern Befangenheit unterstellte und sich selbst als Sieger sah, gehört wohl zum üblichen Ballyhoo des Box-Geschäfts.

Köln als neues Wohnzimmer

Sturm konnten die kleinen Misstöne an diesem Abend die Zuversicht denn auch nicht nehmen: "Das Schöne ist, ich habe nichts verlernt und noch einige Reserven. Ich bin erst bei 70 bis 75 Prozent. In Zukunft wird es noch besser laufen."

Und wo die Zukunft liegen soll, machte er auch gleich deutlich. "Köln ist mein neues Wohnzimmer. Mindestens einmal im Jahr möchte ich hier boxen." Die Entscheidung darüber trifft der Unternehmer Sturm.

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