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Vitali Klitschko wurde 1999 durch einen K.o.-Sieg über Herbie Hide erstmals Weltmeister © getty

Vitali Klitschko erklärt bei SPORT1, dass er und Wladimir zu stark für die Szene seien. Er verspricht gegen Briggs einen K.o.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - Am 16. Oktober steigt Vitali Klitschko nach elf Jahren wieder einmal in Hamburg in den Ring.

Vor 14 Jahren hatte der Ukrainer seine Profi-Karriere mit einem K.o. in der zweiten Runde über Tony Bradham in der Hansestadt begonnen.

"Damals habe ich davon geträumt, Weltmeister zu werden", erinnert er sich: "Jetzt kehre ich als Weltmeister zurück. Das macht mich sehr stolz."

Mittlerweile hat Klitschko 42 Profi-Fights absolviert. 38 seiner 40 Siege feierte "Dr. Eisenfaust" vorzeitig - eine Quote von über 90 Prozent.

Duell der K.o.-Könige

Auch Gegner Shannon "The Cannon" Briggs ist bekannt dafür, sich nicht lange bei der Arbeit aufzuhalten: 45 Mal in 57 Kämpfen erlebten seine Gegner den Schlussgong nicht.

Entsprechend gehen sowohl der 38-jährige Herausforderer aus den USA als auch WBC-Weltmeister Klitschko von einem vorzeitigen Ende des Kampfes aus.

Im Interview der Woche mit SPORT1 prophezeit Klitschko einen Knockout und behauptet außerdem, dass er und sein Bruder zu stark für die Szene seien.

SPORT1: Herr Klitschko, ihr Kontrahent Shannon Briggs hat erzählt, dass er bereits ein Flug-Ticket erster Klasse für den WM-Gürtel gebucht hat.

Vitali Klitschko: Ich hoffe, er kann das Ticket stornieren und bekommt das Geld zurück. Den Gürtel kann er sich mal ansehen, mehr nicht. Diesen Gürtel haben Legenden wie Muhammad Ali, Lennox Lewis, Mike Tyson getragen. Nun trage ich den Gürtel. Ich bin sehr stolz darauf und lasse ihn mir nicht mehr nehmen.

SPORT1: Am 16. Oktober treffen zwei K.o.-Könige aufeinander. Briggs prophezeit, dass er sie in Runde eins ausknocken wird.

Klitschko: Ich weiß, dass der Kampf nicht einfach wird. Shannon ist ein großer Boxer, aber dieser WM-Titel bleibt für ihn ein Traum. Nur ein Mann auf der Welt kann Vitali Klitschko schlagen und das bin ich selber.

SPORT1: Geben Sie eine Prognose für den Kampf ab?

Klitschko: Ja. Ich werde den K.o.-Weltmeister ausknocken und den Ring als Weltmeister verlassen.

SPORT1: Sie haben Shannon Briggs dazu gebracht, in den Ring zurückzukehren.

Klitschko: Es scheint, dass ich damals in Los Angeles den Anstoß dazu gegeben habe, als ich ihn wegen seines Übergewichts ansprach. Shannon hat seit dem Treffen offensichtlich gut trainiert und nicht nur reichlich Gewicht abgebaut, sondern auch ordentlich Muckis aufgebaut. Er sieht aus wie ein Body-Builder. Aber Muskeln sind nicht alles im Boxen.

SPORT1: Haben Sie Briggs damals bewusst provoziert, um überhaupt noch namhafte Gegner zu finden?

Klitschko:(lacht) Nein. Ich habe damals nicht geahnt, dass er zurückkehrt und nun ausgerechnet gegen mich um die WM kämpft.

SPORT1: Briggs wird im Dezember 39, auch andere Top-Schwergewichtler sind 30 Jahre und älter. Gehen den Klitschkos die Gegner aus?

Klitschko: Nein. Gerade im Schwergewicht kommt es sehr auf Erfahrung an. Ich selbst bin das beste Beispiel. Ich boxe heute ganz anders als zu Beginn meiner Karriere, suche nicht den frühen K.o., sondern warte auf meine Chance. Die Klitschkos haben kein Problem mit dem Schwergewicht-Boxen, sie sind das Problem des Schwergewicht-Boxens.

SPORT1: Wie meinen Sie das?

Klitschko: Wir sind einfach zu stark. Nikolai Walujew hat Angst. David Haye hat große Töne gespuckt. Jetzt hört man nichts mehr von ihm. Tomasz Adamek haben wir ein Angebot gemacht, aber er kneift.

SPORT1: Bleiben Pflicht-Titelverteidigungen.

Klitschko: Das dauert noch. Da müssen erst Ray Austin und Odlanier Solis einen Ausscheidungskampf machen. Ich werde wohl vorher noch eine freiwillige Titelverteidigung machen.

SPORT1: Austin oder Solis? Wer ist Ihnen lieber als Gegner?

Klitschko: Das ist mir egal. Ich boxe jeden.

SPORT1: Sie boxen nach elf Jahren mal wieder in Hamburg, wo Sie ihre Karriere begonnen haben. Was bedeutet die Rückkehr für Sie?

Klitschko: Vor 14 Jahren habe ich in Hamburg meinen ersten Profi-Kampf gemacht. Damals habe ich davon geträumt, Weltmeister zu werden. Jetzt kehre ich als Weltmeister zurück. Das macht mich sehr stolz. Eine Stadt ist mehr als nur Gebäude. Hamburg ist meine Heimatstadt. Ich habe sehr viele Freunde hier. Hier fühle ich mich wohl. Ich freue mich riesig, wieder in Hamburg zu boxen. Und wie vor 14 Jahren werde ich als K.o.-Sieger den Ring verlassen.

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