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Dereck Chisora wurde 1983 in Simbabwe geboren © getty

Wladimirs nächster Herausforderer verhöhnt beide Klitschkos und Briggs. Der meldet sich aus dem Krankenhaus zu Wort.

Mannheim - Er ist ein recht unbeschriebenes Blatt. Aber Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann Wladimir Klitschkos nächster Gegner offensichtlich.

Der Engländer Dereck Chisora, vom Klitschko-Lager PR-gerecht als junge Version von Mike Tyson gehypet, hat bei der ersten Pressekonferenz vor dem WM-Kampf am 11. Dezember in Mannheim gleich demonstriert, dass sein Mundwerk mit "Iron Mike" mithalten kann.

Der 26-Jährige feuerte munter gegen beide Klitschkos, deren Management - und auch Vitalis am Samstag geschlagenen Kontrahenten Shannon Briggs 300477(Bilder des Kampfs).

"Peinlich für das Boxen"

"Der Kampf von Vitali gegen Briggs am Samstag hat doch gezeigt, dass viele Amerikaner nur nach Deutschland kommen, um zwölf Runden zu überleben und dann ihren Scheck zu kassieren", meinte Chisora (EINWURF: Ein morbides Schauspiel).

"Der Auftritt von Briggs war peinlich für das Boxen. Ich werde mir dagegen den Titel holen - das Geld interessiert mich nicht", sagte der Herausforderer, der Wladimir die Titel der Verbände IBF und WBO abnehmen will.

Rat zur Rente

Die Kritik Chisoras am Auftritt von Briggs, der wegen seiner zahlreichen Verletzungen nach wie vor im Krankenhaus liegt und Spätfolgen fürchten muss, brachte Wladimir auf die Palme.

Die beiden Kontrahenten lieferten sich ein heftiges Rededuell. Chisora legte dabei beiden Klitschkos nahe, in Rente zu gehen.

Wladimir, der bislang 55 seiner 58 Kämpfe gewonnen hat, bezeichnete diese Aussagen als "Unverschämtheit".

Vergleich mit Tyson

Chisora ist amtierender britischer Meister und Commonwealth-Champion. Der Brite ging in seinen bisherigen 14 Profikämpfen immer als Sieger aus dem Ring. Neunmal gewann er vorzeitig.

In der unabhängigen Weltrangliste wird er an Position 13 geführt. Vor allem aber ist er als Gegner interessant, weil der Kampf live im britischen Pay-TV übertragen wird und damit finanziell besonders lukrativ ist.

"Chisora ist ein Topmann. Die Anzahl von nur 14 Kämpfen hat nichts zu sagen. Das ist der Klassiker: Der alteingesessene Champion gegen den ungeschlagenen Neuling, der auf den Thron will", sagte Bönte.

Ähnlich sieht es Klitschko: "Man kann Dereck Chisora mit Mike Tyson vergleichen. Er hat wahnsinnig viel Pulver in den Fäusten und einen ähnlich starken Händedruck wie Iron Mike."

Manager verteidigt Briggs

Trotzdem mussten sich Klitschko und seine Hintermänner unangenehme Fragen stellen lassen, warum es zu keinen Duellen der ukrainischen Brüder mit Stars wie dem englischen Weltmeister David Haye oder dem Polen Tomasz Adamek komme.

"Wir sind immer gesprächsbereit", meinte Bönte hierzu: "Wir haben auch schon genügend Angebote unterbreitet. Aber viele trauen sich einfach nicht und verschanzen sich hinter absurden Forderungen."

Über Chisoras Kritik an Briggs ärgerte sich der Manager: "Shannon Briggs ist ein ganz fairer Sportsmann, ihm gehört mein ganzer Respekt. Er ist sicher nicht nach Deutschland gekommen, um sich einen Scheck abzuholen."

Briggs meldet sich zu Wort

Am Tag der PK hat sich der immer noch im Krankenhaus liegende Briggs zu Wort - und versuchte, die Sorgen um seinen Zustand zu zerstreuen.

"Verschiedene Test haben ergeben, dass ich keine ernsthaften Kopfverletzungen erlitten habe", teilte er mit.

Operation nötig

Ein Abriss eines Muskelstrangs und der Anriss einer Sehne im Bizeps zwingen Briggs - der im Krankenhaus schon von Vitali besucht wurde - zu einer Operation.

"Unglücklicherweise hat mich die Verletzung daran gehindert, meinen Kampfplan vollständig umzusetzen", erklärte Briggs: "Hätte ich den Arm nicht frühzeitig verletzt, wer weiß, wie der Kampf ausgegangen wäre."

Der 38-Jährige verteidigte auch seine in die Kritik geratenen Betreuer: "Für mich war Aufgabe nie eine Option, mein Trainer Herman Calcido wollte den Fight stoppen."

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