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Shannon Briggs (l.) unmittelbar nach dem Kampf mit Ehefrau Alana (r.) © getty

Klitschkos verprügelter Gegner gibt vom Krankenhaus aus wieder den Showman. Ob es für ihn wirklich weitergeht, lässt er offen.

Von Martin Hoffmann

München - Im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf finden normalerweise nur medizinische Großereignisse statt.

Die Verleihung des Dr.-Martini-Preises für Nachwuchsmediziner etwa, oder auch der Internationale Kongress für rekonstruktive Urologie.

Nun aber wurde das UKE zum Schauplatz für eine kuriose Pressekonferenz von Shannon "The Cannon" Briggs, dem böse verprügelten Gegner von Schwergewichts-Weltmeister Vitali Klitschko 300477(DIASHOW: Die Bilder des Kampfes).

Der musste am Samstagabend noch mit Blaulicht in das Klinikum, auf die Intensivstation gar, eingeliefert werden. Wenige Tage später machte er es zu seiner Showbühne.

"Ich bin wieder schön!"

Zur Showbühne, auf der er in einem rund zehnminütigen Monolog in alle Welt hinaus seine Botschaft trug: Es geht mir gut - und ich bin wieder der Alte.

Oder wie er es formulierte: "Dass ich schwere Verletzungen haben soll, stimmt nicht. Schauen Sie mich an. Ich bin wieder schön!"

Briggs hat sich bei dem Kampf einen OP-bedürftigen Bizepsriss am linken Arm, Knochenbrüche im Gesicht und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.

"Nichts, was bedrohlich wäre"

Die befürchteten Langzeitschäden durch das Dauerfeuer auf Briggs' Kopf werden nach Einschätzung seines behandelnden Oberarztes Jan Philipp Petersen aber ausbleiben.

Als Boxer sei der US-Amerikaner trainiert, die Kräfte, die bei Schlägen gegen den Kopf einwirkten, wegzustecken: "Es ist nichts, was bedrohlich wäre."

Es spreche bei guter Verheilung der Armverletzung nichts dagegen, dass Briggs seine Karriere fortsetze.

"Gern noch einmal"

Und Briggs schien auf den ersten Blick auch den Eindruck zu machen, dass er darauf aus wäre - als er fast begeistert auf den Kampf am Samstag zurückblickte.

An Aufgeben hätte er nie gedacht - und er hätte es seinen Betreuern verboten: "Im Ring bin ich der Chef, zu Hause meine Frau."

Es sei ein "toller Fight" gewesen: "Ich würde so etwas gern noch einmal machen, dann aber mit zwei Armen."

Gespräche in der Familie

Man konnte das als Herausforderung zu einem Revanche-Kampf verstehen. Aber unter der Oberfläche des selbstbewussten Showman offenbarte Briggs doch, dass die eingesteckten Prügel Rücktrittsgedanken geweckt haben.

Auf konkrete Fragen nach der Fortsetzung seiner Karriere wusste er nämlich keine konkrete Antwort.

"Ob ich aufhöre, weiß ich noch nicht", erklärte Briggs, der offenbarte, dass sein "Chef" da ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat: "Darüber werden wir in der Familie in den nächsten Wochen in aller Ruhe reden."

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