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David Haye (links) nahm Nikolai Walujew 2009 den WBA-Gürtel ab © getty

Vor seinem Kampf gegen Harrison schießt sich David Haye erneut ins Aus. Verlierer Walujew macht sich über den Briten lustig.

Manchester - Manchester rüstet zur "Battle of Britain": Das Hass-Duell der einstigen Freunde David Haye und Audley Harrison um die Krone der WBA im Schwergewicht elektrisiert nicht nur auf der Insel die Massen.

Einer der Ex-Kontrahenten Hayes nimmt den Kampf zum Anlass, seine Meinung über Haye kundzutun:

"David Haye sollte in eine Schule für gutes Benehmen gehen. Dort, wo den Leuten Höflichkeit und gute Manieren beigebracht werden. Er ist ein würdiger Weltmeister ? aber nur im Cruisergewicht. Kein richtiger Schwergewichtler", wird Nikolai Walujew in der "Bild" zitiert.

Der Russe unterlag am 7. November 2009 gegen Haye nach Punkten. Dadurch gelangte "Bad Boy" Haye in den Besitz des WBA-Gürtels.

Verbale Tiefschläge vor dem Gong

Diesen will er nun am Samstag in der MEN-Arena verteidigen.

Der Fight der beiden Engländer verspricht zumindest spektakulär zu werden. Bereits vor dem ersten Gong haben David Haye und Herausforderer Audley Harrison zu verbalen Tiefschlägen ausgeholt.

Während Harrison seinen ehemaligen Sparringspartner als "verzogenes Balg und Großmaul" betitelte, entschuldigte sich der amtierende Champion bereits im Vorfeld für einen einseitigen Kampf.

"Wie eine Gruppen-Vergewaltigung"

Dabei bediente sich Haye allerdings wieder einmal einer unglaublichen Geschmacklosigkeit.

"Der Kampf wird so einseitig wie eine Gruppen-Vergewaltigung", sagte der 30-Jährige, der sich mit einer anderen Entgleisung auch schon den Zorn der beiden Klitschko-Brüder zugezogen hatte.

Diese hatte er einmal in einer Fotomontage mit abgerissenen Köpfen präsentiert.

Haye kündigt Blitz-Kampf an

Ob es jemals zum Duell gegen einer der beiden ukrainischen Brüder kommen wird, ist unklar. Beide Parteien wollen den Kampf, kamen aber bislang nicht zusammen.

Nun hat Haye zunächst Landsmann Harrison vor den Fäusten und verspricht einen kurzen Kampf: "Sollte ich auf den uns bekannten Harrison treffen, dann werde ich ihn nach nur wenigen Sekunden aus dem Ring schlagen."

Harrison sei "eine mental schwache Persönlichkeit", die sich unter Druck nicht lösen könne.

Mission: Weltmeister

Nicht ganz so geschmacklos äußerte sich Harrison. "Hier trifft der Schüler auf seinen Lehrer, es kämpft ein Junge gegen einen Mann", sagte der 39-Jährige.

Obwohl Harrison bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Goldmedaille in der höchsten Gewichtsklasse gewann, wurde "A-Force" wegen seines Phlegmas und seines "Glaskinns" in den britischen Medien häufig kritisiert und verspottet.

"Mit der Goldmedaille habe ich mir einen großen Traum erfüllt, danach habe ich mir neue Ziele gesteckt. Nun möchte ich Weltmeister werden", sagte Harrison, "sollte ich das schaffen, dann ist meine Mission erfüllt."

"Nur im Cruisergewicht"

Das Duell der beiden Rechtsausleger sorgt insbesondere in Großbritannien für großes Aufsehen. Es ist der populärste Kampf seit dem Aufeinandertreffen von Lennox Lewis und Frank Bruno im Jahre 1993.

Damals konnte Lewis die WBC-Krone durch einen K.o.-Sieg verteidigen.

"Sie wollen alles bestimmen"

In seiner ersten Titelverteidigung besiegte der Brite am 3. April 2010 in Manchester den ehemaligen Weltmeister John Ruiz (USA) durch T.K.o in der neunten Runde.

Am Samstag ist Haye an gleicher Stelle klarer Quotenfavorit. Beim Sportwettenanbieter "bwin" wurde der WBA-Champion am Freitag mit der Quote 1,09 notiert. Für einen Harrison-Sieg zahlt bwin dagegen 65 Euro bei 10 Euro Einsatz.

Sollte Harrison ein Überraschungserfolg gelingen, wird er seine Box-Handschuhe wohl an den Nagel hängen und zurücktreten. Der als respektlos und großmäulig geltende Haye dagegen könnte sich im Falle eines Sieges endlich dem "einzig interessanten Kampf" gegen einen der Klitschkos stellen.

Für die hatte er wieder einmal nur Schlechtes übrig: "Die boxen nur schwache Gegner. Sie machen Verträge und wollen darin Klauseln mit zwei, drei Rückkämpfen. Sie wollen alles bestimmen: Kampfort, Boxhandschuhe, alles", wird der 30-Jährige in der "Bild" zitiert.

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