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David Haye verlor nur einen seiner insgesamt 26 Profikämpfe © getty

Der "Battle of Britain" gegen Harrison verkommt zu einer Peinlichkeit. Nun will der WBA-Champ beide Klitschkos im kommenden Jahr.

Manchester/München - In der dritten Runde war die Farce vorbei.

David Haye macht Ernst, attackierte sein Opfer Audley Harrison, traf mit Serien schwer, bis der Ringrichter ein Einsehen hatte. Technischer K.o.

Haye bleibt Schwergewichts-Weltmeister der WBA.

Doch der WM-Kampf in der Nacht zum Samstag in Manchester war wieder eines dieser Matches, die die Reputation des Berufsboxens nachhaltig zerstören können.

Ein Nicht-Kampf

22.000 Zuschauer waren in die Halle gekommen und wurden bitter enttäuscht. Harrison zeigt gar nichts außer einem T-Shirt, auf dem er sich für den Erhalt eines Spielplatzes stark machte.

Haye war derartig überlegen, dass er das Kampfende genau bestimmen konnte: "Viele meiner Freunde haben auf meinen Sieg in der dritten Runde gewettet, und deshalb habe ich es in der dritten Runde beendet."

Vor dem Kampf und nach dem Nicht-Kampf redete der 30 Jahre alte Haye nur von den Klitschko-Brüdern.

Beide Klitschkos im kommenden Jahr?

Er verschmierte die Gesichter von WBO/IBF-Champion Wladimir und WBC-Weltmeister Vitali auf einem Foto, er forderte sie erneut mit persönlichen Attacken heraus.

"Ich werde alles dafür tun, gegen sie zu boxen", sagte der Brite, "ich bin der Mann, sie müssen gegen mich kämpfen."

Gleichzeitig kündigte er seinen Rücktritt vom Berufsboxen zum 31. Oktober 2011 an, wenn er seinen 31. Geburtstag feiert: "Ich werde mich im Frühjahr um Witali kümmern und im Sommer um Wladimir. "

Eine darbende Szene

Natürlich muss ein Kampf gegen Klitschko kommen, wenn man denn irgendwie das darbende Schwergewicht wieder beleben will.

Einseitige Kämpfe wie Hayes Fight gegen den ängstlichen 39-jährigen Harrison oder Vitali Klitschkos Prügelorgie vor vier Wochen gegen Shannon Briggs helfen da nicht.

Sie dienen nur den Konten der Stars und ihrer Promoter.

Pflichtherausforderer Chagaev

Die Regularien der WTA verlangen für Haye nun allerdings zuerst eine Pflichtverteidigung gegen Ex-Weltmeister Ruslan Chagaev - der am Freitag zunächst gegen den US-Amerikaner Travis Walker in den Ring steigt (ab 20.15 LIVE im TV auf SPORT1).

Der Usbeke ließ auch bereits seine Universum Box-Promotion mitteilen, er sei bereit: "Ich werde Hayes erste echte Prüfung im Schwergewicht. Ich war Weltmeister und werde es wieder werden."

Haye ist noch für einen weiteren Kampf an Sauerland Event gebunden, das in Deutschland an dem Briten mitverdient. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass Haye bereits im nächsten Kampf gegen einen der Klitschkos in den Ring steigt.

"Ich bin überzeugt, dass es diesen Kampf 2011 geben wird", meinte Klitschko-Manager Bernd Bönte, "aber erst, wenn Sauerland bei Haye nicht mehr involviert ist."

Geringer Bekanntheitsgrad als Problem

Für Chagaev spricht, dass er in Deutschland eine Reputation als Bezwinger von Nikolai Walujew hat, ebenso wie Haye.

Gegen Chagaev spricht, dass ihn in England niemand kennt. Und der britische Pay-Per-View-Markt ist die Haupteinnahmequelle für Haye. 10 Millionen Dollar soll er durch seinen Kurzauftritt im "Battle of Britain" gegen Harrison eingenommen haben.

Den "am meisten überhypeten und dafür enttäuschendsten Kampf aller Zeiten", wie ein Online-User der "BBC" urteilte.

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