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Ex-WBA-Weltmeister Ruslan Chagaev verlor nur einen seiner 28 Profikämpfe © getty

Ruslan Chagaev schaut schon auf Haye, glaubt aber an einen zähen Kampf gegen Travis Walker. Der Usbeke steht unter Druck.

Von Barnabas Szöcs

München - Ruslan Chagaev geht niemandem aus dem Weg, nicht mal einem Güterzug.

Der Kampf in Hamburg gegen den US-Amerikaner Travis Walker (ab 20.15 LIVE im TV auf SPORT1), der wegen seiner bulligen Erscheinung "Güterzug" genannt wird, soll für den Usbeken aber nur ein kleines Intermezzo sein.

Der "weiße Tyson", so der Spitzname Chagaevs, will den WBA-Gürtel wiederhaben, den er nach einem Sieg gegen Nikolaj Walujew zwischen 2007 und 2009 inne hatte.

Als WBA-Pflichtherausforderer Nummer eins brennt der 32-Jährige auf einen Fight gegen den britischen Weltmeister und Box-Rüpel David Haye.

28 K.o.-Siege von Walker

Doch der Weg zum Champion Haye führt über nur den erfahrenen 31-jährigen Amerikaner, der 34 seiner insgesamt 40 Profi-Kämpfe gewinnen konnte.

Auch die K.o.-Statistik Walkers kann sich sehen lassen.

"Er hat einen guten Jab und mit 28 K.o.-Siegen eine bessere Quote als ich. Man darf seinen Gegner nie unterschätzen. Die Zuschauer werden auf ihre Kosten kommen. Das verspreche ich", gibt sich der Wahl-Hamburger im Interview mit SPORT1 siegessicher.

Er selbst hat 17 seiner 28 Kämpfe vorzeitig gewonnen.

"Warm boxen für David Haye"

Chagaev ist vor dem hart schlagenden Boxer aus Tallahassee im US-Bundesstaat Florida gewarnt, an ein schnelles Ende des Kampfes glaubt der gelernte Pädagoge daher nicht.

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"Ich gehe so in den Kampf, als wenn ich zwölf Runden boxen muss. Mein Gegner ist zwar kein Weltmeister, aber ein erfahrener Mann."

An einem Sieg gegen Walker zweifelt kaum ein Experte. Dennoch wird der Kampf ein Gradmesser, Chagaev will ein Zeichen Richtung Haye setzen.

"Ich möchte mich warm boxen für Haye. Und das möglichst eindrucksvoll."

Chagaev unter Druck

Ein überzeugender Kampf ist für Chagaev daher mehr als notwendig, der Schwergewichtler muss sich in der Boxszene deutlich offensiver präsentieren.

Denn Kämpfer wie David Haye oder die Klitschko-Brüder sorgen in und abseits des Boxrings regelmäßig für Schlagzeilen, anders als der medienscheue Chagaev.

Solche Kriterien wiegen bei Kampfansetzungen und Börsen wiederum oftmals schwerer als Statistiken.

Wegen einer angeblichen Hepatitis-Erkrankung des ehemaligen WBA-Weltmeisters droht Haye sogar, die Pflichtverteidigung platzen zu lassen.

Kampfansage von Kohl

"Hier wird erneut versucht, unserem Boxer Ruslan Chagaev auf eine linke Art und Weise aus dem Weg zu gehen. Das werden wir nicht ein zweites Mal tolerieren", sagte Universum-Geschäftsführer Klaus-Peter Kohl am Mittwoch.

Ruslan Chagaev jedenfalls wird keinem Gegner auf der Jagd nach dem WBA-Titel aus dem Weg gehen. "Haye muss gegen mich antreten - früher oder später."

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