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Carl Froch (r.) hat von 27 Kämpfen bislang 26 Kämpfe gewonnen © getty

Vor dem WM-Kampf fahren Arthur Abraham und Carl Froch schwere Geschütze auf. Der Brite nutzt dafür seine Fotomodell-Freundin.

Helsinki - Andauernder Schneefall, minus vier Grad.

Finnlands Hauptstadt Helsinki präsentiert sich in diesen Tagen winterlich, nordisch, ungemütlich.

Das hat den Vorteil, dass die Gemüter von Arthur Abraham und Carl Froch durch das Tiefdruckgebiet über Finnland etwas abgekühlt sind.

Drei Tage vor ihrem WM-Kampf im Supermittelgewicht präsentierten sie sich bei der abschließenden PK in der Hartwall Areena nach all den vorherigen Provokationen lammfromm. Das laute Ballyhoo war der Ruhe vor dem Sturm gewichen.

Sauerland verhöhnt "Kobra"

"Man kann vor dem Kampf viel erzählen, entscheidend ist die Leistung im Ring", verkündete Abraham. Es kommt darauf an, wer dann schlauer ist."

Kleine Spitzen setzte lediglich Promoter Kalle Sauerland, der in Anspielung auf Frochs Kampfnamen "Kobra" mit einer Stoffschlange herumspielte und damit die vorherigen Tiraden des Engländers lächerlich machen wollte.

Der Brite ließ sich davon aber nicht provozieren, sondern blieb ganz langweilig gelassen. "Ich bin voller Selbstbewusstsein und habe mich physisch verbessert", erklärte der 33-Jährige, "ich bin hier, um den Gürtel zu gewinnen."

Freundin schaltet sich ein

In den vergangenen Tagen fuhr er dagegen noch ganz anderes PR-Geschütz auf.

Froch ließ seine Fotomodell-Freundin nur mit dem WBC-Gürtel bekleidet ablichten und Abraham beleidigen: "Arthur ist ein Zwergenkönig."

Im öffentlichen Training äffte der Mann aus Nottingham die Abwehrhaltung seines Gegners nach und tönte: "Arthur hat noch Schrauben im Kiefer. Kann sein, dass ich den noch einmal breche."

Abraham wiederum ließ sich nicht lumpen und bezeichnete "Kobra" Froch als "Blindschleiche".

Kampf völlig offen

Boxen ist natürlich immer auch Showgeschäft, und das Austauschen von Verbalinjurien vor dem Treffen im Ring gehört dazu.

Aber anders als beispielsweise beim hoffnungslosen Großmaul Shannon Briggs vor sechs Wochen gegen Witali Klitschko ist dieser Kampf völlig offen und von großer sportlicher Bedeutung für die Boxer.

"In diesem Kampf geht es um alles oder nichts für mich", sagte Froch vor ein paar Tagen.

Niederlagen im Super-Six-Turnier

Der 33 Jahre alte Brite hat wie Abraham seinen letzten Kampf im Rahmen des Super-Six-Turniers verloren, beide kassierten damit die jeweils erste Niederlage.

Dennoch geht es in Helsinki um den vakanten WM-Gürtel der WBC, den der Däne Mikkel Kessler durch seine Augenverletzung niederlegen musste.

Turnier in Gefahr

Es geht aber auch um den Fortbestand des Super-Six-Turniers. Die Hälfte der ursprünglichen sechs Teilnehmer ist bereits ausgestiegen, Froch und Abraham stehen deshalb neben Andre Ward (USA) und Glen Johnson (Jamaika) bereits als Halbfinalisten fest.

Nun droht aber auch Froch mit seinem Ausstieg, und Abraham will das nur zu gerne befördern.

Froch denkt an Karriereende

"Sollte ich verlieren, überlege ich mir, meine Karriere zu beenden", sagte Froch bereits, "ich will die großen Kämpfe und boxe nicht nur auf regionalem Level."

Der Berliner nahm diese Vorlage dankbar auf: "Ich werde also seine Laufbahn beenden", kündigte der gebürtige Armenier an, "er kann nach dem Kampf seinen Rücktritt planen."

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