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Der Supermittelgewichtler Arthur Abraham gewann 31 seiner 32 Kämpfe © getty

Beim Kampf gegen Carl Froch geht es für Arthur Abraham nicht nur um den WBC-Titel. Als Ansporn dient ihm die Fußball-WM.

Helsinki - Die Augen von Promoter Kalle Sauerland strahlen voller Vorfreude.

Er kann seine Aufregung kaum verbergen, will es auch gar nicht. Der Mann verdient ja nicht nur sein Geld mit dem Boxen, er ist auch Fan.

Und er ist sich sicher, dass am Samstag in Helsinki ein echtes Highlight auf ihn und andere Fans wartet, wenn Arthur Abraham und Carl Froch im abschließenden Vorrundenkampf des Super-Six-Turniers der Supermittelgewichtler auch noch den WM-Titel des WBC ausboxen.

"Das wird ein Hammer, ein Knaller, ein Riesenfight", schwärmt Sauerland. Auch andere Experten gehen davon aus, dass der Kampf spektakulär wird.

Tarver: "Könnte Kampf des Jahres werden"

"Beide Boxer können sich überhaupt nicht ausstehen", sagte der ehemalige Cruiser-Weltmeister Antonio Tarver: "Dieses Duell könnte der Kampf des Jahres werden."

Die Chancen dafür stehen tatsächlich gut.

Der Berliner und der Brite sind zwar ebenso wie der US-Amerikaner Andre Ward und Glen Johnson (Jamaika) bereits für das Halbfinale des Turniers im kommenden Frühjahr qualifiziert, beide müssen aber die Schmach einer Niederlage ausmerzen.

Beide wollen auch wieder einen WM-Gürtel tragen. "Eine weitere Niederlage wäre eine Katastrophe" hat Abraham bereits verlauten lassen.

Abraham nach Disqualifikation wieder im Ring

Erstmals in seiner Karriere steigt er als ein zuvor geschlagener Mann in einen Boxring.

Am 27. März wurde er gegen Andre Dirrell wegen Nachschlagens in der elften Runde disqualifiziert, zuvor von dem Amerikaner aber nach allen Regeln der Kunst ausgeboxt.

"Das ist eine Narbe, die bleibt. Erst wenn ich den nächsten Kampf gewinne, habe ich wieder ein gutes Gefühl", sagte Abraham der "Welt".

Froch geht es ähnlich. Auch der 33 Jahre alte Engländer steckte im April seine erste Niederlage ein, als er gegen den Dänen Mikkel Kessler einstimmig nach Punkten verlor und dadurch den WBC-Titel abgeben musste.

Froch will "seinen" Titel zurück

Nach Kesslers Rücktritt wegen einer Augenverletzung ist der Gürtel nun wieder vakant. "Ich will meinen Titel zurückholen", sagte Froch, "wenn ich wieder verliere, muss ich über einen Rücktritt nachdenken."

So weit ist es aber noch lange nicht.

Stattdessen feuerte der 33-Jährige in den Tagen vor dem Kampf eine verbale Breitseite nach der anderen in Richtung seines Kontrahenten ab.

Als "Zwergenkönig" verunglimpfte Frochs Freundin, ein offenherziges Fotomodell, den acht Zentimeter kleineren Abraham.

Eine Lehrstunde wie bei der Fußball-WM?

"Am Samstag wird nicht entscheidend sein, wer kleiner oder größer ist", meinte "König Arthur, "es gewinnt die Person, die schlauer boxt und cleverer ist. Und das bin ich."

Für den gebürtigen Armenier ist der Kampf die große Chance, nach dem WM-Gürtel im Mittelgewicht, den er für die Teilnahme an dem Turnier niederlegte, auch einen Titel in der nächsthöheren Gewichtsklasse zu gewinnen.

"Diese Chance ist super", sagt Abraham. Trainer Ulli Wegner erinnert an die Fußball-WM: "Da hat Deutschland 4:1 gegen England gewonnen und beim Boxen wollen wir den Engländern eine ähnliche Lehrstunde erteilen."

Mit Übungseinheiten in der Kältekammer hat er seinen Schützling vorbereitet und ihn so nebenbei an die arktischen Temperaturen in Helsinki gewöhnt.

Abraham hat zudem seinen Tagesablauf nach hinten verschoben, um sich an den späten Kampfbeginn weit nach Mitternacht Ortszeit zu gewöhnen.

"Er ist so stark wie noch nie"

Ursprünglich sollte der Kampf am 2. Oktober in Monaco steigen, aber dann sagte Froch mit Rückenproblemen kurzzeitig ab.

"Das war eine Katastrophe, wir hatten uns schließlich ein Vierteljahr lang optimal vorbereitet", erklärte Wegner.

Mit neuen Trainingsplänen wurde Abraham nun erneut fit gemacht: "Er ist so stark wie noch nie", behauptet sein Coach.

Am Samstag ist dann Schluss mit den Sprüchen.

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