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Manuel Charr hat alle seine 15 Profikämpfe gewonnen, acht davon durch K.o. © getty

Manuel Charr vergleicht die Vorzüge seiner Trainer, erklärt seinen Kampfnamen und blickt auf das Duell mit Zach Page voraus.

Von Olaf Mehlhose

München - Er ist die neue deutsche Schwergewichtshoffnung.

Manuel Charr gilt als eines der größten Talente im Universum-Boxstall, seine bisherigen 15 Profikämpfe hat Charr allesamt gewonnen.

Auch von einer schweren Knieverletzung im Februar dieses Jahres ließ sich der in Beirut geborene Boxer nicht entmutigen. Nach einem Kreuzbandriss und Kniescheibenbruch feierte er bereits im November mit einem K.o.-Sieg über Robert Hawkins ein gelungenes Comeback.

Für seinen Kampf gegen Zach Page (Sa., ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Schwerin hat sich der 26-Jährige einiges vorgenommen, zumal er mit dem US-Amerikaner noch eine Rechnung zu begleichen hat.

Im Interview mit SPORT1 erklärt der Deutsch-Araber wie es zu seinem Kampfnamen kam. Er nennt die Vorzüge seiner verschiedenen Trainer und blickt auf den Kampf gegen Page voraus.

SPORT1: Ihr Kampfname lautet "Diamondboy". Was steckt dahinter?

Manuel Charr: Diamant heißt auf Griechisch Adamos. Das bedeutet unbezwingbar. Diamondboy ist hart wie ein Diamant. Jung, dynamisch und stark - unverwechselbar.

SPORT1: Von 2005 - 2008 haben Sie bei Sauerland unter Uli Wegner trainiert. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Charr: Für mich war es der erste Schritt. Ich habe mit Kickboxen angefangen und bei einem Amateur-Boxklub trainiert. Bei Uli Wegner habe ich dann richtig Boxen gelernt.

SPORT1: Seit 2008 stehen Sie bei Universum unter Vertrag. Was hat Sie zu dem Wechsel bewogen?

Charr: Felix Sturm, mit dem ich gut befreundet bin, war damals auch noch bei Klaus-Peter Kohl unter Vertrag. Außerdem habe ich ein gutes Angebot bekommen.

[kaltura id="0_lv2jire5" class="full_size" title=" Will den Titel nicht verschenken "]

SPORT1: Bis zu seinem Rücktritt sind Sie von Fritz Sdunek trainiert worden. Wie unterscheiden sich Sdunek und Wegner als Trainer?

Charr: Jeder Trainer ist unterschiedlich. Wegner hat viel Wert auf den ersten und den zweiten Angriff gelegt. Bei Fritz sind das Auge und das Gefühl wichtig.

SPORT1: Was zeichnet ihren jetzigen Coach Michael Timm aus?

Charr: Timm ist noch sehr jung und unheimlich kreativ. Er guckt viel zu, nimmt sich viel Zeit und versucht immer sich weiter zu entwickeln. Das gefällt mir.

SPORT1: Auf Ihrer Webseite schreiben Sie, dass Sie bereits Sparringskämpfe mit Nikolai Valuev, Alexander Povetkin und John Ruiz absolviert haben. Was konnten Sie aus den Einheiten mitnehmen?

Charr: In den Kämpfen konnte ich sehr gut mithalten. Im Moment bringt mich jeder Kampf weiter, auch im Sparring muss ich immer hundertprozentig konzentriert sein.

SPORT1: Haben Sie dadurch vielleicht auch etwas den Respekt vor so großen Kämpfern verloren?

Charr: Ich habe Respekt vor meinen Mitmenschen, aber nicht im Ring. Da mache ich meinen Job und kann mir das nicht leisten.

SPORT1: In Schwerin treten Sie gegen den Amerikaner Zack Page an. Was wissen Sie über den Gegner?

Charr: Zack Page ist ein sehr erfahrener Kämpfer, der schon über 50 Kämpfe absolviert hat. Im November hat er meinen Stallkollegen Sebastian Köber geschlagen, dafür will ich jetzt Rache nehmen - für unser Land.

SPORT1: Haben Sie sich schon eine Taktik zurechtgelegt?

Charr: Ich werde wie in jedem Kampf versuchen, meinen Gegner aus der Doppeldeckung unter Druck zu setzen und das Tempo von Runde zu Runde zu steigern.

SPORT1: Gewiefter Taktiker oder K.o.-Schläger? Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Charr: Ich denke, ich kann beides: Ich habe von meinen 15 Kämpfen acht durch K.o. gewonnen. Allerdings macht es mir mehr Spaß, über die volle Distanz zu boxen. Ich glaube, dass das Publikum so mehr geboten bekommt.

SPORT1: Sie sind in Gelsenkirchen aufgewachsen, sind Sie auch ein Fan von Schalke 04?

Charr: Auf jeden Fall, Schalke gehört mein Herz.

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