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Arthur Abraham (l.) trifft nach der Niederlage gegen Froch auf Andre Ward © getty

Arthur Abraham denkt nach dem Froch-Kampf an Rückzug. Sein Coach droht mit Rauswurf. Abrahams Vater dementiert eine Trennung.

Von Andreas Kloo

München - Arthur Abraham selbst zeigte sich nach der deutlichen Punktniederlage beim Super-Six-Turnier gegen Carl Froch ziemlich ratlos. "Es hat einfach nicht geklappt", stammelte der Supermittelgewichts-Boxer direkt nach dem Kampf.

Sein Trainer Uli Wegner war da mit Erklärungen schneller bei der Hand: "Du bist feige!", schrie er seinen Schützling bereits in den Rundenpausen an.318137(DIASHOW: Kreisch-Queen brüllt König Arthur nieder)

Als Grund für Abrahams enttäuschende Leistung macht der Coach ein Einstellungsproblem aus: "Das ganze Team um Arthur warnt ihn ständig, dass er satt wirkt", erzählte er der "Bild".

Sein Aufstieg vom armenischen Einwanderer zum Box-Millionär sei Abraham nicht gut bekommen.

"Bin immer der Kleinste"

Wie nach jeder schlimmen Niederlage stellt sich nun die Frage nach den Konsequenzen.

Abraham selbst denkt über eine Rückkehr ins Mittelgewicht nach. "Ich bin immer der Kleinste", hadert er mit seinen Reichweitennachteilen im Supermittelgewicht.

Der 30-Jährige hatte von 2005 bis 2009 den IBF-Weltmeistertitel im Mittelgewicht inne. Dort musste er allerdings vor jedem Kampf bis zu acht Kilo Gewicht "abkochen".

Wegner droht mit Rauswurf

Der Sieg beim Super-Six-Turnier sollte Abrahams nächste Karrierestufe zünden. Deshalb der Wechsel in die höhere Gewichtsklasse. Aber der Karriereplan scheint nicht aufzugehen, der Wahl-Berliner will die Flinte ins Korn werfen.

Wegner bringt die Rückschrittsandrohung richtig auf die Palme: "Wenn Arthur das wirklich macht, kann er gleich gehen", droht er.

Das Verhältnis zwischen Trainer und Sportler scheint zerrüttet. Während des Kampfes hielt sich Abraham nicht an die vereinbarte Marschroute. Danach haute Wegner ordentlich auf seinen Schützling drauf.

Vater dementiert Trennung

Trennen sich die Wege der beiden nun?

Abrahams Vater Grigor zerstreut diese Gerüchte:

"Er ist menschlich gut, er passt perfekt zu Arthur. Es gibt keinen besseren Trainer für ihn. Und wenn Herr Wegner 100 Jahre alt wird, bleibt er solange Arthurs Trainer. Wir werden uns nicht von ihm trennen. Zu 100 Prozent nicht", stellt er in der "B.Z." klar.

Wolke skeptisch

Wegner hat auf jeden Fall viel Arbeit vor sich. "Abraham ist boxerisch limitiert. Physisch ist die Weltspitze im Supermittel ein anderes Kaliber", analysiert Manfred Wolke in der "Bild".

Abrahams Zukunftsperspektiven beurteilt Henry Maskes Ex-Trainer skeptisch:

"Entweder er ändert im Supermittel seine Einstellung, oder geht zurück ins Mittel. Ansonsten kann er aufhören."

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