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Albert Sosnowski steckte seine erste Niederlage 2001 durch K.o. gegen Arthur Cook ein © imago

Albert Sosnowski probiert in seiner Karriere viel aus, der ganz große Erfolg bleibt aber aus. Damit folgt er Golotas Spuren.

Von Olaf Mehlhose

München - Einst zum Nachfolger von Andrzej Golota hochgejubelt, hat es Albert Sosnowski ähnlich wie sein prominenter Landsmann nie ganz an die Spitze geschafft.

Er war Warschauer Vize-Meister im Säbelfechten und auch bei einem Pokerturnier reichte es für Sosnowski nur zum zweiten Platz an seinem Tisch und nicht für den "Final Table". (VIDEO: Dimitrenko vor der Titelverteidigung)

Seinen Auftritt in der polnischen Version von Big Brother brach er nach zwei Wochen zwecks Vorbereitung auf einen in Kürze anstehenden Kampf ab.

Auch gegen Alexander Dimitrenko (Sa., ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) ist Sosnowski klarer Außenseiter. Doch der 31-Jährige Pole ist in seiner zwölf Jahre dauernden Karriere mit einigen Widrigkeiten fertig geworden und hat schon einige Experten überrascht. 318587(DIASHOW: Die Karriere von Alexander Dimitrenko)

Sosnowski widerlegt den "Tiger"

Insbesondere mit seiner Vorstellung im Duell mit Witali Klitschko hat sich Sosnowski in der Boxwelt Respekt erworben.

Dariusz Michalczewski räumte seinem Landsmann zuvor keinerlei Chancen ein - der Fight käme für Sosnowski noch zu früh, sagte der "Tiger".

Aber "The Dragon" schlug sich besser, als viele erwartet hatten.

Der ehemaligen Kickboxer lieferte dem WBC-Weltmeister auf Schalke über zehn Runden einen erbitterten Fight, ging dann aber doch zu Boden.

"Ein harter Hund"

Neben seinem Kämpferherz bewies Sosnowski, dass er auch in der Lage ist, einiges einzustecken.

Nehmerqualitäten und mentalen Stärke sind zwei Qualitäten des Linksauslegers, die gegen Dimitrenko von Nutzen sein könnten.

[kaltura id="0_lv2jire5" class="full_size" title=" Ich willl den Titel nicht verschenken "]

Das weiß auch der gebürtige Ukrainer: "Ich bin auf der Hut. Das ist ein harter Hund. Im Schwergewicht kann ein Schlag alles entscheiden", sagte Dimitrenko über seinen Gegner."

Boxerisch limitiert

In seiner Laufbahn hat es Sosnowski ohnehin weiter gebracht, als es von vielen Experten erwartet worden war.

Der 1,89 Meter großen Schwergewichtler begann seine Profi-Karriere im Alter von 19 Jahren, ohne einen einzigen Amateurkampf bestritten zuhaben.

Durch die fehlende Boxausbildung ist der Dimitrenko-Herausforderer boxerisch limitiert, außerdem fehlt ihm zuweilen die Beweglichkeit.

Allerdings gleicht Sosnowski seine Mängel durch aggressives Boxen und einen gefährlichen linken Haken aus.

Gute Kampfbilanz

Seine Kampfbilanz kann sich durchaus sehen lassen: 46 seiner 50 Kämpfe hat der in Warschau geborene Boxer gewonnen, 28 davon durch K.o.

Die Mehrzahl seiner Kämpfe (32) beendet er spätestens nach fünf Runden, nur viermal musste er über die volle Distanz gehen.

Seinen ersten großen Erfolg feierte Sosnowski 2006 mit dem Gewinn des jedoch relativ unbedeutenden WBF-Weltmeistertitels gegen Lawrence Tausa.

Europameister im zweiten Anlauf

Nachdem er im ersten Anlauf auf den Europameistertitel noch an Francesco Pianeta scheiterte - durch das Unentschieden blieb der Titel beim amtierenden Champion -, triumphierte die Nummer 18 der unabhängigen Weltrangliste im Dezember 2009 nach Punkten über Paulo Vidoz.

Im folgenden Jahr legte der begeisterte Pokerspieler diesen trotz teilweise heftiger Kritik freiwillig nieder, um gegen Klitschko um die WM zu kämpfen.

Aus diese Entscheidung wird zumindest eins deutlich: Sosnowski selbst hat nie an sich gezweifelt.

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