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Alexander Dimitrenko gab sein debüt als Profi im Jahr 2001 © imago

Der gebürtige Ukrainer bricht in der Kabine zusammen und muss ins Krankenhaus. Eine Lebenmittelvergiftung soll die Ursache sein.

Schwerin - Der K.o. ereilte Alexander Dimitrenko schon vor dem Gong zur ersten Runde.

Mit einem lauten Krachen ging der Zwei-Meter-Hüne in der Kabine zu Boden. Sein Geist war willig, der Körper schwach. 318587(DIASHOW: Die Karriere von Alexander Dimitrenko)

Statt in den Boxring, wo Dimitrenko seinen EM-Gürtel im Schwergewicht gegen den polnischen Herausforderer Albert Sosnowski verteidigen sollte, ging es am späten Samstagabend in die Schweriner Helios Kliniken.

Eine genaue Diagnose blieb auch am Sonntag aus. Immerhin konnte Dimitrenko aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

"Mir geht es schon wieder besser. Ich warte noch auf einige Ergebnisse und werde am Montag in Hamburg weitere Untersuchungen durchführen lassen. Ich hoffe, dass wir dann wissen, was passiert ist", sagte der Europameister.

Timm bestürzt

Am Vorabend hatte er noch seinen gesamten Betreuerstab in Atem gehalten.

"Ich habe mich umgedreht, um die Tapes zu holen, und auf einmal macht es "klatsch", und er liegt am Boden. Ich habe ihn sofort in die stabile Seitenlage gedreht und dann umgehend die Ärzte gerufen", sagte Dimitrenkos bestürzter Trainer Michael Timm: "Mir fehlen wirklich die Worte."

Dabei hätte es Dimitrenkos großer Abend werden sollen. Seit rund drei Wochen besitzt der 28-Jährige die deutsche Staatsbürgerschaft.

Der Fight in Schwerin wäre sein erstes echtes "Heimspiel" gewesen, doch daraus wurde nichts.

Dimitrenko wollte boxen

"Alexander Dimitrenko lag mit sehr schwachem Blutdruck am Boden und hat hyperventiliert. Seine Hände waren stark verkrampft", berichtete Ringarzt Christoph Goetz: "Zwar stabilisierte sich sein Zustand, aber es gab keinen Zweifel daran, dass ein Kampf für ihn nicht in Frage kommt."

[kaltura id="0_sqzjkg83" class="full_size" title="Michael Timm Ich bin geschockt"]

Dimitrenko selbst wandte sich tapfer an seinen Promoter Klaus-Peter Kohl. "Ich will boxen", wiederholte der frühere Juniorenweltmeister immer wieder.

"Das konnte ich nicht zulassen. Aber natürlich ist es hart, wenn man nach so langer Vorbereitung nicht kämpfen kann. Mir tut es auch für Albert Sosnowski leid", sagte der Manager und versicherte, dass sein Boxer den Gürtel vorerst behalten dürfe.

Sosnowski hat Verständnis

Der Fight gegen Sosnowski solle nach Dimitrenkos Genesung so schnell wie möglich nachgeholt werden. Auch der Herausforderer erklärte sich sofort zu einer Neuauflage bereit.

"Die Gesundheit ist viel wichtiger als irgendein Kampf. Ich hoffe, dass er schnell wieder fit wird. Hoffentlich können wir das Duell im Ring bald nachholen", sagte der Pole, der den EM-Gürtel für eine WM-Chance gegen WBC-Champion Witali Klitschko im vergangenen Mai niedergelegt hatte.

Gegen den Ukrainer kassierte Sosnowski jedoch die dritte Niederlage seiner insgesamt 50 Kämpfe umfassenden Karriere.

Dimitrenko, der den damals vakanten EM-Titel im vergangenen Juli gegen Jaroslaw Saworotny (Ukraine) gewann, weist eine Kampfbilanz von 30 Siegen in 31 Fights auf.

Dimitrenko darf Krankenhaus verlassen

Am Sonntag konnte Dimitrenko wieder aus der Klinik entlassen werden.

"Mir geht es schon wieder besser. Ich warte noch auf einige Ergebnisse und werde am Montag in Hamburg weitere Untersuchungen durchführen lassen. Ich hoffe, dass wir dann wissen, was passiert ist", sagte der Europameister.

Der Wahl-Hamburger entschuldigte sich regelrecht bei den Fans und seinem Gegner.

"So etwas habe ich noch nie erlebt. Es tut mir leid für die Fans in der Halle und vor dem Fernseher. Aber ich hoffe, dass ich schnell wieder gesund werde und zu diesem Kampf antreten kann. Ich möchte sobald es geht meinen Titel gegen Sosnowski verteidigen", kündigte Dimitrenko an.

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