vergrößernverkleinern
Dereck Chisora (r.) wurde im afrikanischen Simbabwe geboren © getty

Wladimir Klitschko geht seinen Gegner wegen eines Übergriffs auf dessen Ex-Freundin an - was zu einem Schlagabtausch führt.

Mannheim - Wladimir Klitschko stilisiert sich als Rächer der geschlagenen Ex-Freundin:

Der Schwergewichts-Weltmeister hat seinem englischen Herausforderer Dereck Chisora vor dem Kampf um die Titel der Boxverbände IBF und WBO am Samstag in Mannheim Prügel als Vergeltung für die Gewalt gegen dessen Ex-Freundin angedroht.

"Ich schlage keine Frauen, so wie du es tust. Wer Frauen schlägt, ist ein Verlierer. Du weißt nicht, wo man boxt - nämlich im Ring", sagte Klitschko zu dem 26-Jährigen: "Als Person bist du schrecklich. Ich werde dir den Weg nach Hause ohne Titel zeigen."

Chisora wurde im November wegen eines Übergriffs auf seine frühere Lebensgefährtin zu zwölf Wochen Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte zugegeben, sie geohrfeigt zu haben, nachdem er eine SMS eines anderen Mannes auf ihrem Handy gefunden hatte.

Mehr als ein "Taxi-Fahrer"

Dass Klitschko die Angelegenheit zum Thema machte, führte zu gegenseitigen Beschimpfungen der beiden Kontrahenten.

Dabei warf Chisora, der sich wegen des Gewaltvorwurfs vor Gericht verantworten und 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen musste, dem Weltmeister unter anderem vor, dass er zuletzt nur "Taxi-Fahrer" als Gegner gehabt habe: "Ich dagegen bin der geborene Kämpfer."

Chisora, der sich in den schottischen Highlands auf den WM-Kampf vorbereitet hat, war bislang nur Box-Insidern bekannt.

Mangelnde Erfahrung

Er ist amtierender britischer Meister und Commonwealth-Champion und in 14 Profikämpfen ungeschlagen. Neunmal gewann er vorzeitig. In der unabhängigen Weltrangliste wird Chisora, der Klitschko zudem mit der Aussage provozierte, dass dessen Freundin Hayden Penetierre "nicht größer als einen Meter ist", an Position 13 geführt.

Trotz seiner mangelnden Erfahrung ist Chisora siegessicher.

"Wladimir hat noch keinen Gegner wie mich gehabt. Ich bin auf dem Weg nach oben, Klitschko ist auf dem Weg nach unten. Ich bin voller Selbstvertrauen. Klitschkos letzte Gegner wollten doch nur ihren Scheck abholen, ich werde mir die Titel holen", erklärte der Brite vor dem Fight, der in über 110 Länder im TV übertragen wird.

"Talent ist wichtiger als Erfahrung"

Auch Chisoras Promoter Francis Warren ist von einem Sieg seines Schützlings überzeugt.

"Ich habe keine Zweifel daran, dass wir die Titel mit nach Großbritanien nehmen werden. Das Talent ist wichtiger als Erfahrung", sagte Warren.

Chisoras Trainer Don Charles wurde noch deutlicher: "Wir sind nicht nach Deutschland gekommen, um Ferien zu machen. Wir wollen die Titel holen. Wir sind sehr gut vorbereitet. Dereck ist der Kämpfer, der Wladimir schlagen wird."

Auch Steward reitet Attacke

Ganz anders sieht das naturgemäß Klitschkos Trainer Emanuel Steward. Der US-Amerikaner attackierte Chisora ähnlich heftig wie Klitschko.

"Chisora hat den Job für mich erledigt. Ich muss Wladimir nicht motivieren. Chisora hat sich über Wladimir, über dessen Freundin und über mich lustig gemacht. Er hat keinen Respekt gezeigt. Das hat Wladimir sehr verärgert, deshalb wird er sehr viel aggressiver als zuletzt zu Werke gehen", sagte der Coach:

"In der Pause nach der ersten Runde wird er sehr viel mehr Respekt haben - wenn es überhaupt zu dieser Pause kommen wird."

Chisora soll Jubiläums-Opfer sein

Klitschko, der sein Trainingslager im österreichischen Going absolvierte, bestreitet in Mannheim bereits seinen 19. WM-Kampf.

Der 34-Jährige hat insgesamt 58 Kämpfe bestritten, von denen er nur drei verlor. 49 Mal schlug er seinen Gegner K.o. Chisora soll nach dem Willen Klitschkos als 50. zu Boden gehen:

"Ich hoffe, er schafft es zur Pressekonferenz nach dem Kampf. Dort habe ich ihm noch einiges zu sagen."

Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel