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David Haye ist seit dem 7. November 2009 WBA-Weltmeister im Schwergewicht © getty

Der Brite will von einem Kampf im Juli nichts wissen. Er beschimpft Klitschko als Feigling und berichtet von Sonderwünschen.

Von Andreas Kloo

München - Endlich schien alles klar zu sein. Dem lang erwarteten Duell um die Schwergewichts-Krone zwischen Wladimir Klitschko und David Haye sollte nichts mehr im Wege stehen.

"Ja, es ist wahr, der Fight wird endlich steigen", hatte Klitschko der Nachrichtenagentur "Reuters" gesagt und als Kampftermin den 2. Juli genannt.

Doch kurioserweise will David Haye von einer Einigung nichts mehr wissen.

"Klitschko behauptet, er werde sowohl mich als auch Chisora boxen, aber das ist Quatsch", wird der Brite in der "Sun" zitiert. Klitschko lebe in Wolkenkuckucksheim.

Klitschkos Manager Bernd Bönte blieb angesichts der Entwicklung nur die frustrierte Feststellung gegenüber der Münchner "tz", die Verhandlungen mit Haye seien "vorerst gescheitert".

Klitschko-Sprecher glaubt an Kampf

Das bestätigte Pressesprecher Klaus-Peter Dittrich gegenüber SPORT1: "Beide Seiten hatten sich auf den 2. Juli als Termin geeinigt. Weil Wladimir dann gesagt hat, er würde am 30. April noch gegen Dereck Chisora antreten, stellt Haye das Duell gegen Wladimir wieder in Frage."

Dennoch habe er noch Hoffnung, dass der Kampf zustande komme: "Im Boxen soll man niemals nie sagen. Gerade weil es der Kampf ist, den alle Boxfans dieser Welt sehen wollen."

Pay-TV schuld?

Ursprünglich war offenbar der 30. April als Termin für den Kampf gegen Haye vorgesehen. Dagegen legte allerdings ein britischer Pay-TV-Sender nach Böntes Angaben Einspruch ein.

Im Mai und Juni ist der Kampf wegen diverser anderer Großerereignisse und gebuchter Stadien in Deutschland nicht zu machen.

"Wir haben nichts dagegen, wenn auch Haye vorher noch einen Kampf macht", sagte Bönte, aber "für Wladimir wäre die Pause bis Juli zu lang gewesen."

Zunächst gegen Chisora

Deshalb tritt der 34-Jährige nun am 30. April in Mannheim gegen Dereck Chisora an. "

Gegen den Briten hätte Klitschko bereits am 11. Dezember im Ring stehen sollen, musste aber wegen eines Faserrisses in der Bauchmuskulatur absagen.

"Feige Ausflucht"

Doch Haye sieht dies nur als "feige Ausflucht" und glaubt nun nicht mehr an ein Duell.

"Sollen wir wirklich glauben, dass ein Boxer, der 2009 nur ein einziges Mal gekämpft hat und 2010 zweimal, nun zweimal innerhalb von neun Wochen kämpfen soll?", fragt der WBA-Champion.

Zahlreiche Sonderwünsche

Um seine Meinung von Klitschko zu untermauern, berichtet Haye von angeblichen Sonderwünschen Wladimirs, mit denen er in der Vergangenheit dem Duell entgehen wollte.

"Er weigerte sich nach England zu kommen, wollte seine eigenen Handschuhe, den Ring unbedingt erst als Zweiter betreten, aus der roten Ecke boxen und verlangte einen deutschen Ringarzt."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Fertig mit den Klitschkos"

Aufgrund dieser Erfahrungen hakt Haye den Kampf nun endgültig ab.

Für seinen 31. Geburtstag, den 13. Oktober, hat der "Hayemaker" seinen Rücktritt angekündigt. An ein Zustandekommen des Fights bis zu dieser Deadline glaubt er nicht mehr.

"Ich bin fertig mit den Klitschkos. Aber ich kann in diesem Jahr mit erhobenem Haupt zurücktreten in dem Wissen, alles was in meiner Macht stand, für diesen Kampf getan zu haben", hält er fest.

Haye will der Erste sein

Möglicherweise hat Haye aber einfach nur ein Problem damit, erst der zweite in der Reihe der Klitschko-Gegner zu sein.

Denn der Brite stellt klar: "Ein Titelkampf mit mir ist der lukrativste, bedeutungsvollste und gefährlichste Kampf, den Wladimir jemals hatte. Das ist kein belangloser Vorbereitungskampf."

Letzlich wissen die Box-Fans wieder nicht, woran sie sind. Erst wenn sich am 2. Juli Klitschko und Haye wirklich im Ring gegenüberstehen und der Gong ertönt, wird hundertprozentig feststehen, dass der lang ersehnte Mega-Kampf tatsächlich steigt.

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