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Wladimir Klitschko ist Weltmeister der Box-Verbände IBF, WBO, und IBO © getty

Klitschko teilt gegen Haye aus: Er wirft dem Briten vor, ein Lügner zu sein. An Hayes Rücktritt glaubt der Ukrainer nicht.

Von Olaf Mehlhose

München - Wladimir Klitschko hat im verbalen Schlagabtausch mit Erzfeind David Haye zurückgeschlagen.

"David Haye ist ein Stück Scheiße", sagte der 34-Jährige bei "ESPN": "Alles was aus seinem Mund kommt, ist eine Lüge. Er hat im Schwergewicht noch nichts erreicht, außer sich mit seinem idiotischen T-Shirt zu zeigen und irgendwelche Kommentare abzugeben."

Damit reagierte Klitschko, Titelträger der Verbände IBF, WBO und IBO, auf die Aussagen des 30-Jährigen Briten, dass er alles dafür getan habe, dass der Kampf zustande kommt und andernfalls - im Gegensatz zu Klitschko - ruhigen Gewissens zurücktreten könne.

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"Ich habe im Cruisergewicht die besten der Welt geschlagen, ohne gegen mich zu gewinnen, kann Wladimir das im Schwergewicht nicht behaupten", erklärte WBA-Champion Haye.

"Dann ist er ein Verlierer"

Doch Klitschkos Konter ließ nicht lange auf sich warten.

"Früher oder später muss er gegen mich kämpfen. Er wird sowieso nicht zurücktreten, er versucht mit den Medien zu spielen, er ist ein Lügner, Lügner, Lügner. Wenn er zurücktritt, ohne gegen mich zu kämpfen, ist er ein Verlierer ohne irgendeine Hinterlassenschaft im Schwergewicht."

Chisora und Haye in neun Wochen

Haye und dessen Landsman Dereck Chisora innerhalb von neun Wochen zu boxen, sei dabei kein Problem.

"Der Kampf gegen Haye ist für mich kein außergewöhnlicher Fight. Ich brauche kein halbes Jahr, um mich darauf vorzubereiten. Zuerst gegen Chisora zu kämpfen, ist gute Werbung für den Kampf mit Haye", sagte der Ukrainer.

Der "Hayemaker" provoziert

Haye hatte zuvor bezweifelt, dass Klitschkos Angebot, den Kampf am 2. Juli auszutragen, ernst gemeint sei.

"Sollen wir wirklich glauben, dass ein Boxer, der 2009 nur ein einziges Mal gekämpft hat und 2010 zweimal, nun zweimal innerhalb von neun Wochen kämpfen soll?", fragte Haye provozierend.

Dass wollte Klitschko aber nicht so stehen lassen: "Er vergisst, dass ich 2009 nur einmal gekämpft habe, weil ich mich auf ihn verlassen habe. Ich habe im Juni mit ihm gerechnet, deshalb habe ich zwischendurch nicht gekämpft."

Kampf noch nicht sicher

Mit Haye gebe es nun eine mündliche Absprache, ob der Kampf allerdings zustanden kommen werde, sei keinesfalls sicher.

"Sie (David Haye und Trainer Adam Booth, d. Redaktion) haben mich und meinen Bruder mehrmals angelogen", sagte Klitschko: "Wir haben jetzt ein Datum für den Kampf gefunden, den 2. Juli. Wenn Haye will können wir kämpfen, aber ich traue ihm nicht mehr. Ich werde meinem eigenen Zeitplan folgen, entweder wird er mitmachen oder nicht."

Steward hofft auf Superfight

Klitschkos Trainer Emanuel Steward zumindest hofft weiterhin darauf, dass der Superfight zwischen seinem Schützling und David Haye zustande kommt.

"Das würde ich sehr gerne sehen. David ist ein talentierter Boxer, ich respektiere ihn sehr", sagte Steward der Nachrichtenagentur "Reuters".

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