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Eine Million Börse: Luan Krasniqi und Alexander Dimitrenko (v.) © getty

Luan Krasniqi kämpft gegen den Hünen Alexander Dimitrenko um seine letzte Chance. Trotz schwerer Niederlagen ist er optimistisch.

Eine starke Psyche, ein vorbildlicher Freund und das Vertrauen in das "biologische Alter" sollen dem betagten Profiboxer Luan Krasniqi den Traum von einer weiteren WM-Chance verwirklichen.

"Die besseren Nerven werden entscheiden. Ich habe schon schwere Zeiten hinter mir, man hat mir schon oft die letzte Chance zugesprochen und ich bin immer noch da", sagte der bereits 37 Jahre alte Krasniqi, wenige Tage vor einem weiteren, möglicherweise letzten Fight.

Gegner am Samstag im Burg-Wächter Castello ist der elf Jahre jüngere, in 28 Kämpfen stets siegreiche, mit 2,01 Metern Größe hünenhafte und entsprechend grenzenlos selbstbewusste Russe Alexander Dimitrenko.

"Es kann nichts schiefgehen"

"Es kann nichts schiefgehen, ich habe eine optimale Vorbereitung gehabt und bin seelisch bestens drauf, ich habe den besten Trainer und Gott wird mir bestehen. Alles wird gut, ich werde gewinnen", sagte der 26-Jährige, der mit Krasniqi im Universum Stall bereits gesparrt hat, zu Meistercoach Fritz Sdunek (Interview Wilfried Sauerland).

Nummer 1 der WBO ist Dimitrenko und sogenannter Interkontinental-Meister des Verbandes.

Blickt man zurück, könnte Krasniqi eigentlich schon aufgeben, wie am 20. Juli 2002.

Tracht Prügel

Dort blieb er im Duell gegen den als Aufbaugegner vorgesehenen Przemyslaw Saleta nach einer Tracht Prügel einfach zur neunten Runde auf seinem Stuhl sitzen. Erste Niederlage.

Am 28. September 2005 liegt er an seinem größten Tag als Profi gegen WBO-Champion Lamon Brewster klar vorn und wird ausgeknockt. Und im vergangenen Jahr war Krasniqi gegen Tony Thompson hoffnungslos überfordert.

Diesmal soll alles anders werden. In seiner Ecke steht neben Trainer Valentin Silaghi, unter dem er als Amateur 1996 in Atlanta Olympiabronze gewann, sein bester Freund und Spiritus Rector, Firat Arslan.

Blutige Auseinandersetzung

"Ich bin absolut optimistisch. Wir kennen uns seit 20 Jahren und motivieren uns gegenseitig", sagt der Ex-Weltmeister im Cruiser-Gewicht, der den Titel auch erst im hohen Alter von 37 Jahren gegen Virgil Hill gewonnen und diesen Jahr in einer blutigen Auseinandersetzung an Guillermo Jones verloren hatte.

Aber das Knie hat er nie gebeugt. "Ich gebe niemals auf", sagt Arslan. Das darf sein Kumpel Krasniqi auf keinen Fall, an seine letzte Niederlage gegen Tony Thompson erinnert er sich dann auch äußerst ungern.

"Schon auf dem Weg in den Ring fehlte das Kribbeln im Bauch. Die Füße wollten nicht, die Hände auch nicht. Ich müsste dem Ringrichter eigentlich heute noch Dankesbriefe schicken, weil er mich früh aus dem Kampf genommen hat", sagte der gebürtige Kosovo-Albaner in einem Interview mit der "Neue Ruhr/Rhein Zeitung".

Wie ein 28-Jähriger

Krasniqi spricht lieber über das Alter, das aus seiner Sicht eigentlich völlig überbewertet ist.

"Biologisch fühle ich mich wie ein 28-Jähriger. Und Witali Klitschko ist nach vier Jahren Pause auch mit 37 Jahren wieder Weltmeister geworden. Das ist auch mein Ziel", sagt er und fügt zur ominösen letzten Chance an: "Meine letzte Chance hat schon im Jahr 2004 begonnen. Ich spüre nicht, dass dies meine letzte Chance ist."

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