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Ahmet Öner wurde 2010 zu einer 22-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. © imago

Mit einer diamantenen Nachbildung der Zeichentrickfigur sendet Odlanier Solis erste Giftpfeile. Promoter Öner kommt in Fahrt.

Köln - Der "Schatten" will ins Rampenlicht:

Mit vollmundigen Versprechungen hat das Lager von Odlanier "La Sombra" Solis im Vorfeld der Schwergewichts-WM gegen WBC-Champion Vitali Klitschko die erste Runde eingeläutet.

"Wir werden Geschichte schreiben und der Ära Klitschko ein Ende setzen", sagte Promoter Ahmet Öner.

Der Herausforderer gab sich, begleitet von wummernden Latino-Klängen, beim ersten gemeinsamen Auftritt am Mittwoch in der Kölnarena verbal vergleichsweise entspannt und gelassen.

Mit "Sponge-Bob-Taktik" zum Erfolg

"Wir werden den besten Kampf aller Zeiten sehen", sagte der Kubaner vor dem Titelkampf am 19. März an gleicher Stelle.

Der 30-Jährige wirkte beinahe gelangweilt und blühte erst auf, als er auf Nachfrage Klitschkos den Sinn seiner auffallend protzigen Halskette erläutern sollte.

Die mit Diamanten besetzte Nachbildung der amerikanischen Zeichentrickfigur Sponge Bob Schwammkopf sei Symbol für einen Schwamm, der alles aufsaugen solle.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Ein ungewöhnlicher Glücksbringer für den "Krieger, Kämpfer und Gewinner", wie Trainer Pedro Diaz seinen Schützling charakterisierte.

Öner: Klitschkos wollten Kampf nie

Einzig Ahmet Öner kam vor dem Auditorium in der Arena richtig in Fahrt. "Der Kampf wurde von Klitschko niemals gewollt. Sie haben versucht, ihm aus dem Weg zu gehen", sagte Öner.

Der Promoter echauffierte sich über zähe und schwierige Verhandlungen und betonte erneut, Klitschko sei in der Vergangenheit nie wirklich geprüft worden.

Bernd Bönte, Geschäftsführer der Klitschko Management Group (KMG), konterte kurz und knapp: "Was juckt es die Eiche, wenn der Hund dran pinkelt."

"Mein Ziel ist ein K.o.-Sieg"

Damit hatten beide Lager ihr Pulver aber bereits verschossen. Klitschko, der gegen den neun Jahre jüngeren Solis vor seinem 14. WM-Fight steht, ließen die vollmundigen Versprechungen aus dem Lager des Kontrahenten kalt.

"Das habe ich vor zwei Jahren schon gehört", sagte der 39-jährige Ukrainer.

"Ich habe großen Respekt vor meinem Gegner. Aber ich werde beweisen, dass der Gürtel mir gehört. Ich gehe selbstbewusst in den Kampf. Mein Ziel ist ein K.o. -Sieg", so Klitschko weiter.

"Werden uns akribisch vorbereiten"

Für dieses großes Ziel wird Klitschko in 14 Tagen in die Vorbereitungen auf seinen 44. Profikampf einsteigen. 41 Kämpfe gewann Klitschko bisher, 38 davon vorzeitig.

"Wir werden uns wie immer akribisch vorbereiten", sagte Klitschko-Coach Fritz Sdunek. "Solis ist ein sehr erfolgreicher Amateur, der aber noch keinen großen Gegner geboxt hat."

Solis hatte bereits nach seiner Ankunft in Köln am Montag erste Trainingseinheiten absolviert. Der Normalausleger wird als Nummer eins der WBC-Weltrangliste geführt und ist damit offizieller Herausforderer des Weltmeisters.

Solis mit Top-Bilanz als Profi

Als Amateur gehörte Solis zur absoluten Weltspitze, wurde dreimal Weltmeister und schließlich 2004 in Athen Olympiasieger. Als Profi ist Solis noch ungeschlagen und feierte 17 Siege in 17 Kämpfen, zwölf davon vorzeitig.

Adamek fordert einen der Klitschkos

Bereits vor der offiziellen Pressekonferenz hatte die KMG den nächsten Gegner der Klitschkos präsentiert.

WBC-Weltmeister Witali oder Bruder Wladimir sollen im September in einem für die Fußball-EM neu gebauten Stadion in Warschau oder Breslau ihren Titel gegen den Polen Tomasz Adamek verteidigen.

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