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Vital Klitschko hält derzeit Weltmeistertitel des Verbandes WBC im Schwergewicht © imago

Vor dem Kampf gegen Solis denkt "Dr. Eisenfaust" an den Ruhestand. Vorher will er aber noch "die Welt von Herrn Öner befreien".

Von Olaf Mehlhose

München - Eben erst war Vitali Klitschko noch in ungewohnter Rolle auf PR-Tour.

Als Vorsitzender seiner neuen ukrainischen Partei UDAR - das Kürzel entspricht in der Landessprache dem Wort "Schlag" - traf er in Berlin ranghohe CDU-Politiker, um sich Rat für seine Zweit-Karriere als Politiker zu holen.

Wobei diese schon recht bald zu seiner Erst-Karriere werden könnte.

Vor dem WM-Kampf am 19. März gegen Odlanier Solis äußert der WBC-Champion im Schwergewicht Rücktrittsgedanken.

"Die Entscheidung muss sitzen"

Für September ist zwar schon der nächste Kampftermin anberaumt: Vitali oder Bruder Wladimir soll dann gegen den Polen Tomasz Adamek boxen.

Doch danach könnte mit der Karriere ganz schnell Schluss sein.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Seine Frau Natalie müsse nicht mehr allzu lange auf seinen Rücktritt warten, sagte der 39-Jährige der "Bild":

"Viele Sportler haben den richtigen Moment verpasst, ihre Karriere zu beenden. Das soll mir nicht passieren. Die Entscheidung ist sehr schwer - sie muss sitzen."

Vom Gefühl her wie ein Junger

Er fühle sich zwar noch "wie ein 25-Jähriger", ließ Klitschko verlauten, gab jedoch zu Bedenken, "auf dem Papier bin ich aber schon ein Box-Opa - das ist mir bewusst".

Ein genaues Datum für seinen Ruhestand habe er aber noch nicht im Auge.

"Jeder Kampf ist mit einem großen Risiko verbunden. Man muss realistisch sein: Ein paar Kämpfe werden aber noch kommen", erklärt Klitschko.

"Die Welt von Herrn Öner befreien"

Den Vorwurf, er würde seine Gegner nicht ernst nehmen - die Planung des Adamek-Kampfes sieht das Solis-Lager als Beleg -, kontert der Ukrainer mit einer Kampfansage.

"Arrogant? Nur weil Solis und sein Promoter Ahmet Öner das behaupten? Das ist Unsinn! Ich war mein ganzes Leben lang bodenständig, niemals frech zu meinen Gegnern", sagte Klitschko:

"Öner behauptet auch Solis wird die Welt von den Klitschkos befreien - da liegt er falsch. Ich werde die Welt von Herrn Öner befreien. Und zwar mit Vergnügen."

Keine Lust auf den Dschungel

Eine Idee für die Zukunft nach dem Rücktritt hat Klitschko aber schon zurückgewiesen: Einen Auftritt im Dschungel-Camp:

"Nein, auf keinen Fall. Das schaue ich zwar häufiger mit meinen Kindern. Für sie ist es ein großes Abenteuer. Wir diskutieren immer, wie eklig die Aufgaben sind und möchten niemals durch Kakerlaken krabbeln oder Insekten essen."

Dann doch lieber Politiker.

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