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Anlässlich des Super-Six-Turniers wechselte Abraham 2009 ins Supermittelgewicht © imago

"King Arthur" will als Vorkämpfer den ramponierten Ruf wiederherstellen. Promoter und Coach setzen ihn unverhohlen unter Druck.

Von Philipp Langer

München - Es ist ein Aufbaukampf in einer Ruhrpott-Provinz. Nur ein Duell im Vorprogramm zweier WM-Fights.

Und dennoch steht für Arthur Abraham einiges auf dem Spiel.

"Wir erwarten, dass er mental wieder präsent ist und sich wieder im Griff hat. Alles andere als ein Sieg wäre eine Katastrophe", stellt Promoter Kalle Sauerland klar - ohne Rücksicht auf die ungeschriebene Sportler-Regel, nicht schon vorab über das zu reden, was im schlimmsten Fall sein könnte.

Wenn der Profi mit armenischen Wurzeln am Samstag gegen Stjepan Bozic in Mülheim an der Ruhr in den Ring steigt, geht es also nicht nur darum, das blamable Ende des vergangenen Jahres vergessen zu machen.

"Wir werden sehen..."

Auch Trainer Ulli Wegner erwartet von seinem ehemaligen Musterschüler nicht weniger als eine "Top-Leistung".

"Wir werden sehen, ob Arthur wieder zu alter Form zurückfinden wird", gibt sich der 69-jährige Coach nach den Niederlagen Abrahams gegen Andre Dirrell und den Briten Carl Froch ungewohnt zurückhaltend.

Zu tief sitzt noch die Enttäuschung beim erfolgsverwöhnten Trainer.

Comeback als "King"

Doch Abraham plant einen großen Neuanfang oder vielmehr sein Comeback als "King Arthur" im Supermittelgewicht.

Seine zuletzt wenig königlichen Leistungen hat er mit Wegner analysiert. Das Seuchenjahr 2010 will er nun endlich hinter sich lassen - und wieder voll angreifen.

"Ich will nur noch nach vorn schauen. 2011 werde ich meine Fans wieder begeistern. In Mülheim mache ich den Anfang. Am besten mit einem K. o.-Sieg", verspricht der 30-Jährige.

Der nächste Schritt soll dann im Halbfinal-Fight beim Super-Six-Turnier gegen den bisher ungeschlagenen Amerikaner Andre Ward folgen.

Verarbeitet oder nur verdrängt?

Allerdings scheint den Berliner vor allem die Pleite gegen Froch noch immer zu beschäftigen. "Für mich ist der Kampf immer noch ein Rätsel. Das war nicht ich."

Der Aufbaukampf gegen den Kroaten Bozic könnte also auch zeigen, ob Abraham seine letzten Leistungen wirklich verarbeitet oder lediglich verdrängt hat.

Für eine leichte Aufgabe hält er den 36-jährigen Kroaten ohnehin nicht.

"Ich weiß, dass er ein großes Kämpferherz besitzt. Sein linker Kopf- und der Aufwärtshaken sind ebenfalls gefährlich", erinnert sich "King Arthur" an die Stärken seines früheren Sparingspartners.

Hernandez will den Titel

Neben Abraham steht auch Yoan Pablo Hernandez am Samstagabend in Mühlheim vor einem richtungsweisenden Kampf.

Der ebenfalls vom Sauerladstall betreute Kubaner trifft bei der Cruisergewichts-WM der WBA auf den Franzosen Steve Herelius.

Im Duell zwischen Steve Cunningham und Enad Licina geht es in der RWE-Sporthalle zudem um den IBF-WM-Titel im Cruisergewicht.

Im Mittelpunkt aber steht der Vorkämpfer.

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