vergrößernverkleinern
Felix Sturm (l.) steht vor seinem 38. Kampf als Profi - dem dritten in Stuttgart © getty

Felix Sturm attackiert Arthur Abraham und die Klitschkos - und verteidigt sich gegen die Kritik an seiner Herausforderer-Wahl.

Von Martin Hoffmann

München - Ronald Hearns heißt der Gegner, gegen den Felix Sturm am Samstag in den Ring steigt.

"Die Abrechnung" ist das Motto für den Kampf in Stuttgart - auch wenn nicht ganz klar ist, was die beiden Gegner ohne gemeinsame Vorgeschichte zu verrechnen haben.

Eine Abrechnung anderer Art liefert Sturm im Voraus: Er verteilt kräftige Hiebe gegen den Rest der hier bekannten Boxwelt.

Die Klitschkos, Arthur Abraham, der Sauerland-Stall: In einem in "Welt" und "Hamburger Abendblatt" verbreiteten Interview legt der 32-jährige WBA-Champion einen öffentlichkeitswirksamen Rundumschlag hin.

Vorwurf: Schwache Gegner

Ihnen allen wirft er vor, entweder schwach zu sein - oder nur schwache Gegner zu boxen.

Ein Vorwurf, der aus einer Verteidigungshaltung heraus kommt.

Denn Sturm muss sich selbst vorwerfen lassen, sich in Hearns selbst nicht gerade die größte Herausforderung für einen Kampf herausgesucht zu haben.

Hearns im Schatten von Vater "Hitman"

Der US-Amerikaner hat zwar den großen Namen seines legendären Vaters Thomas "Hitman" Hearns - aber nicht annähernd dessen Renommee.

Von seinen 27 Kämpfen hat er zwar 26 gewonnen, aber keinen gegen einen Kämpfer von Weltruf.

Unabhängige Weltranglisten führen den Altersgenossen Sturms auf Plätzen um die 50.

Sturm kassiert viele Absagen

"Ich gebe nicht viel auf diese Computer-Ranglisten", meint Sturm hierzu: "Ronald Hearns ist ein sehr guter Gegner, er hat nur eine Niederlage kassiert und den unbedingten Willen, seinem berühmten Vater nachzueifern."

Er habe zwar mit größeren Namen in Verhandlung gestanden, die wären aber zu unbekannt für den deutschen Markt gewesen, hätten andere Angebote oder vor einem Kampf in Deutschland gekniffen:

"Wir haben eine Menge Geld geboten, einigen mehr, als sie in drei Kämpfen drüben verdienen. Aber die trauen sich letztendlich dann nicht, hier anzutreten."

Abraham nur ein "Hauer"

Kritische Worte findet Sturm auch über deutsche Konkurrenten.

Arthur Abraham? "Arthur ist ein Hauer, er hat boxerisch aber nichts drauf. Das hat die Welt spätestens bei seiner Niederlage gegen Carl Froch gesehen."

Sebastian Sylvester? Den habe er "schon einmal klar geschlagen. Ich habe mit seinem Promoter Kalle Sauerland gesprochen, der wollte zu Verhandlungen nach Köln kommen."

Gehört habe er aber "nie wieder was, nur über die Presse. Das ist typisch für die: große Klappe und nichts dahinter."

"Ich will die Besten!"

Sebastian Zbik? "Was hat der schon erreicht? Er hat den WBC-Titel geschenkt bekommen, weil Sergio Martinez ihn niederlegen musste. Er hat keinen namhaften Gegner besiegt."

Eher indirekt teilt er gegen die Klitschkos aus, die er als Vorbilder nennt:

"Ich würde diesen Status gern erreichen, und ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin."

Auch hier schließt er aber mit Blick auf die Gegnerauswahl der Ukrainer an, dass es ihm "nicht egal ist, gegen wen ich antrete. Ich will die Besten!"

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel