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Robert Stieglitz gewann den WBO-Gürtel im August 2009 gegen den Ungarn Karoly Balzsay © getty

Stieglitz gegen Sartison: Zum ersten Mal in der Boxgeschichte treten zwei deutsche Profi-Weltmeister gegeneinander an.

Magdeburg/Berlin - Henry Maske gegen Dariusz Michalczewski, Arthur Abraham gegen Felix Sturm - es waren Traumkämpfe für das deutsche Publikum.

Traumkämpfe, die nur einen entscheidenden Makel hatten: dass es Träume geblieben sind.

Noch nie sind zwei deutsche Profi-Weltmeister anerkannter Verbände gegeneinander in den Ring gestiegen, was sich am 9. April in Magdeburg ändern wird.

Denn dann begegnen sich die Supermittelgewichts-Champions Robert Stieglitz (WBO) und Dimitri Sartison (WBA), um ein Stück Boxgeschichte zu schreiben.

Das "Fetteste seit Jahren"

Wobei der Kampf trotz der historischen Konstellation einen offensichtlichen Makel hat: Es ist ein Duell zweier Kämpfer, deren Massenwirkung begrenzt ist.

Die Euphorie von Promoter Ulf Steinforth mindert das nicht.

"Gänsehaut-Feeling" bekomme er beim Gedanken an das Duell: Ein "Hammerfight", das "Fetteste seit Jahren" und "ganz großes Kino" werde es, wenn die beiden in den Ring steigen: "Alle reden von großen Kämpfen. Wir machen sie."

Drei Millionen sollen zuschauen

Bei der Live-Übertragung im TV peilt Steinforths Promotionsfirma SES eine Quote von drei Millionen Zuschauern an.

Was ambitioniert ist: Der letzte WM-Kampf Stieglitz' gegen Enrique Ornelas lockte nur 1,67 Millionen Fans vor den Bildschirm.

Steinforth will weit über die Marke hinaus und in die Riege der Top-Promoter aufsteigen: Der Kampf zwischen seinem Schützling Stieglitz und Sartison vom Hamburger Konkurrenten Universum soll sein Sprungbrett sein.

Nur der WBO-Gürtel auf dem Spiel

Wobei der Kampf für das SES-Lager einen Nachteil hat: Während Stieglitz seinen WBO-Titel aufs Spiel setzt, riskiert Sartison seinen Gürtel nicht.

Zumal der 31-Jährige momentan nur Platzhalter für den sogenannten Super-Champion Andre Ward ist, der derzeit in der Super-Six-Serie kämpft.

Titelverteidiger Stieglitz verlor bislang nur zwei seiner 41 Profikämpfe und verteidigt seinen Titel zum vierten Mal.

In den Verträgen ist bereits ein Rückkampf festgeschrieben, falls Stieglitz unerwartet gegen Sartison verliert, der seit einem Dreivierteljahr keinen Kampf mehr bestritten hat.

Sartison bald ebenfalls für SES?

Sartison könnte bald ebenfalls für SES in den Ring steigen. Das Universum-Team befindet sich in der Auflösung, seit es ohne TV-Vertrag dasteht.

In Hamburg dürfte man im Zuge des wirtschaftlichen Überlebenskampfes durchaus darauf einlassen, Sartison ziehen zu lassen.

Für Steinforth wäre das eine angenehme Situation. Egal, wie der Kampf ausgeht, der Weltmeister boxt für SES.

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