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Vitali Klitschko feiert im 44. Kampf als Profi seinen 42. Sieg © imago

Der Kubaner soll nach seinem Blitz-K.o. noch in dieser Woche operiert werden. Sein Promoter appelliert an "Ehrenmann" Klitschko.

Von Martin Hoffmann

München - Der verletzte Klitschko-Herausforderer Odlanier Solis soll noch in dieser Woche operiert werden.

"Wenn alles gut läuft, kann er schon am Donnerstag auf dem OP-Tisch liegen", erklärte sein Promoter Ahmet Öner in einer Pressemitteilung nach einer Arthroskopie des lädierten rechten Knies des Kubaners.

In dieser bot sich Dr. Jörn Michael, Oberarzt in der Orthopädie der Uni-Klinik Köln ein Bild des Schreckens: "Das vordere Kreuzband mussten wir komplett entfernen, der äußere Meniskus ist eingerissen, und der Schaden am Knorpel ist so groß wie ein Zwei-Euro-Stück."

Solis soll nun in einer bayerischen Spezialklinik unters Messer, zu erwarten ist laut Arena eine Pause von sechs bis neun Monaten.

Verdrehtes Knie

Der "Schatten", so der Spitzname Solis', war im Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf gegen Vitali Klitschko am Samstag in der ersten Runde ausgeknockt worden 368142(DIASHOW: Die Bildes des Kampfes).

Nach einem Treffer des Ukrainers hatte sich Solis das Knie verdreht und war nicht mehr in der Lage aufzustehen (EINWURF: Eine Schande? Nein: Boxen!).

Danach war ein heftiger, mit gegenseitigen Pöbeleien gewürzter Streit der Promoter Öner und Bernd Bönte entbrannt, ob der Schlag oder die Verletzung die Ursache für den K.o. waren.

Außerdem erklärte der Arena-Stall, dass Solis schon mit einer Vorschädigung am Knie in den Kampf gegangen wäre.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Öner wünscht sich Rückkampf

Öner wünscht sich nach der langen Pause, die seinen Schützling nun erwartet, einen Rückkampf 241930(DIASHOW: Vitali Klitschkos beste Kämpfe).

Und schlägt dabei - nach vielen Angriffen auf Klitschko im Vorfeld ("Am 19. März wird er an seiner Arroganz, Überheblichkeit und Selbstherrlichkeit ersticken") - überraschend sanfte Töne an.

"Ich habe Vitali als Ehrenmann kennengelernt", so Öner. Klitschko wisse "selber am besten, wie dramatisch es ist, wenn man einen Kampf wegen einer Verletzung verliert und dann keine zweite Chance bekommt".

Er erinnerte daran, dass Vitali Klitschko "Lennox Lewis jahrelang hinterher gelaufen" war: "Ich hoffe, er wird Solis dieses Schicksal ersparen und sofort eine Möglichkeit geben, die Scharte von Samstag auszuwetzen."

"Gehalten, was sich Fans und Experten versprochen hatten"

Solis hätte sich den Rückkampf durch seine Leistung bis zu seinem Knockout verdient:

"Die erste Runde hat genau das gehalten, was sich alle Fans und Experten davon versprochen hatten", so Öner.

"Es war endlich mal wieder ein packender Schwergewichts-Kampf auf hohem Niveau. Solis hat Vitali mächtig zugesetzt. Egal, mit wem ich gesprochen habe - alle hätten bis zur Szene, die zum Abbruch führte, Solis die erste Runde gegeben. Er hat eine zweite Chance verdient."

SPORT1-User wollen Rückkampf

Öner kann sich unter anderem auf Klitschko-Trainer Fritz Sdunek berufen, der Solis "leichte Vorteile" in der ersten Runde attestierte.

Die SPORT1-User hat Öner beim Wunsch nach einem Rückkampf auf seiner Seite:

74,3 Prozent stimmten bis zum Montagmorgen (10 Uhr) in einem Trend dafür, dass Solis einen Rückkampf verdiene.

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