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Rola El-Halabi (li.) bestritt als Profi zehn Kämpfe, sechs davon gewann sie mit K.o. © imago

Bei einer Box-Veranstaltung in Berlin schießt ein Mann auf einmal wild um sich. Anlass soll ein Familienstreit gewesen sein.

Berlin - Eine Schießerei hat am Freitagabend in Berlin eine Box-Veranstaltung auf der Trabrennbahn Karlshorst überschattet.

Nach Polizeiangaben gab ein 44-jähriger Mann gegen 22.50 Uhr mehrere Schüsse ab.

Eine Boxerin und zwei Wachmänner wurden verletzt.

Bei der Boxerin handelt es sich nach Angaben des Veranstalters ARENA Sports-Promotion um die ehemalige WIBF- und WIBA-Weltmeisterin Rola El-Halabi.

Die Ulmerin bereitete sich zum Zeitpunkt der Tat auf ihren Kampf vor. Täter soll ihr Stiefvater und Ex-Manager sein.

Opfer außer Lebensgefahr

Der Schütze wurde noch in der Halle von der Polizei überwältigt und festgenommen. Gegen ihn ermittelt nun die Mordkommission wegen versuchten Totschlags.

Der 44-Jährige wurde noch am Samstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin "wegen Verdachts der versuchten schweren Körperverletzung und gefährlichen Körperverletzung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz" einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt.

Lebensgefahr soll bei allen drei Opfern, die noch in der Nacht operiert wurden, nicht bestehen.

Die Veranstaltung, die etwa 800 Zuschauer verfolgten, wurde nach den Schüssen sofort abgebrochen und die Halle geräumt.

Stiefvater war Manager

Die 26-jährige gebürtige Libanesin El-Halabi sollte in Berlin um den Weltmeistertitel des Boxverbandes IBF im Leichtgewicht gegen die Bosnierin Irma Adler kämpfen.

Hintergrund der Tat ist anscheinend ein Streit in der Familie. El-Halabis Stiefvater war bis Januar auch ihr Manager, doch die Boxerin trennte sich im Streit von ihm.

Wegen angeblicher gesundheitlicher Probleme seiner Stieftochter soll der Mann versucht haben, sie an der Fortsetzung ihrer Karriere zu hindern. Im Zuge des Streits legte El-Halabi eine Kampfpause ein, am Freitag wollte sie im Titelkampf ihr Comeback geben.

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