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Robert Stieglitz (l.) wurde als Sergej Stieglitz in der früheren Sowjetunion geboren © imago

Weltmeister Stieglitz freut sich auf attraktive Ringbegleitung, Herausforderer Gevor fürchtet ein beeinflusstes Kampfgericht.

Magdeburg - Box-Weltmeister Robert Stieglitz schiebt vor dem WBO-WM-Kampf am Samstag Spätschichten, sein Gegner malt schon vor dem Kampf Verschwörungs-Szenarien an die Wand.

"Jeder weiß, dass es im Sport immer einen Heimvorteil gibt", sagt der Armenier Khoren Gevor vor dem Supermittelgewichts-Kampf:

"Das gilt im Boxen leider ganz besonders. Ich bin zu Gast auf einer SES-Veranstaltung in deren Stadt. Da mache ich mir keine Illusionen: Gerade in Magdeburg wird es sehr schwer für mich, einen Punktsieg zu erringen."

Der Heim-Veranstalter "zahlt die Rechnungen - auch für das Kampfgericht -, und das Publikum trägt seinen Teil dazu bei". Kein Kampfgericht der Welt könne sich davon frei machen, so der 31-Jährige: "Ich weiß, dass ich durch k.o. gewinnen muss - aber das ist okay für mich."

Kampfgericht abgelehnt

Ghorens Lager hat vor dem Kampf bereits das Punktgericht abgelehnt, weil es schon mehrmals bei Stieglitz-Kämpfen im Einsatz war.

"Ich denke, im Sinne des fairen und ehrlichen Sports, sollten nicht immer dieselben Punktrichter am Ring sitzen, wenn Robert Stieglitz boxt", begründete Gevors Manager Peter Schulze.

Gevor muss wegen der Kurzfristigkeit des Antrags womöglich trotzdem mit den unerwünschten Kampfrichtern leben: "Bisher haben wir keine abschließende Entscheidung der WBO erhalten."

Kurzfristige Umstellung

Improvisation ist generell auf beiden Seiten gefragt, da Gevor kurzfristig für den eigentlich vorgesehenen Stieglitz-Gegner, WBA-Weltmeister Dimitri Sartison, eingesprungen ist.

Anders als der am Knie verletzte Sartison ist Gevor Rechtsausleger ? worauf sich Stieglitz neu einstellen muss.

"Mein Trainer war selbst Rechtsausleger und konnte mir in dieser Woche viele Tipps geben", sagte Stieglitz, der nur so vor Selbstvertrauen strotzt: "Ich bin Favorit, und als wahrer Champion muss ich mich zu Hause beweisen. Außerdem ist es ein gutes Omen, dass ich 2009 gegen Karoly Balczay den Titel geholt habe. Der war auch Rechtsausleger."

18 Schönheiten als Begleitung

Stieglitz setzt vor seiner vierten Titelverteidigung in der Bördelandhalle gegen Herausforderer Khoren Gevor außerdem auf Echtzeittraining.

"Wir haben den Tagesablauf auf die späte Kampfzeit eingerichtet", sagte Trainer Dirk Dzemski, der seinen Schützling in den vergangenen Tagen erst am späten Abend auf seine Pratzen schlagen ließ.

Als Zusatzmotivation dienen ihm 18 junge Frauen aus seinem Heimat-Bundesland, die ihn am Samstag zum Ring begleiten werden ? vorab schon zu sehen in Werbespots, in denen Stieglitz von den nur mit Slips bekleideten Schönheiten angehimmelt wird.

Ärger über Sturm

Herausforderer Khoren Gevor, der seit 1996 in Deutschland lebt, baut auf die Erfahrung von 36 Kämpfen, darunter die drei verlorenen WM-Fights gegen Arthur Abraham (2007), Felix Sturm (2009) und vor neun Monaten gegen Dimitri Sartison.

"Ich stehe voll im Saft", sagt Gevor.

Ursprünglich sollte Gevor am 16. April in Manchester im WM-Ausscheidungskampf gegen den Engländer Matthew Macklin boxen, doch Macklin wurde letzte Woche als direkter Herausforderer von Felix Sturm verpflichtet. Der WM-Kampf im Mittelgewicht nach Version der WBA steigt Ende Juni in Köln.

Gevors Manager Peter Schulze sieht dahinter "ein abgekartetes Spiel, Sturm wollte nicht noch einmal gegen Khoren in den Ring. Dem tun noch seine Blumenkohl-Ohren vom WM-Kampf in Nürnberg weh."

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