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Robert Stieglitz kassierte als Profiboxer seit 2001 nur zwei Niederlagen © getty

Der Champion boxt im Kopenhagener Stadion gegen den Dänen, der dort bereits einen Deutschen entthront hat. Ein Traum werde wahr.

München - Es wird heiß unterm Stadiondach: Wenn Weltmeister Robert Stieglitz am 5. November in der Parken-Fußballarena in Kopenhagen seinen WBO-Titel im Supermittelgewicht verteidigt, werden 20.000 Fans wie eine Wand hinter ihrem dänischen Pflichtherausforderer Mikkel Kessler stehen.

"Die Fans sind mein großer Vorteil. Stieglitz wird sehr überrascht sein, was im Stadion abgeht", sagte Kessler vor dem hochkarätigen Fight in seiner Heimatstadt: "Die Fans werden mich nach vorne peitschen."

Kessler weiß, wovon er spricht. Der 32-Jährige schickte in der überdachten Arena bereits den früheren Weltmeister Markus Beyer in Runde drei auf die Bretter und nahm dem Deutschen 2006 seinen Titel ab.

Stieglitz will die Massen ausblenden

"Es ist meine Chance, wieder Weltmeister zu werden. Ich will nicht länger warten und still rumsitzen, denn ich will immer an der Spitze stehen", sagte Kessler entschlossen.

Dabei erwartet den Linksausleger vom Berliner Sauerland-Boxstall ein unangenehmer Gegner. Der Magdeburger Stieglitz will seinen Gürtel nicht hergeben und lässt sich trotz der zu erwartenden hitzigen Atmosphäre nicht nervös machen.

"Ich werde die vielen Zuschauer im Stadion komplett ausblenden und mich vollkommen auf den Kampf konzentrieren", sagte der 30-Jährige, der seit August 2009 Titelträger ist.

Verhandlungen "hart und schwierig"

Mit seiner ersten Pflichtverteidigung im Ausland wird für den in der Sowjetunion geborenen Boxer aus dem SES-Stall ein Traum wahr.

"Es war immer schon mein ganz großer Wunsch, in einem großen Stadion zu boxen. Deswegen wird es ein ganz besonderes Erlebnis für mich", sagte Stieglitz, der 40 seiner 42 Profikämpfe gewann.

Die Verhandlungen für die Austragung des Kampfes seien "hart und schwierig" gewesen, wie Geschäftsführer Christian Meyer von Sauerland-Event bestätigte.

Magdeburg-Plan verworfen

Kurzzeitig wurde auch darüber nachgedacht, den Fight im Magdeburger Fußballstadion durchzuführen.

Wegen der fehlenden Überdachung musste der Plan jedoch verworfen werden. "Wir haben verschiedene Möglichkeiten getestet und uns dann für Dänemark entschieden", sagte Meyer.

Die Vorfreude ist jedenfalls riesig. "Das ist ein Mega-Fight, und um viele Klassen besser als das, was man in der Vergangenheit so gesehen hat. Für mich ist es der Kampf des Jahres", sagte SES-Manager Ulf Steinforth.

Erste PK in Berlin

Dass es im November in der dänischen Hauptstadt für die Sportler zu kalt wird, ist ausgeschlossen.

"Die Arena ist beheizt und hat ein Dach, da droht keine Gefahr. Außerdem wird es im Ring sowieso richtig heiß, egal wie kalt es draußen ist", sagte Stieglitz, der den erfahrenen Kessler nicht fürchtet: "Er ist ein sehr bekannter Mann. Ich werde sehr gut vorbereitet sein."

Seinen WBC-Weltmeistergürtel hatte Kessler zwar am Dienstag zur ersten Pressekonferenz in Berlin mit im Gepäck, doch seinen offiziellen Status als Champion verlor der Däne im Vorjahr, nachdem er nach einer Augenverletzung aus dem Super-Six-Turnier ausgeschieden war.

"Ich bin nach meiner Verletzung besser als je zuvor. Im November soll mein 45. Sieg folgen", sagte Kessler, der genau wie Stieglitz erst zwei Profikämpfe verloren hat.

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