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Arthur Abraham wird in Kiel antreten
Arthur Abraham gewann bisher 32 seiner 34 Kämpfe, davon 26 durch K.o. © getty

Aus Angst vor einem Mogel-Referee droht Abrahams Promoter Sauerland den Super-Six-Fight gegen Ward platzen zu lassen.

Von Martin Hoffmann

München - Das Super-Six-Halbfinale zwischen Arthur Abraham und Supermittelgewichts-Weltmeister Andre Ward droht zu platzen.

Abraham-Promoter Wilfried Sauerland will den Kampf boykottieren, weil er mit der Besetzung des Kampfgerichts durch die kalifornische Athleten-Kommission nicht einverstanden ist.

"Entgegen vorheriger Absprachen besteht die kalifornische Kommission plötzlich auf einem kalifornischen Ringrichter. Das ist nicht akzeptabel", erklärt Sauerland in einer Pressemitteilung.

Abraham sollte eigentlich am Wochenende in die USA aufbrechen, wo der Kampf gegen den WBA-Champion am 14. Mai in Carson steigen soll. Sauerland stellt jedoch klar: "Bevor die Sache nicht geklärt ist, wird Arthur das Land nicht verlassen. Wir haben seine Flüge vorerst storniert."

Schlechte Erfahrungen

Sauerland befürchtet aufgrund schlechter Erfahrungen, dass der in San Francisco geborene Ward in seinem Heimatstaat bevorteilt werden könnte.

Der ebenfalls von Sauerland gemanagete Däne Mikkel Kessler verlor im November 2009 gegen Ward.

Der kalifornische Unparteiische Jack Reiss hatte dabei diverse Kopfstöße Wards als unabsichtlich gewertet.

"Seine Leistung war - milde gesagt - ein Witz", ärgert sich Sauerland bis heute: "Wir haben daraus unsere Lektion gelernt." (318137DIASHOW: Abraham-Debakel gegen Froch)

"Keine Strandbar-Prügelei"

Laut Sauerland habe es daher vor zwei Monaten eine Einigung über eine neutrale Zusammensetzung des Kampfgerichts gegeben:

Ein Punktrichter sollte aus den USA stammen, einer aus Europa, der dritte sowie der Ringrichter weder aus Amerika noch aus Europa.

Die Kommission habe sich über diese Übereinkunft hinweggesetzt - zum Ärger Sauerlands: "Das hier ist keine Strandbar-Prügelei, sondern das Halbfinale des Super Six World Classic."

Es sei "eine Schande, dass der Kampf in Gefahr gerät, weil eine Lokalkommission Absprachen missachtet - und die Grundregeln des Fairplay".

Ward-Promoter widerspricht

Wards Promoter Dan Goossen widerspricht Sauerlands Ausführungen.

Sauerlands Behauptung, die Kommission bestehe auf einem kalifornischen Ringrichter sei "zu hundert Prozent unkorrekt". Die Zusammensetzung des Kampfgericht entspreche genau den Absprachen.

"Soweit ich weiß, haben wir uns auf einen kalifornischen Offiziellen im Kampfgericht geeinigt", so Goossen. Dabei handele es sich nicht um den Ringrichter, der entgegen Sauerlands Aussage aus einem neutralen Land kommen solle: "Ich weiß nicht, wie viel neutraler das Kampfgericht noch sein kann."

Ward ungeschlagen

Ward geht nach den Siegen gegen Kessler und Allan Green ungeschlagen in das Halbfinale des Turniers.

Abraham hatte nach dem Auftakterfolg gegen Jermain Taylor Niederlagen gegen Andre Dirrell und Carl Froch kassiert.

Zuletzt gewann er einen Aufbaukampf gegen Stjepan Bozic, der wegen einer Handverletzung des Kroaten in der zweiten Runde abgebrochen werden musste.

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