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Sylvester (r.) gewann 34 seiner 38 Profikämpfe, 16 durch K.o. © imago

Sebastian Sylvester muss seinen Titel gegen die australische Nummer eins verteidigen. Abraham unterstützt ihn moralisch.

Berlin - Er galt als "Zufalls-Weltmeister" oder "Provinz-Champion", doch mittlerweile hat sich Sebastian Sylvester als Gürtelträger etabliert.

Am Samstag verteidigt der Greifswalder bereits zum vierten Mal seinen Mittelgewichts-WM-Titel der IBF und hat gegen den Australier Daniel Geale gute Chancen auf eine Fortsetzung der Erfolgsstory.

"Ich will einfach nur gewinnen", sagte Sylvester, kein Freund blumiger Ansprachen.

"In meinem Wohnzimmer gewinnt er nicht"

Geale ist als Pflichtherausforderer die Nummer eins der IBF-Weltrangliste.

Der 30-Jährige musste in 24 Profikämpfen nur eine Niederlage einstecken und gewann 15 mal vorzeitig.

"Geale ist stark, doch in meinem Wohnzimmer gewinnt er nicht", denkt Sylvester. Im Jahnsportforum in Neubrandenburg ist er in fünf Kämpfen unbesiegt, nun will er das Six-Pack vollmachen.

Eine Tradition steht auf dem Spiel

Der Hurrikan, seit 2002 im Profi-Lager, hat eine Tradition zu verteidigen.

Seit fünfeinhalb Jahren hat der WM-Gürtel im Mittelgewicht der IBF seinen festen Platz in Deutschland.

Am 10. Dezember 2005 eroberte Arthur Abraham mit einem Sieg über den Nigerianer Kingsley Ikeke den Titel.

Nach zehn erfolgreichen Titelverteidigungen gab er die Krone freiwillig ab, ehe er 2009 ins Supermittelgewicht wechselte. Kurz danach übernahm Sylvester den Gürtel durch einen Sieg über Giovanni Lorenzo.

Warme Worte von Abraham

Damit das so bleibt, schickte Abraham aufmunternde Worte aus dem fernen Los Angeles.

Dort bereitet sich der gebürtige Armenier mit Wohnsitz in Berlin auf sein Halbfinale im Super-Six-Turnier vor. Am 14. Mai boxt Abraham gegen Andre Ward (USA).

"Sebastian wird vor heimischer Kulisse nicht patzen. Er gewinnt, und mein früherer Gürtel bleibt in Deutschland", erklärte Abraham, der wie Sylvester vom Sauerland-Stall promotet wird.

"Stark wie nie"

Sylvester will seinem Vorgänger den Wunsch gerne erfüllen und am Samstag vor rund 5000 Besuchern wieder einen Sieg feiern.

"Ich werde meinen Amtsvorgänger nicht enttäuschen", teilte er seinem Kumpel in Übersee mit.

Trainer Karsten Röwer sieht seinen Schützling "stark wie nie". Im Training habe er zuletzt zwei Sparringspartner auf die Bretter geschickt.

Das Formhoch kommt aus Röwers Sicht zur rechten Zeit: "Der Australier ist die Nummer eins der Weltrangliste und hat bisher nur einen einzigen Kampf verloren. Er ist zwar nicht der große Puncher aber Geale ist immer in Bewegung, immer aggressiv."

Geale bestreitet Lärmtraining

Gegner Geale rechnet sich daher gute Chancen auf einen Titelübernahme aus.

Wie der Mann von down under mitteilen ließ, sei die Vorbereitung nach Plan verlaufen. Sein Management hat kein Detail vergessen.

"Wir wissen, was uns im Jahnsportforum erwartet", verriet Geale. Er hat deshalb sein Training teilweise bei dröhnender Musik und Fangesängen vom Band trainiert - als Vorbereitung auf Sylvesters lautstarkes Wohnzimmer.

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