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Wladimir Klitschko (r.) gewann 55 seiner 58 Kämpfe, davon 49 durch K.o. © getty

Wladimir Klitschko kündigt auf der Pressekonferenz den Jubiläums-K.o. an. David Haye schlägt verbal umgehend zurück

Hamburg - Ein Kampf, drei Ziele - in seiner Wahlheimat Hamburg will Wladimir Klitschko am 2. Juli ein goldenes Jubiläum feiern, Hass-Gegner David Haye schlagen und auch den letzten WM-Gürtel in die Familie Klitschko holen.

"Darauf freue ich mich schon jetzt", sagte der Schwergewichtler knapp acht Wochen vor dem Megafight in der Hamburger WM-Arena, die an diesem Abend rund 40.000 Zuschauern Platz bieten wird.

"Ich will unbedingt den 50. K.o.-Sieg, für mich ist das eine goldene Zahl", sagte der Ukrainer am Montag in der Hansestadt. (Klitschko will Haye lang leiden lassen)

Haye überraschend zahm

Ein solcher Kampfausgang würde die WM-Titel aller vier großen Boxverbände bei den Klitschkos vereinigen. Der 35-jährige Wladimir ist Weltmeister bei der IBF und der WBO, sein älterer Bruder Witali bei der WBC. Was dem Brüderpaar noch fehlt, ist der WBA-Titel von Haye, der sich beim ersten Rededuell mit Wladimir überraschend zahm gab. (Mega-Fight perfekt: Haye lästert)

Dennoch will der 30-jährige Engländer, der sein Karriereende bereits für Oktober angekündigt hat, seine Laufbahn natürlich mit einem Triumph über Klitschko fortsetzen: "Wladimirs Karriere ist künstlich gemacht. Ich bin kein handverlesener Gegner, ich bin ein ganz anderes Kaliber."

Spaß beim Blickduell

Schon beim obligatorischen Blickduell, das rekordverdächtige knappe drei Minuten dauerte, wirkte Haye angriffslustig und hatte sichtlich Spaß daran, Klitschko standzuhalten. (Haye: Tempotaktik gegen Klitschko)

Angesichts der Schlaghärte der beiden Kontrahenten, die addiert 72 vorzeitige Siege in ihren Kampfrekorden stehen haben, dürfte der Fight kaum über die volle Distanz von zwölf Runden gehen.

"Das wäre sehr unwahrscheinlich", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte, der die mit Unterbrechungen fast zwei Jahre dauernden Verhandlungen mit dem Haye-Management führte. Der Brite, obwohl nur mit einem WM-Gürtel dekoriert, erhält 50 Prozent aller Einnahmen.

[kaltura id="0_lnypz1yx" class="full_size" title="Haye verweigert Handschlag"]

"Keine Schmetterlinge im Bauch"

Um gegebenenfalls vor dem Hamburger Sommerregen geschützt zu sein, werden der Ring und Teile des Innenraums temporär überdacht.

Bei seinem "Heimspiel" sieht sich Klitschko nicht unter besonderem Druck. "Im Gegenteil, das motiviert mich noch mehr, ich habe keine Schmetterlinge im Bauch", sagte der Olympiasieger von 1996, der seine beiden Titel bereits zum zehnten Mal verteidigt.

Umgekehrt macht es dem "Hayemaker" nichts aus, auf dem europäischen Festland kämpfen zu müssen: "Ich erwarte so viele Fans aus der Heimat, dass man von einem Heimvorteil für Klitschko sowieso nicht sprechen kann."

Ungewöhnliche Klauseln

Der Kampf-Kontrakt beinhaltet einige ungewöhnliche Klauseln. So hat sich Klitschko das Recht festschreiben lassen, erst nach Haye in den Ring steigen zu dürfen. Und sollte "Dr. Steelhammer" verletzungsbedingt absagen müssen, steht Bruder Vitali als Ersatzgegner für Haye parat.

"Eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit ich sicher sein kann, dass der Kampf wirklich zu Stande kommt. Ich werde Hayes Einmarsch in aller Ruhe aus der Kabine heraus beobachten", lästerte Klitschko, sein Gegner konterte umgehend: "Falls Wladimir kneift, wird eben Witali vergeblich versuchen, die Familienehre der Klitschkos zu retten."

Durch beleidigende T-Shirts mit den abgeschnittenen Köpfen der Klitschkos als Motiv darauf hatte Haye das Brüderpaar in der Vergangenheit mehrfach provoziert, geantwortet werden soll darauf im Ring. Klitschko: "So etwas Geschmackloses hat eine deutliche Antwort verdient."

Schon am Dienstag werden Klitschko und Haye bei einer Pressekonferenz in London erneut aufeinandertreffen.

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