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Arthur Abraham wollte ursprünglich Profi-Radfahrer werden © getty

"König Arthur" kämpft gegen Andre Ward um nichts weniger als seine Karriere. Eine Änderung seines Kampfstils soll helfen.

Los Angeles - Vom umjubelten Champion zum gefallen Prügelknaben: Arthur Abraham hat in Rekordzeit den Absturz eines Boxers durchlebt.

In der Nacht zum Sonntag (04.30 Uhr) bietet sich King Arthur in Los Angeles wohl zum letzten Mal die Chance, seine Karriere zu retten.

Bei einer Niederlage ist wohl Schluss. "Es geht um Alles oder Nichts", sagt der Ex-Champion.

Der einstige Weltmeister muss mit dem Schlimmsten rechnen. Nach zwei Niederlagen 2010 ist sein Selbstvertrauen angeknackst.

Zudem wartet im Halbfinale des Super-Six-Turniers mit dem US-Amerikaner Andre Ward ein übermächtiger Gegner. Der Olympiasieger von 2004 ist seit 1996 ungeschlagen und bei den Buchmachern der klare 3:1-Favorit.

Nur K.o. hilft

"Nach Punkten habe ich keine Chance", sagt Abraham selbst. Der 31-Jährige weiß, dass ihm nur ein kleines Wunder - sprich ein K.o. - hilft.

Der gläubige Ward, der den Schriftzug "Sun of God" auf dem Bund seiner Hose trägt, darf sich seit seinem Sieg über Mikkel Kessler im November 2009 Weltmeister der WBA nennen.

Abraham ist der Aufstieg vom Mittel- ins Supermittelgewicht sowie die Teilnahme am Super-Six-Turnier zum Verhängnis geworden.

Turnier als Reinfall

Im schweren Limit bekommt er kein Bein auf die Erde.

Man könnte meinen, sein Management vom Sauerland-Stall habe ihm mit dem Elite-Turnier einen Bärendienst erwiesen.

Doch Abraham selbst drängte auf die Teilnahme, schließlich soll es dort 50 Millionen Euro zu verdienen geben.

Training umgestellt

Während Abraham im Mittelgewicht einen Gegner nach dem anderen abservierte, hagelte es in den letzten Monaten Kritik an seinem Stil und an seinem mäßigen Tempo. Trainer Ulli Wegner stellte daraufhin das Training um.

"Wir haben an der Explosivität gearbeitet, am schnellen Umschalten von Verteidigung auf Angriff." Der Coach räumte auch die Differnzen mit seinem Schützling aus.

Während der Niederlage gegen Carl Froch hatte Wegner seinen Schützling im Ring "Feigling" genannt. 318137(DIASHOW: Kreisch-Queen brüllt König Arthur nieder)

Finale winkt

Sollte Abraham allerdings das Wunder schaffen und Ward im Home Depot Center von Los Angeles schlagen, stehen ihm plötzlich wieder alle Türen offen.

Dann ist er Weltmeister der WBA und wäre nach Max Schmeling der erste Deutsche, der in den USA Weltmeister wurde.

Zudem würde er ins Turnierfinale einziehen. Dort geht es gegen den Sieger zwischen Froch und Glen Johnson Anfang Juni in Atlantic City.

Ward-Trainer lästert

Trotz der Favoritenrolle wollte das Lager von Ward auf die üblichen Verbalscharmützel vor dem Kampf nicht verzichten.352172(DIASHOW: Skandale und Possen im Boxen)

Nachdem Abrahams Manager Wilfried Sauerland die Absetzung eines lokalen Ringrichters gefordert hatte und sich mit der Forderung durchsetzen konnte, wetterte Wards Trainer Virgil Hunter:

"Arthur, wenn dein Promoter hier steht, und sich über die Ringrichter beklagt, dann zeigt das, dass er das Vertrauen in dich verloren hat." (NEWS: Abraham-Lager gewinnt Ringrichter-Zoff)

"Ekelhaft zu boxen"

Abraham ließ sich jedoch nicht aus der Deckung locken: "Wir Europäer reden nicht so viel wie die Amerikaner. Wir wollen hier kämpfen und gewinnen."

Allerdings weiß der gebürtige Armenier mit Wohnsitz in Berlin nur zu gut, wie schwer Ward zu besiegen ist. "Er ist ekelhaft zu boxen. Er arbeitet viel mit Kopfstößen. Da muss man ihn vernichten."

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