vergrößernverkleinern
De la Hoya(l.) hat 39 seiner 44 Profikämpfe gewonnen © getty

Beim Kampf von de la Hoya gegen Pacquaio geht es weder um Gürtel, noch um Titel. Es geht um die Ehre und vor allem um viel Geld.

München - Wer an diesem Wochenende über den berühmten Strip von Las Vegas schlendert, sollte den Sombrero in Reichweite haben.

Tausende mexikanische Schlachtenbummler dominieren seit Tagen die Spielermetropole, um sich auf ihren ganz persönlichen "Boxkampf des Jahres" einzustimmen.

Ihr Idol, der gebürtige Mexikaner Oscar de La Hoya, steigt am Samstag gegen den Filipino Manny Pacquiao als 2:1-Favorit in den Ring und sorgt damit für einen weiteren unfassbaren Einnahmerekord.

17 Millionen Dollar für den Veranstalter

Es geht eigentlich um nichts. Kein Gürtel, kein Titel, nur die Ehre steht auf dem Spiel und natürlich unglaublich viel Geld. Innerhalb von zwei Stunden waren bei Vorverkaufs-Beginn im September sämtliche 18.000 Karten vergriffen, 17 Millionen Dollar Eintritt flossen in die Kasse der Veranstalter.

Um die Schwarzmarktpreise einigermaßen im Griff zu halten, wurden in dieser Woche noch einmal 500 zusätzliche Stühle in die Grand Garden Arena des MGM-Hotels geschafft.

Ein Kampf für die Annalen

In die Annalen wird der Showdown im Weltergewicht allemal eingehen. Schon vor dem ersten Gong steht fest, dass nur bei der Niederlage De La Hoyas gegen Floyd Mayweather Jr. im letzten Jahr mehr Geld im Spiel war. Damals ging es um unglaubliche 120 Millionen Dollar.

Dank einer landesweiten Promotion-Tour, die am 1. Oktober an der New Yorker Freiheitsstatue begann und in einer vierteiligen Reality TV-Serie beim US-Sender HBO gipfelte, werden beide Boxer durch die Vorzüge des Bezahlfernsehens um zweistellige Millionenbeträge reicher.

1,5 Millionen Boxfans haben sich bereits eingekauft und damit 83 Millionen Dollar (rund 66 Mio. Euro) generiert.

Pacquiao voll im Saft

Sportlich verspricht der Kampf boxerische Feinkost. Nicht wenige Experten haben Außenseiter Pacquiao (47 Siege/35 KOs, drei Niederlagen, zwei Unentschieden) auf der Rechnung. Der 29-Jährige kämpft als Leichtgewichtler zwar eigentlich zwei Gewichtsklassen tiefer, steht aber nach zwei großartigen Kämpfen in diesem Jahr voll im Saft.

Der fünf Zentimeter größere und bei der Reichweite um 15 Zentimeter bevorteilte De La Hoya (39 Siege/30 durch K.o., fünf Niederlagen) baut neben den körperlichen Vorteilen auf seine größere Erfahrung und auf die "45" - seine beinahe liebevolle Bezeichnung für seinen linken Haken, der Pacquiao im Winkel von 45 Grad früh auf die Bretter schicken soll.

De la Hoya nicht Fit genug?

Geht die Rechnung des "Golden Boy" nicht auf und der Kampf über die Distanz, droht dem in Los Angeles geborenen Sohn mexikanischer Einwanderer Ungemach. Schon in den letzten Kämpfen baute der 35-Jährige in den Schlussrunden konditionell ab, was sich gegen den wieselflinken Pacquiao rächen könnte.

Dieser strotzte dann auch vor Optimismus: "Viele halten mich für den derzeit besten und unterhaltsamsten Boxer der Welt. Am Samstag wird das auch De La Hoya zu spüren bekommen."

Dass De La Hoya bei einer Niederlage tatsächlich zurücktritt, können sich vor allem die Tausende grün-weiß-rote Fahnen schwingenden Mexikaner kaum vorstellen. Stattdessen hoffen sie auf eine Revanche gegen Mayweather Jr., die angeblich schon in einem Fußballstadion geplant ist. Dann sollen mindestens 150 Millionen Dollar den Besitzer wechseln.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel